Erkältungen selbst behandeln – Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)

Wenn Sie einen Druck in den Wangen oder der Stirn verspüren, wenn Sie sich nach vorn bücken und der Schnupfen eher zähflüssig ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine akute Nasennebenhöhlenentzündung. Es ist nicht erforderlich, dann sofort Antibiotika einzunehmen. Antibiotika helfen nicht unbedingt zu einer schnelleren Beschwerdefreiheit. Eine Sinusitis heilt bei drei von vier Erkrankten auch ohne Antibiotika innerhalb von zwei Wochen ab. Dafür können Sie folgendes tun:
Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.
Machen Sie eine Raucher-Pause; Rauchen schädigt die Schleimhäute.
Bei Schmerzen können Sie sich rezeptfrei Paracetamol oder Ibuprofen besorgen.
Zum Abschwellen kann vorübergehend ein frei verkäufliches Nasenspray benutzt werden;  häufig reicht die Kinderdosierung dabei auch für Erwachsene aus, um die Nase wieder frei zu bekommen. Die Anwendung sollte unbedingt auf 5-7 Tage beschränkt bleiben. Zwischendrin kann ein salzhaltiges Nasenspray Linderung bringen, damit Sie sich nicht an das stärkere Nasenspray (in der Regel oxymetazolinhaltig) gewöhnen.
Am  Naseneingang kann Bepanthensalbe oder Vaseline einerm Wundwerden der Haut abhelfen..
Vermeiden Sie sehr heftiges Schneuzen; dadurch könnte wieder Sekret in die Nasennebenhöhlen gedrückt werden!
Ätherische lindernde Öle gibt es in vielen Kapsel-und Inhalatformen.
Inhalationen mit 42-27° warmem Dampf (mit oder ohne ätherische Öle) können die Beschwerden mindern. Vorsicht vor zu heißen Inhalationen!
Eine Befeuchtung der Nasenräume mit salzhaltigen Sprays oder die sogenannte „Nasendusche“ mit salzhaltiger, warmer Spülung sind vor allem  bei chronischen Nasennebenhöhlenproblemen hilfreich.
Eine lokale Akupressur (Gesichtspunkte) kann sehr hilfreich sein, um die Nase „freizukriegen“.
Lokale Wärme auf die Nebenhöhlen ist oft schmerzlindernd. zum Beispiel in Form von warmen Auflagen aller Art. Die einfachste Maßnahme ist, ein warmes hartgekochtes Ei  in der Schale auf die schmerzende Nebenhöhle aufzulegen.
Falls die o.g. Maßnahmen tatsächlich nach mehreren Tagen nicht helfen, kann der Arzt Ihnen antiallergische Nasensprays und unter Umständen auch Antibiotika verschreiben.

Mittelohrentzündung
Bei einer Mittelohrentzündung ist der Tragus (Knorpel vorn vor dem Gehörgang) oft druckschmerzhaft beim vorsichtigen Tasten, auch bei Kindern, die noch nicht selbst sprechen können. Eine Mittelohrentzündung, bedarf in der Regel keiner antibiotischen Behandlung. Die Gabe von Antibiotika verringert die Schmerzen nicht und verhindert nicht eine erneute Mittelohrentzündung. Sie hat keinen positiven Einfluss auf das Hörvermögen.
Antibiotika können gegeben werden, wenn die Ohrenschmerzen oder das Fieber länger als zwei Tage bestehen oder schwere Beschwerden (z.B. Benommenheit, Schmerzen im Nackenbereich) auftreten.


Was können Sie selbst tun?
Geben Sie Ihrem Kind genug zu trinken, wenn es eine Ohrenentzündung hat. Auch fiebernde Kinder brauchen mehr Flüssigkeit.
Zwiebelsäckchen wirken wohltuend; eine halbe Zwiebel klein hacken, ohne Fett oder in der Mikrowelle andünsten und in einem dünnen Säckchen oder Waschlappen angewärmt auf das schmerzende Ohr legen.
Wadenwickel: Bei Fieber werden Tücher in Wasser-etwas kälter als die Körpertemperatur, ca. 30°-ausgewrungen und um die Beine gewickelt vom Knöchel zum Knie. Die warmgewordenen Tücher zwei-bis dreimal erneuern und dann entfernen. Keine Wadenwickel bei kalten Füßen!
Eine vorübergehende Hörminderung kann durch einen Unterdruck im Mittelohr oder Flüssigkeit im Mittelohr entstehen und zwei bis drei Wochen anhalten.
Wichtig ist eine Schmerzlinderung. Paracetamol, Ibuprofen oder auch einfache Ohrentropfen können hilfreich sein. Alle diese Mittel sind frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich.
Nasentropfen oder Spray wirken abschwellend für die Gänge. Homöopathika können hilfreich sein, als Globuli oder als Ohrentropfen gegeben.
Bei Säuglingen, sehr kranken Kindern und Kindern, die am Ohr bereits operiert sind, gelten die o.g. Empfehlungen ausdrücklich nicht! Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrem Arzt nach.

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Eine Antwort zu Erkältungen selbst behandeln – Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)

  1. claudia schreibt:

    Zusätzlich Otovowen bei Mittelohrentzündung hilft Wunder.

    Einen schönen Tag.

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