Alternative („natürliche“) Allergietherapie

Wenn die ersten Pollen fliegen, greifen wir – außer zum Schnupftuch – gern zu den sogenannten Antihistaminika, beispielsweise Cetirizin und Loratadin, und den entsprechenden antiallergischen Schnupfensprays. Gibt es dazu Alternativen? Welche anderen Methoden aus der Naturheilkunde könnten helfen, die Symptome beim Heuschnupfen-Geplagten zu lindern?

Beim Allergologie-Aufbaukurs im Bundeswehrkrankenhaus Ulm am 08.03.2013 hielt Oberarzt Dr.med. Guido Mühlmeier von der dortigen HNO-Abteilung einen sehr interessanten Vortrag über das Thema „Alternative Therapiemethoden in der Behandlung von Allergien“.

Oberarzt Dr. med. Guido Mühlmeier, Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Oberarzt Dr. med. Guido Mühlmeier, Bundeswehr-krankenhaus Ulm


In Frage kommen folgende Verfahren:
• Akupunktur
• Phytotherapie (= Pflanzentherapie)
• Entspannungstherapie
• Klimatherapie
• Spülungen
• Kneipp-Behandlungen
Bislang ohne gute wissenschaftliche Erkenntnisse:
• Homöopathie
• Eigenblut- / Eigenurin-Behandlung
• Bioresonanzverfahren
• Magnetfeldtherapie

Wie wirkt die Akupunktur?
Die Behandlung mit Körper- oder Ohrakupunktur kann zur Schmerzlinderung, Durchblutungssteigerung, Lösung von Muskelverspannungen, Anregungen des Immunsystems, Produktion von Hormonen und zur Entspannung führen. Zur Behandlung von allergischen Beschwerden werden mit 5-10 Akupunktur-Sitzungen häufig gute Ergebnisse erzielt.

Wie wirkt die sogenannte Phytotherapie (= Pflanzentherapie)?
Eine Behandlung mit pflanzlichen Extrakten hat verschiedene Wirkeffekte. Abhängig von den verwendeten Pflanzenextrakten werden Entzündungen gehemmt, Keime abgewehrt, die Sekretproduktion der Schleimhaut angeregt, Hustenreiz gestillt oder die Atemwege erweitert. Aktuell sind viele gut definierte Produkte im Apotheken-Fachhandel erhältlich.

Eine Entspannungstherapie kann die Behandlung von chronisch-allergischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder Neurodermitis sehr positiv beeinflussen. In der Entspannung finden wir neue Kräfte und können auftanken.

Eine Klimaveränderung kann im Sinne einer allergenfreien Ortsveränderung oder im Sinne eines Reizklimas angewendet werden. Häufig werden diese Aufenthalte gleichzeitig für Patientenschulungen genutzt.

Kneippsche Anwendungen (Güsse), Sauna und Klimatherapie stärken das Immunsystem und machen den Organismus widerstandsfähig gegen Allergien. Aber Achtung: Asthmatiker sollten nicht in die Sauna gehen!

Nasenspülungen mit verdünnten Salzlösungen sind sehr zu empfehlen, um die Allergie auslösenden Stoffe und den zähen Schleim auszuwaschen. Das erleichtert der Nasenschleimhaut einen neuen Schutz aufzubauen. Der entsprechende Spülbehälter sollte allerdings häufiger konsequent gereinigt werden, zum Beispiel mit Brausetabletten für dritte Zähne, sonst kann er sich leicht zu einer Keimquelle entwickeln.

Homöopathie: Auch die Homöopathie kann hilfreich sein bei der Behandlung von allergischen Symptomen. Leider gibt es hierzu keine guten Studiendaten.

Ohne wissenschaftlichen Wirknachweis sind – so G. Mühlmeier – eine ganze Reihe an Verfahren wie die Eigenblut- sowie die Eigenurin-Behandlung, das sogenannte Bioresonanzverfahren oder die Magnetfeldtherapie.

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