Asthma und COPD – hyperreaktive Bronchien

„Frau Doktor, ich huste nun schon seit Wochen. Vor drei Wochen hatte ich Fieber, seitdem geht der Husten nicht mehr weg. Ich habe noch Reizhusten, vor allem bei Anstrengung und beim längeren Reden. Ich habe Angst. Habe ich nun eine chronische Bronchitis?“
Wenn ein Patient solche Beschwerden hat, sollte abgeklärt werden, ob es sich lediglich um gereizte (hyperreaktive Bronchien) nach einem Infekt oder um eine schwerwiegendere Ursache handelt. Das muss dann jeweils anders behandelt werden.

Hyperreaktive Bronchien mit Reizhusten treten gern bei Heuschnupfen-Betroffenen auf. Sie entstehen durch eine anfängliche Reizung der Atemwege, zum Beispiel durch ein Virus bei einer Erkältung. Die Schleimhaut der Atemwege kann entzündlich verändert und gereizt bleiben, vor allem bei Allergikern. Es wird verstärkt Schleim produziert von den Oberflächenzellen. Daher kommt zu einem länger dauerndem Reizhusten als gewöhnlich. Dies ist für den Betroffenen oft sehr störend. Es handelt sich dabei noch nicht um Asthma, und schon gar nicht um eine chronische Bronchitis oder eine sogenannte COPD.


Was kann dagegen helfen?
Ein Antibiotikum hilft dagegen nicht, denn die akute Phase der Erkältung ist schon überwunden. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel wieder gut, das Abhören der Lunge beim Arzt ist typischerweise unauffällig. Es geht nun darum, die innerlich noch entzündete Luftröhre und Bronchien vollends zu beruhigen. Dazu können je nach Befund hilfreich sein:
Ein kortikoidhaltiges Dosierspray oder-pulver zum Inhalieren für 2-3 Wochen in absteigender Dosierung, morgens und abends vor dem Essen anzuwenden. Dieses Mittel muss vom Arzt rezeptiert werden. Es wirkt nicht sofort, sondern erst nach ein paar Tagen richtig.
Homöopathische oder pflanzliche Mittel können unterstützend eingesetzt werden. Oft helfen gegen den Reizhusten, bis das Kortikoid wirkt, auch einfache Hustenbonbons.
Trinken steigert die Sekretverflüssigung und nimmt den Hustenreiz. Allerdings wird ein übermäßiges Trinken (mehr als 2 Liter pro Tag) nur empfohlen bei wirklich „ausgetrockneten“ (exsikkotischen) Patienten, die keine Herzschwäche haben. Sonst kann eine Ödembildung und Wasser in der Lunge begünstigt werden. Hustentechnik: Nicht heftig abhusten, das reizt die Luftröhre/Bronchien noch mehr. In Sakkaden-stoßförmig-vorsichtig abhusten, am besten dabei mit der Hand auf dem oberen Brustkorb gegenhalten.
Akupressur, z.B. KG 17 (Mitte Brustbein, in Brustwarzenhöhe) KG 22 (Kuhle am unteren Halsende). Diese Akupressur kann selbständig bei Hustenreiz durchgeführt werden.

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