Eichenprozessionsspinner

Seit Beginn der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, sehr verstärkt aber seit 2003 gibt es eine neue Krankheit, die sich zunehmend vorwiegend in Süddeutschland ausbreitet: eine Kontakt-Urtikaria (Nesselsucht) durch Raupenhaare. Der Eichenprozessionsspinner ist vor allem von Mai bis Juli aktiv. Kontakte kann es zum Beispiel beim Joggen, Holzhacken oder beim Aufenthalt an Baggerseen geben.
Der Eichenprozessionsspinner bildet Raupen, die von vielen feinen Härchen umgeben sind. Die Haare können bis zu 200 m weit fliegen und sich im Unterholz ablagern.
Gelangen diese Haare auf die Haut, z.B. durch einen Windstoß oder beim Holzspalten, haften sie fest daran. Dadurch werden Entzündungsstoffe freigesetzt (z.B. Histamin). Es entstehen äußerst heftig juckende Quaddeln. Diese treten vorzugsweise an den unbedeckten Körperstellen auf, z.B. an der Innenseite der Unterarme, im Nacken oder auch im Bauchbereich.
Gefährlich wird es vor allem, wenn die Raupenhaare versehentlich eingeatmet werden. Dann kann es zu heftiger Atemnot und Hustenreiz kommen.

Wie kann der Eichenprozessionsspinner-Ausschlag behandelt werden?

Der Betroffene kann sofort duschen mit Kopfwäsche, um die Haare zu entfernen. Kratzen verschlimmert die Sache, denn durch Kratzen werden die Haare noch tiefer in die Haut eingebracht. Das sollte also tunlichst vermieden werden. Zusätzlich kann der Arzt kortikoidhaltige Salben zur Beruhigung der Hautausschläge aufschreiben sowie antiallergische Tabletten bzw. Tropfen.
Bei Beteiligung der Atemorgane sind inhalative Kortikoide und spasmus-lösende Asthmasprays erforderlich.

 
View: „Raupenhaare lösen Kontakturtikaria aus“ (Ärzte-Zeitung )
„Eichenprozessionsspinner: Raupen als Krankheitserreger“ (Prof. Dr.med. Harald Maier, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Wien)
Eichenprozessions-Spinner: Raupen als Allergieauslöser (chirurgie-portal)

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4 Antworten zu Eichenprozessionsspinner

  1. mh schreibt:

    Guten Tag, die Kurzbeschreibung trifft es sehr gut. Ich selbst habe mir vor drei Tagen offenbar die Härchen „eingefangen“, als ich (Buchen-)Holz angeliefert bekam (also Brennholz) und die Scheite umlagerte udn aufschichtete (viel „Körperkontakt“!).

    Den stark juckenden, nahezu ganzkörperlichen Ausschlag lasse ich seit gestern durch die Klassische Homöopathie behandeln. Mein Arzt (Allgemeinmediziner, praktiziert als Homöopath) gab mir das Mittel Rhus tox. in der M-Potenz.

    Das Jucken lässt allmählich nach. Der Ausschlag scheint langsam zurückzugehen, aber ich rechne damit, dass man Geduld braucht, bis alles wieder abgeklungen ist.

    Alles in allem eine unangenehme Geschichte. Erträglich, aber sehr lästig. Glücklicherweise gab es bei mir wohl keine Beeinträchtigung der Atemorgane.

    Ich befürchte nun, dass ich im Herbst/Winter, wenn das Brennholz an den Ofen getragen und kleiner gehackt werden muss, erneute Probleme mit Ausschlag und Juckreiz bekommen könnte. Lässt sich wohl leider nicht vermeiden.

  2. Sylvia Käse schreibt:

    Ich habe auch die Eichenspinner Allergie. Meine Tochter und mein Vater haben sie auch. Ich habe mich so lange gejukt, bis jetzt eine große offene Wunde entstanden ist. Das heißt das es eine Nabe gibt. Also ich rate euch, nicht so viel zu gucken! Am besten ist, wenn ihr duscht und alle haare so weit entfernt! Als ich hier die Nachrichten gelesen habe, bin ich sofort unter die Dusche gespungen, und hab mich erst mal gründlich geduscht. In der Apotheke gibt es Fenestil mit Kotison. Ich werde es mir kaufen und schauen, ob es hilft.
    Naya!
    Bis dann, eure Sylvia Käse!

  3. Maria Bartnik schreibt:

    Hallo! Ich habe seit 3 Tagen diesen Auschlag. Zuerst dachte ich, es seien Mückenstiche, aber die Stiche wurden immer mehr. Mein zweiter Gedanke war Allergie. Komisch war aber, daß diese Allergie an den Füßen begann. Das ist für Allergien nicht üblich. Wir haben einen Hund und sind oft im nahegelegenen Wald Spazieren. Als ich von den Eichenprozessionspinner-Raupen gelesen hatte ging mir ein Licht auf. Ich habe mich kundig gemacht und kann nur raten, sofort Duschen, Kleider auch sofort waschen und auf keinen Fall kratzen!!!!!

    Medikament: Prednisolon 20mg von Jenapharm Tabl.

    Hunde können auch davon befallen werden. Ich wunderte mich weshalb unser Labrador seine Pfoten ständig angeknabbert hat.

    In den örtlichen Wochenblättern kamen auch Berichte über diese Raupen. Jetzt lässt man die Bäume absaugen. Ich frage mich nur ob das wirklich was hilft! Die Härchen dieser Raupen können zum 1. vom Wind in die Gärten weitergetragen werden und zum 2. 5-7 Jahren bestehen. Vielleicht sollten sich die Gemeinden doch etwas anderes einfallen lassen, denn schließlich spielen ja auch viele Kinder im Wald und in den Gärten.

    Mfg

  4. Reibold Helga schreibt:

    Hallo, auch ich hatte Probleme mit Stichen? am Rücken.Nun scheint es der Eichenspanner zu sein.
    Kortison half nicht. Wir erinnerten uns an ein altes Haus-
    mittel. Spitzwegerich ,wächst auf jeder Wiese!
    Erst kleingeschnitten ,dann in der Moulinette zerkleinert,
    schließlich noch ein Teelöffel Wasser dazu. Das Ganze in ein Taschentuch gelegt und etwas gepreßt.Im Kühlschrank in einer Dose aufbewahrt.
    Bei Juckreitz auf die entsprechende Stelle getupft.
    Eine Wohltat,das Jucken ließ nach und die Entzündung ging nach ca. 2 Tagen zurück.

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