Gicht – Gichtanfall

Ein Patient kommt zu mir. Er hat starke Schmerzen am rechten Großzeh seit der letzten Nacht. Er kann sich nicht vorstellen, wodurch das ausgelöst wurde.

Wann kann ein Gichtanfall auftreten?

Ein Gichtanfall kann nach einem reichlichen Essen auftreten, nach übermäßigem Alkoholgenuss und nach einer starken körperlichen Belastung, auch nach einem Unfall (zum Beispiel eine Zerrung am Sprunggelenk).

Wie sind die Anzeichen/Symptome für einen Gichtanfall?

Beim typischen Gichtanfall ist das Großzehengrundgelenk heiß und rot, es ist geschwollen und schmerzt stark beim Auftreten. Ein Gichtanfall kann auch – seltener – zum Beispiel im Bereich der Hand oder des Ellbogens, dann mit Schleimbeutelentzündung, auftreten.

Was ist die Ursache für einen Gichtanfall?

Die Ursache ist eine Entzündung, die durch Harnsäurekristalle ausgelöst wird, die sich in bestimmten Gelenkbereichen ablagern können. Diese Kristalle lagern sich vorwiegend in den Gelenken ab, in denen eine Vorschädigung besteht, zum Beispiel durch eine beginnende Arthrose.

Wie lange dauert ein Gichtanfall?

Ohne medikamentöse Behandlung dauert ein Gichtanfall ca. ein bis zwei Wochen.

Wie wird ein Gichtanfall behandelt?

Am schnellsten wirkt die Einnahme von Cortisontabletten und NSAR, z.B. Naproxen, Ibuprofen. Sind diese kontraindiziert, d.h. dürfen sie nicht verwendet werden, zum Beispiel aufgrund von Vorerkrankungen, kann Colchicin (Herbstzeitlose) rezeptiert werden. Außerdem sollte Alkohol in den darauffolgenden Wochen strikt gemieden werden!

Welche diagnostischen Maßnahmen sollten durchgeführt werden?

Die Harnsäure im Labor kann, z.B. auch im Rahmen eines Checkups, bestimmt werden. Bei einem Drittel aller Patienten ist die Harnsäure im Serum beim akuten Gichtanfall nicht erhöht.

Welche Diät ist erforderlich?

Es sollte eine harnsäurearme Diät durchgeführt werden (siehe Artikel dazu). Mindestens genauso wichtig ist jedoch eine Minderung des Körpergewichts, denn es gilt hier, was schon Wilhelm Busch sagte: „Den Dicken aber, autsch, mein Bein, plagt wieder mal das Zipperlein!“
Also generell bringt eine Gewichtsabnahme mehr als eine spezielle Diät, wobei Alkohol schon allein der Kalorien wegen (Malzzucker!) gemieden werden sollte. Außerdem können zusätzlich harnsäuresenkende Medikamente gegeben werden.

© Dr.med. Sieglind Zehnle, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

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