Hyperreaktive Bronchien, Reizhusten

Ein Patient kommt zu mir in die Sprechstunde: „Frau Doktor, ich huste nun schon seit Wochen. Vor drei Wochen hatte ich Fieber, seitdem geht der Husten nicht mehr weg. Ich habe noch Reizhusten, vor allem bei Anstrengung und beim längeren Reden. Sonst fühle ich mich insgesamt besser.“ Der Patient möchte wissen, was ihm helfen könne. Ein Antibiotikum?
Hyperreaktive oder hyperreagible Bronchien treten gern bei Heuschnupfen-Betroffenen auf. Sie entstehen durch eine anfängliche Reizung der Atemwege, zum Beispiel durch ein Virus bei Atemwegsinfekt (Erkältung). Die Schleimhaut der Atemwege bleibt entzündlich verändert, es wird verstärkt auch Schleim produziert von den Oberflächenzellen. Es kommt dabei zu einem längeren Reizhusten als gewöhnlich bei einer Erkältung, für den Betroffenen oft sehr störend. Es handelt sich dabei noch nicht um Asthma, und schon gar nicht um eine chronische Bronchitis oder COPD.

Was kann dagegen helfen?


Ein Antibiotikum hilft dagegen nicht, denn die akute Phase ist schon überwunden. Das Abhören der Lunge ist meist unauffällig. Es geht nun darum, die Entzündung der Atemwege vollends zu beruhigen. Dazu können hilfreich sein:

1) Schulmedizinisch: ein kortikoidhaltiges Spray zum Inhalieren für 2-3 Wochen in absteigender Dosierung

2) homöopathisch: Spongia, Drosera und ähnliche Substanzen, in niedriger Potenz (D6-D12)

3) Trinken steigert die Sekretverflüssigung und nimmt den Hustenreiz

4) Hustentechnik: Nicht heftig abhusten, das reizt die Luftröhre/Bronchien noch mehr. In Sakkaden-stoßförmig-vorsichtig abhusten, am besten dabei mit der Hand auf dem oberen Brustkorb gegenhalten.

5) Brustwickel, z.B. mit Kartoffel oder einfach mit ätherischen Ölen und anschließender Wärmeapplikation (Wärmflasche, Dinkelkissen).

6) Akupressur, z.B. KG 17, KG 22. Diese Akupressur kann selbständig durchgeführt werden.

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