Vitamin D

Bei ungefähr der Hälfte der Weltbevölkerung findet sich ein Vitamin-D-Mangel. Dies ist hauptsächlich auf eine verminderte Sonneneinwirkung der Haut zurückzuführen. Die Aufnahme per Nahrung von Vitamin D ist generell zu gering, um einen ausreichenden Vitamin-D-Status aufrechtzuerhalten. In den letzten Jahren wurde gezeigt, dass die meisten Zellen und Gewebe des Körpers Vitamin D-Rezeptoren besitzen, was darauf hinweist, dass sie auch Vitamin D benötigen zu ihrer Funktionstätigkeit. Vitamin D hat ein breites Wirkungsspektrum. Niedrige Vitamin D-Spiegel werden in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, malignen oder autoimmunen Erkrankungen gefunden, wobei noch bewiesen werden muss, inwieweit diese Zusammenhänge ursächlich bestehen. Dem Vitamin D wird eine entscheidende Rolle bei der Skelettentwicklung zugeschrieben und daher Säuglingen und Kleinkindern zur Verhinderung der Rachitis gegeben.
Ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Diabetes mellitus und Bluthochdruck wurde nachgewiesen. Vitamin-D-Mangel zeigt ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle an.
Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel geht mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs einher.


Wo wird Vitamin D gebildet?
Vitamin D wird großteils durch die Einwirkung von UV-B-Strahlung in der Haut gebildet. Die Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung spielt eine untergeordnete Rolle. In der Haut entsteht durch UV-Strahlung das Provitamin D, welches in Vitamin D3 umgewandelt wird. Die weitere Umwandlung in 25-Hydroxyvitamin D wird durch ein Enzym der Leber katalysiert (beschleunigt). Dann entsteht durch einen Enzymprozess in der Niere die wirksamste Form des Vitamin D. Sonneneinstrahlung, gute Leber- und Nierenfunktion sind also wichtig für die Bildung von Vitamin D.

Wie kann Vitamin D gemessen werden?
Der Vitamin D-Spiegel kann aus dem Blut bestimmt werden bei der Blutabnahme. Der Vitamin-D-Spiegel ist in der Regel keine Kassenleistung, wenn keine Symptome bestehen.


Wie hoch ist die optimale Vitamin-D-Konzentration?
Die optimale Vitamin-D-Konzentration ist nicht genau bekannt. Eine Konzentration von mindestens 30 ng/ml ist notwendig, um negative Folgen eines zu niedrigen Vitamin-D-Spiegels, wie z.B. verminderte Knochendichte, Muskelschwäche mit erhöhtem Sturzrisiko oder erhöhtes Darmkrebs-Risiko zu verhindern. Vitamin D hat generell antientzündliche Wirkungen. Die optimalen Vitamin-D-Werte liegen vermutlich zwischen 36 und 40 ng/ml, eventuell sogar höher. Zu hohe Dosen führen zu einem Anstieg des Kalziumspiegels im Blut, was gefährlich sein kann. Wann das aber auftritt, d.h. ab welchen Dosen, ist unklar.

Wie verändert sich der Vitamin-D-Spiegel im Alter?
Im Alter nimmt die Menge der Vitamin-D-Produktion in der Haut ab. Dazu kommt noch, dass sich viele ältere Menschen nicht mehr so häufig an der frischen Luft (Sonne!) aufhalten. Daher besteht bei vielen älteren Menschen Vitamin-D-Mangel, der z.B. brüchige Knochen und Osteoporose begünstigen kann. Vitamin-D-Mangel schwächt auch die Muskulatur.

Wie kann ein Mangel an Vitamin D behandelt werden?
Vitamin D kann durch Nahrung vermehrt zugeführt werden. Nahrungsmittel, die reichlich Vitamin D enthalten, sind in erster Linie fette Fische (Lachs!) sowie Eier und Milchprodukte. Multivitamintabletten enthalten oft in wechselnder Dosierung auch Vitamin D in mehr oder weniger effektiven Dosen. Gezielter lässt sich hier mit hochdosierten Vitamin-D-Präparaten behandeln, die täglich bis 14-tägig eingenommen werden können. Sie sind vor allem bei Patienten mit bereits erniedrigter Knochendichte angezeigt. Aber auch bei Menschen mit erhöhtem Risiko für einen Vitamin-D-Mangel (z.B. Altenheimbewohner) können diese Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein, z.B. zur Vorbeugung von Stürzen.
Schlussfolgerung: Vitamin D wurde bisher eher unterbewertet. Eine regelmäßige Einnahme bzw. ein normal bis hoher Vitamin-D-Spiegel im Organismus kann vorbeugend wirken in der Behandlung von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Autoimmunerkrankungen und auch bösartigen Erkrankungen wie Darmkrebs.

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