Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis ist eine Form der Bronchitis, die definiert ist als „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren“.
Meistens kommt es zu Husten und Auswurf im Herbst und Winter.. Fieber oder Atemnot treten nicht unbedingt auf, außer bei akuter Verschlechterung (sogenannte Exazerbation).

Welche Ursachen gibt es dafür?
An erster Stelle steht das inhalative Tabakrauchen (90 % der Erkrankten sind Raucher oder Ex-Raucher), aber auch Umweltfaktoren (Luftverschmutzung, feuchtes, neblig-kaltes Klima), Industrieabgase und berufliche Exposition (Stäube, Reizgase, extreme Hitze) werden mit der chronischen Bronchitis in Verbindung gebracht. Häufige Infektionen der Atemwege können ebenfalls die mukoziliäre Selbstreinigung der Atemwege schädigen. Auch eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) z. B. bei Allergikern kann eine chron. Bronchitis begünstigen.
Die chronische Bronchitis kann in eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) übergehen.


Raucherlunge, COPD
Die COPD ist weltweit die vierthäufigste Todesursache. Eine chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) tritt meistens bei Rauchern oder Passivrauchern auf. Chronisch obstruktiv heißt, die Lungenwege sind verengt. Dieser Prozess verläuft sehr schleichend und häufig über Jahrzehnte. Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist gekennzeichnet durch Husten, Auswurf und Atemnot bei Belastung. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind „Raucherlunge“ für die COPD und „Raucherhusten“ für das Hauptsymptom. Nicht alle Raucher bekommen eine COPD. Man vermutet, dass die Anlage dazu auch vererbt wird. „Mein Vater hat schon Probleme mit der Lunge gehabt, und ich jetzt auch.“


Wie entsteht eine „Raucherlunge“?
Durch den jahrelangen regelmäßigen Genus von Zigaretten kommt es zu einer chronischen Schädigung des Lungengewebes. Das Selbstreinigungssystem der Bronchien wird gestört.Vor allem nachts sammelt sich Schleim an, der das typische morgendliche Abhusten des Rauchers bedingt. Das morgendliche Abhusten wird oft zwar als störend, aber nicht allzu gefährlich empfunden. Aber auch Zigarren, Zigarillos und Pfeife können zu einer chronischen Bronchitis führen, da die im jeweiligen Tabak enthaltenen Schadstoffe entgegen des allgemeinen Glaubes n i c h t weniger schädlich sind als diejenigen im Zigarettenrauch. Das trifft auch für Shisha-Rauchen (Wasserpfeife) zu. Dabei ist zusätzlich die Gefahr erhöht, sich einen Herpes labialis (Lippenherpes) oder Schlimmeres (z.B. eine Lungenentzündung) zu holen durch die gemeinsame Inhalation an einem Mundstück. Im Laufe der Jahre werden die Lungenbläschen zerstört. Die Lungenbläschen sind u.a. dafür zuständig, dass der Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufgenommen wird, um energiereiche Prozesse im Körper zu steuern und aufrechtzuerhalten.
Leider sind Frauen sehr gefährdet, da ihre Lunge empfindlicher auf Zigarettenrauch reagiert als die der Männer. Wenn ein Mädchen schon in jungen Jahren schon das Rauchen anfängt, kann sich die Lunge bis zum Erwachsenenalter nie voll ausbilden. Die körperliche Belastbarkeit bleibt zeitlebens eingeschränkt! Das ist ein irreversibler (nicht umkehrbarer) Prozess.
Eine COPD kann sich auch bei Passiv-Rauchern entwickeln. Ich habe Patienten, die nie geraucht haben, deren Partner(in) jedoch regelmäßig in der Wohnung geraucht hat, und die eine schwere COPD im Laufe der nächsten Jahrzehnte entwickelt haben.

Wie äußert sich eine COPD bzw.„Raucherlunge“?
Wenn der Sauerstoff fehlt, ist der Betroffene körperlich immer weniger belastbar. Es kommt zum Beispiel beim Bergaufgehen leichter zu Atemnot. Schon eine einfache Treppe kann dem langjährigen Raucher ungeahnte Schwierigkeiten und „Luftnot“ bereiten.
Bei langjähriger Raucherlunge/COPD kann es auch zu einem deutlichen Gewichtsverlust kommen, vor allem die Muskeln an Armen und Beinen werden sichtbar dünner. Es kommt dann häufig auch zu erheblichen Bronchitiden im Jahresverlauf, vor allem im Winterhalbjahr. Leider liegen bei Rauchern auch häufig noch andere Erkrankungen vor, wie Herz-oder Nierenkrankheiten oder schwere Arthrosen.

Was passiert, wenn nach langen Jahren das Rauchen beendet wird?
Falls bereits eine chronisch obstruktive Bronchitis (Raucherlunge) besteht, ist diese Lunge leider nicht mehr komplett zu retten. Die jahrelang inhalierten Giftstoffe können nicht mehr komplett entsorgt, das langjährige Rauchen kann nicht rückgängig gemacht werden. Auch Jahre nach dem Ende des Rauchens kann sich auch noch eine Raucherlunge entwickeln, die vorher nicht bestand! Der Prozess ist leider fortschreitend, trotz der Beendigung des Rauchens, beim einen mehr, beim anderen weniger. Das Ende der Bewegungsfreiheit kann in fortgeschrittenen Fällen bedeuten, dass die meiste Zeit des Tages mit einem Sauerstoffgerät beatmet werden muss, um noch einfache Bewegungen innerhalb der Wohnung zu ermöglichen. Ist das „der Duft der großen weiten Welt“??
Was folgt daraus? Es ist unbedingt wichtig., frühzeitig mit dem Rauchen wieder aufzuhören, nachdem man es einmal „probiert“ hat. Es ist sogar nicht so schlimm, vorübergehend Übergewicht nach dem Rauchstopp zu entwickeln, wie abzunehmen und weiterzurauchen.


Was sollte ein COPD-Patient bzw. ein Patient mit chronischer Bronchitis im Herbst beachten?
Für solche Patienten wird auf jeden Fall eine jährliche Grippeimpfung empfohlen, da eine erhöhte Gefährdung für schwere Atemwegsinfekte und Lungenentzündungen besteht. Weiterhin wird auch zumindest einmalig, je nach Verlauf auch alle sechs Jahre, zu einer Impfung gegen Pneumokokken )(Lungenentzündung) geraten.


Wie kann die COPD behandelt werden?
Nach einer eingehenden Diagnostik, zu der eine Lungenfunktionsprüfung gehört, kann -auch in Zusammenarbeit mit dem Lungenarzt – dem Betroffenen mit verschiedenen inhalierbaren Medikamenten/Dosiersprays das Leben erleichtert werden. Eine Heilung ist nicht mehr möglich, jedoch kann die körperliche Belastbarkeit so häufig verbessert werden.. All dies ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, solange der Betroffene das Rauchen nicht lassen kann.


Welche Hilfen gibt es, um das Rauchen aufzuhören?
Viele Krankenkassen und andere Organisationen bieten Raucherentwöhnungskurse an. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Atemwegserkrankung abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.