Blutdruck – Bluthochdruck

Normale Blutdruckwerte liegen maximal bei 140/90 mm Hg. Dabei bezeichnet man den oberen Wert, z.B. 140 mm HG, als systolischen Blutdruckwert, den unteren, z.B. 90, als diastolischen Blutdruckwert.
Optimal liegt der obere Wert < = 120 mm HG, der untere Wert < = 80 mmHG.
Bei Diabetikern sollte der Blutdruck niedriger liegen als bei Nichtdiabetikern, also maximal bei 130/85 mmHg.
Ein Bluthochdruck liegt vor, wenn bei mindestens zwei Blutdruckmessungen in Ruhe (d.h. nach fünf Minuten Sitzen) an zwei unterschiedlichen Tagen Werte von > 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch gemessen werden. Bei ca. 90 % der Patienten findet man keine weitere organische Ursache für den Bluthochdruck. Allerdings besteht bei vielen Blutdruck-Patienten ein deutliches Übergewicht.
Häufig tritt ein Bluthochdruck (Hypertonie) familiär gehäuft auf, also die Eltern oder Geschwister haben/hatten bereits eine Hypertonie. Familiär gehäuft finden sich auch Schlaganfälle und Herzinfarkte.
Weitere Risikofaktoren außer Übergewicht, familiäre Belastung: Rauchen, Alkohol, Stress, übermäßiger Kochsalzkonsum.
Medikamente können ebenfalls Bluthochdruck auslösen: z.B. Diclofenac, Kortison. „Die Pille“ hat nicht mehr die Bedeutung bei der Auslösung von Bluthochdruck, da bei den modernen Kontrazeptiva der Östrogengehalt zu niedrig ist, um einen Bluthochdruck auszulösen.
Eine organische Ursache für einen Bluthochdruck findet sich nur bei ca. 5 % der Patienten. Bei Vorliegen auf einen organisch bedingten Bluthochdruck wird der Arzt verschiedene Werte untersuchen im Labor. Ein Ultraschall kann außerdem Hinweise auf die Ursachen eines Bluthochdrucks geben.

Zeichen für Bluthochdruck
:
– Kopfschmerzen, meistens im Nacken oder frontal (Stirn). Diese können insbesondere morgens beim Aufwachen oder im Laufe des Tages auftreten.
– Schwindel
– Leichte Ermüdbarkeit
– Herzklopfen
– Vermehrte Atemnot bei körperlicher Belastung (mehr als früher)
– Engegefühl im Brustkorb
– Nächtliches Wasserlassen
– Häufiges Nasenbluten
– Impotenz
– Vorübergehende Sehstörungen

Blutdruckmessung:
Sie können selbst den Blutdruck messen. Das Blutdruckmessgerät, dass Sie benutzen, sollte ein Prüfsiegel der deutschen Hochdruckliga besitzen. Empfohlene Messgeräte finden Sie unter http://www.hochdruckliga.info/.
Die Messung sollte in einer ruhigen Umgebung erfolgen. Stress, Umgebungstemperatur, Alkohol und Nikotin verändern die Werte.Beim ersten Arztbesuch sollte der (erhöhte) Wert an beiden Armen gemessen werden. Bitte bringen Sie Ihre zu Hause gemessenen Blutdruckwerte mit Uhrzeit zu Ihrem Arzt mit. Das ist besonders auch wichtig für Patienten, bei denen in der Praxis ein erhöhter Blutdruck auftritt, die sogenannte „Weißkittelhypertonie“.

Diagnostik beim Arzt:
Der Hausarzt misst ebenfalls wiederholt den Blutdruck, um eine Hyper- bzw. Hypotonie herauszufinden und herauszufinden, wie sie behandelt werden muss.
Hilfreich dabei sind auch folgende Methoden:
Insbesondere auch für Leute, die sich körperlich belasten, ein Belastungs-EKG. Dabei können Blutdruckspitzen, Herzrhythmusstörungen und Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße bei körperlicher Belastung entdeckt werden.

Langzeit-Blutdruckmessung
(24-h-Blutdruckmessung):
Eine Langzeit-Blutdruckmessung ist insbesondere indiziert bei
– fraglichem Bluthochdruck sowie bei Patienten mit „Weißkittelhypertonie“ (s. oben)
– zur Verlaufskontrolle bei Patienten mit Bluthochdruck; dabei ist besonders der nächtliche Blutdruckabfall sowie auftretende Blutdruckspitzen wichtig.
– Verdacht auf nächtlichen Bluthochdruck
– schwierig zu behandelnder Bluthochdruck
– niedrigem Blutdruck (Hypotonie)
– Diabetikern
Nicht durchgeführt werden sollte diese Messung bei Patienten mit Gerinnungsstörungen (z.B. Marcumar) wegen der Gefahr von Blutergussbildungen, sowie nur mit besonderer Vorsicht bei Patienten mit Rhythmusstörungen, M. Parkinson oder anderen Erkrankungen, die mit einem Zittern der Armmuskeln einhergehen.
Die Langzeit-Blutdruckmessung ist eine wertvolle Messmethode, die ihren Einzug in die tägliche Diagnostik und Therapieüberwachung gefunden hat.

View: Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus)
Patientenleitlinie Bluthochdruck (=Arterielle Hypertonie)
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