Sodbrennen

Unter Sodbrennen leiden sehr viele Menschen in unsere deutschen Bevölkerung.
In der hausärztlichen Praxis leidet darunter – gefühlt
etwa jeder dritte bis vierte Patient. Darunter versteht man ein unangenehmes Brennen hinter dem Brustbein bzw. im unteren Rachenbereich. Teilweise ist das Sodbrennen auch mit einem Aufstoßen von saurem Mageninhalt verbunden.

Welche Ursache haben die Beschwerden?
Die Magensäure hat eine sehr sinnvolle Aufgabe, nämlich bestimmte schädliche Stoffe aus der Nahrung zu neutralisieren, einer Infektion des Magen-Darm-Traktes mit gefährlichen Keimen vorzubeugen und Proteine für die weitere Verdauung vorzubereiten.
Bei vielen Menschen (meines Wissens ca. 50 %) schließt der obere Mageneingang nicht richtig. Daher kann die Magensäure beim Bücken und auch im Liegen die Speiseröhre wieder hochlaufen und dann Beschwerden (Sodbrennen) verursachen.
Allerdings treten bei einigen Personen, die ebenfalls einen offenen Mageneingang (Kardiainsuffizienz) haben, seltsamerweise keine Beschwerden auf. Es ist noch nicht ganz klar, warum manche Menschen Beschwerden haben und manche nicht. Bei manchen Menschen findet man bei der Magenspiegelung auch gar keine Ursache des Sodbrennens, obwohl sie unter heftigem Sodbrennen leiden.

Wie kann man das Sodbrennen genauer untersuchen?
Genau, das steht schon oben, nämlich mit einer Magenspiegelung. Die Magenspiegelung wird in der Regel von Gastroenterologen durchgeführt. Dabei wird der Patient auf die linke Seite gelegt. Der Rachen wird mit einem Spray anästhesiert, damit der Würgereflex das Schlucken des (heutzutage sehr dünnen) Schlauches nicht behindert. Dann wird der Schlauch in die Speiseröhre und den Magen eingeführt.
Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft und dauert ca. fünf Minuten bis eine Viertelstunde. Bei der Magenspiegelung werden regelmäßig Biopsien entnommen zur Untersuchung des Gewebes, um zum Beispiel eine Infektion mit einem bestimmten Bakterium (Helicobacter pylori) auszuschließen (s. dort).

Was kann man gegen Sodbrennen tun?
Eine bestimmte Diät gegen Sodbrennen existiert leider noch nicht. Provozierend wirken zum Beispiel Alkohol, Kaffee, Schokolade, fettreiche Ernährung, Schwangerschaft. Generell hilft es, abends nicht zuviel zu essen und nicht zu spät. Bei nächtlichem Sodbrennen kann eine Kopfhochlagerung helfen, sofern sie in der Realität durchführbar ist.
Heutzutage werden häufig sogenannte Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Pantoprazol) eingesetzt. Das sind Medikamente, welche die Sekretion von Magensäure unterdrücken. Sie sind wirksamer als die bisherigen Medikamente. In der Regel werden sie auf nüchternen Magen morgens eingenommen, bei manchen Betroffenen helfen sie aber besser zur Nacht.
Nahezu jeder Patient, der aus der Klinik kommt, wird mit einem Protonenpumpenhemmer entlassen. Nach Meinung von uns Hausärzten passiert dies etwas zu oft; in diesem Fall sind wir uns mit den Krankenkassen einig.
Protonenpumpenhemmer (PPIs) haben nämlich auch Nachteile: Sie mindern die Aufnahme von einigen Medikamenten; vor allem aber blockieren sie die Aufnahme von Eisen und Calcium. Unter langjähriger Einnahme von PPIs wurde bereits ein vermehrtes Vorkommen von Osteoporose festgestellt.
Bei Patienten mit regelmäßigem Sodbrennen sollten PPIs anfangs zwar regelmäßig, danach aber nach Bedarf („on demand“) eingenommen werden. Häufig sind auch regelmäßige Kontrollen der Gastroskopie in größeren Abständen erforderlich. Wie häufig diese Kontrollen erforderlich sind, bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.

In Fällen, wo eine Entzündung der Speiseröhre chronisch ist und/oder regelmäßig heftiges Sodbrennen auftritt, kann eine Reflux-OP beim Chirurgen durchgeführt werden. Dabei wird sozusagen ein lockerer Knoten um den oberen (offenen) Mageneingang gemacht. Auch in diesen Fällen, die in 80 bis 90% erfolgreich sind, sind anschließend oft PPIs weiter erforderlich, wenn auch in deutlich vermindertem Umfang.

Einfachere Maßnahmen, wie pflanzliche Tropfen gegen Gastritis, Heilerdekapseln,
Milchgenuss, Magnesiumsalze sind manchmal auch wirksam.
Auch Abnehmen bringt häufig eine Besserung des Sodbrennens. Sodbrennen ist auch teilweise eine Zivilisationskrankheit und daher bei Übergewichtigen häufig anzutreffen.
Besonders wichtig ist bewusster Umgang mit Stress, da auch Stressfaktoren über eine Triggerung von Adrenalin zu erhöhter Magensäureproduktion führen. Entspannung tut da manchmal gut.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Refluxkrankheit abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.