Schilddrüsenunterfunktion

Wodurch entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion?

In Deutschland entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion meistens als Folge einer Schilddrüsenentzündung. Es gibt verschiedene Arten von Schilddrüsenentzündungen. Am häufigsten in Deutschland ist die sogenannte Hashimoto-Thyreopathie (= Schilddrüsenentzündung). Diese wird durch Jodgabe eher getriggert, also gefördert. Eine Hashimoto-Entzündung entwickelt sich häufig schleichend. Hormonschwankungen bzw.-umstellungen wie Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre können sie begünstigen. Meistens tritt die Schilddrüsenunterfunktion auch bei Frauen auf. Ungefähr jede zehnte Frau in Süddeutschland entwickelt im Laufe ihres Lebens eine Hashimoto-Thyreoiditis. Weitere Risikofaktoren sind Stress und familiäre Häufungen von Schilddrüsenentzündungen.


Wie äußert sich eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion laufen viele Prozesse des Stoffwechsels auf Sparflamme, also verlangsamt ab.

Eine Schilddrüsenunterfunktion äußert sich in vermehrter Müdigkeit, Neigung zu Gewichtszunahme bzw. fehlende Gewichtsabnahme trotz Diätversuchen, sowie leichter Erschöpfbarkeit. Auch vermehrte Atemnot und Muskelkater kann bei Schilddrüsenunterfunktion schon bei geringer körperlicher Belastung vermehrt auftreten. Morgens sind die Augenlider ödematös und das Gesicht verschwollen. Auch die Unterschenkel können anschwellen und sich teigig anfühlen (sogenanntes Myxödem). Bei lang anhaltender schwerer Schilddrüsenunterfunktion kann sogar eine Herzmuskelschwäche auftreten.

Die Verdauung ist ebenfalls verlangsamt, die Betroffenen leiden häufig unter chronischer Verstopfung. Häufig ist auch eine Neigung zur Depression zu erkennen. Fatal ist insbesondere, dass sich in den Arterien vermehrt Cholesterinablagerungen bilden. Eine länger nicht erkannte und unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann also zu einer vorzeitigen Arteriosklerose führen!

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Die Schilddrüsenunterfunktion wird in der Regel mit synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormonen behandelt, mit dem sogenannten L-Thyroxin. Das ist das freie, stoffwechselaktive Schilddrüsenhormon. Damit ist meistens eine gute Einstellung möglich, das heißt, der Stoffwechsel wird ausgeglichen, die Prozesse laufen wieder in normaler Geschwindigkeit ab. Die Müdigkeit und Depressionsneigung lässt allmählich nach, die körperliche Belastbarkeit nimmt zu. Dies dauert allerdings einige Wochen. Die Hormondosierung wird nach kg Körpergewicht eingestellt und nach der Befindlichkeit der/des Betroffenen, d.h. er/sie soll sich möglichst damit wohl fühlen.

Das Gewicht ist nach einer schonenden Einstellung in der Regel stabil bis eher rückläufig (bei vorher bestehendem leichtem Übergewicht).

Das L-Thyroxin kann frühmorgens nüchtern (also gleich nach dem Aufstehen im Bad) oder auch –neu!- zur Nacht eingenommen werden. Die Einnahme zur Nacht ist sinnvoll, wenn z.B. morgens eine Eisentablette eingenommen wird, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Eisen sollte nicht mit L-Thyroxin zusammen eingenommen werden.

Wie häufig sind Laborkontrollen erforderlich?
 
Laborkontrollen sind je nach Reaktion anfangs 6-8 Wochen nach Beginn der Thyroxin-Einnahme sinnvoll, danach je nach Ansprechen des Organismus viertel- bis halbjährlich. Bei einer guten Einstellung und Wohlbefinden reichen später jährliche Kontrollen des sogenannten TSH-Wertes aus. Die Bestimmung des freien Hormons (FT4) ist nicht unbedingt erforderlich, außer bei besonderen Indikationen.

Bei einer geplanten Schwangerschaft sollte das TSH am besten bei ca. 1 ug/ml liegen.

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