Ernährung bei Durchfall (Diarrhö)

Wie soll man sich bei akutem Durchfall (Diarrhö) ernähren? Meist führt ja eine Nahrungsaufnahme sofort wieder zu neuem Durchfall, und meist hat der Betroffene auch Bauchweh und evtl. Übelkeit und Erbrechen zusätzlich.
Am wichtigsten ist der Flüssigkeitsersatz: Hier sind Tee und Wasser am besten. Bei Tee kein Früchtetee, da dieser wieder die Magenschleimhaut reizen kann und eventuell zu neuem Bauchweh führt. Alle Kräuterteesorten sind gut. Grüner und schwarzer Tee enthalten zudem Gerbstoffe, die beruhigend auf den Magen-Darmtrakt einwirken. Gern können ein Teelöffel Zucker und auch eine Prise Salz(wenn verträglich) hinzugefügt werden.
Die Prise Salz ist im Prinzip vom Vorteil, da beim Durchfall auch Salze verloren gehen. Bei Kleinkindern und Säuglingen ist der Elektrolytersatz noch wesentlich wichtiger als beim Erwachsenen, der sich die beim Durchfall entzogenen Elektrolyte auch aus der Nahrung holen kann (s.u.). Denn bei kleinen Kindern entsteht rascher eine Stoffwechselentgleisung bei Magen-Darm-Infekten als beim Erwachsenen. Daher macht bei Kleinkindern die zusätzliche Gabe von Elektrolytlösungen, die als Trinknahrung aufbereitet sind, durchaus Sinn.
Die „Cola-und Salzstangen-Diät“ ist insofern nicht unbedenklich, da dadurch eine weitere Verdickung des Blutes eintreten kann. Sie sollte nur durchgeführt werden, wenn gleichzeitig eine reichliche Flüssigkeitssubstitution stattfindet durch Tee oder Wasser.
CO²-haltige Getränke wie Sprudel sind aufgrund des Kohlensäuregehaltes bei Oberbauchbeschwerden eher nicht empfehlenswert. Sie führen zu Völlegefühl und reizen die Magenschleimhaut im Akutzustand. Stille Mineralwässer haben häufig eine laxierende (abführende) Wirkung, die bei akutem Durchfall gerade nicht erwünscht ist.
Um einer weiteren Reizung der Darmschleimhaut vorzubeugen, empfiehlt sich für den Erwachsenen, zunächst, wenn möglich, eine Nahrungspause zu machen. Dies macht beim Erwachsenen für einen bis wenige Tage nichts aus, solange der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird (s. oben). Die Darmschleimhaut kann sich in dieser Zeit regenerieren.
Hat sich der Darm etwas beruhigt, empfiehlt es sich, zunächst vorwiegend kohlenhydrathaltige Kost zu bevorzugen. Das sind Reis, Nudeln, Kartoffeln; frisches Brot ist nicht so ratsam, da es wieder zu Blähungen und Bauchschmerzen führen kann. Brot vom Vortag oder eine alte Brezel wirken da milder.
Häufig empfohlen wird die sogenannte BRAT-Diät: Banane-Reis-geriebene Äpfel-Toastbrot. M.E. ist alles empfehlenswert, allerdings sind Bananen häufig schlecht verträglich und rufen bei empfindlichen Personen Blähungen und teilweise wieder Durchfall hervor (s. Blogartikel Fruktoseintoleranz). Toastbrot, getoastet, ist sehr gut, da meist auch besser verfügbar als Zwieback und überall erhältlich. Auch Knäckebrot gibt es in sehr vielen Variationen und bringt Abwechslung in die Aufbaukost.
Als nächstes ist ganz wichtig, das verloren gegangene Eiweiß zu ersetzen. Der Durchfallgeplagte fühlt sich oft sehr geschwächt, auch wenn die Akutbeschwerden nachlassen. Da der Mensch und seine Muskulatur vorwiegend aus Eiweiß besteht, ist ein Wiederaufbau nötig zur Kräftigung/Roborierung. Für Menschen, die keine Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker) haben, werden leichte Milchprodukte empfohlen. Für den Aufbau der Darmflora gut sind Yoghurt- und Buttermilch- bzw. Sauermilch-Produkte mit niedrigem Fettanteil. Auch solte bei Milch zunächst fettarme Milch bevorzugt werden sowie fettarme Käsesorten.
Pflanzliches Eiweiß ist vorwiegend enthalten in Hülsenfrüchten (Erbsen, Linsen) und in Sojaprodukten. Hier sollten gut verdauliche Substanzen (Tofu) bevorzugt werden.
Als letztes sollte Fett hinzugefügt werden. Häufig kommt es zum Rückfall des Durchfalls, weil die Betroffenen zu früh wieder zu deutlich fetthaltigen Produkten greifen wie gebratenem Fleisch und Wurst. Das kann schwer verdaulich sein und erneut die Darmschleimhaut reizen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Durchfall abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.