Fruktoseintoleranz

Obst gilt als Inbegriff gesunder Ernährung. Kampagnen wie „Five a Day“ fordern zu Recht, Obst in ausreichender Menge zu genießen. Nicht allen Menschen bekommt Obst jedoch gleich gut:
Etwa die Hälfte aller Erwachsenen kann täglich nicht mehr als 25 g Fruktose im Darm absorbieren (aufnehmen). Schon ein Apfel (200 g) enthält aber bereits 11,5 g Fruktose. Auch bei Patienten mit sogenanntem „Reizdarmsyndrom“ liegt häufig eine Fruktoseunverträglichkeit (Fruktoseintoleranz) vor.

Wie entstehen die Beschwerden?
Bei der Fruktoseintoleranz liegt ein angeborener (selten) oder erworbener (häufig) Mangel des Transportproteins Glut-5 vor. Dies schleust Fruktose aus dem Darm durch die Schleimhautzellen ein in den Körper. Das führt dazu, dass Fruktose vermehrt im Darm bleibt und schließlich in den Dickdarm gelangt. Dort wird sie von den dort ansässigen Bakterien zu Wasserstoff, Kohlendioxid, Methan und kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechselt.
Die Folge davon sind
· Schmerzen im Unterbauch,
· Blähungen,
· Völlegefühl,
· Übelkeit nach dem Essen,
· Durchfall,
· teilweise auch depressive Verstimmungen.

Wie wird die Fruktoseintoleranz festgestellt?

Der im Dickdarm produzierte Wasserstoff gelangt auch ins Blut und schließlich in die Atemluft. Daher kann auch mit einem sogenannten „Wasserstoff-Atemtest“ die Fruktosemalabsorption gemessen werden. Dabei wird eine bestimmte Menge von Fruktose auf nüchternen Magen getrunken. Kommt es nach mehreren Messungen zu einem Anstieg des Wasserstoffs in der Ausatemluft, so kann damit eine Fruktoseunverträglichkeit (mangels fehlendem Transportprotein) nachgewiesen werden.
Patienten mit Fruktoseintoleranz fallen besonders durch die Unverträglichkeit von Äpfeln auf. Bananen hingegen werden häufig besser vertragen. Das liegt an der unterschiedlichen Verteilung von Fruchtzucker und Glukose in den Früchten.

Tipp:
Fruktosereiche Früchte werden meist besser nach einer reichhaltigen Mahlzeit vertragen. Auch zusammen mit Zucker (Glukose) wird Fruktose besser vertragen.
Zusätzlich sollte ein Mangel an Zink und Folsäure vermieden werden.
Die depressiven Verstimmungen können aus folgendem Grund gehäuft auftreten: Bei Fruktoseintoleranz wird vermutlich die Aufnahme von Tryptophan aus dem Darm ins Blut unterdrückt. Durch den Mangel an Tryptophan wird die Bildung des „Glückshormons“ Serotonin beeinträchtigt, so dass leichter Depressionen entstehen können.
Zinkmangel: auch die Aufnahme von Zink kann beeinträchtigt werden. Symptome von Zinkmangel sind häufige Erkältungen aufgrund einer geschwächten Immunabwehr, Haar-und Nagelprobleme.
Das Spurenelement Zink kann auch durch tierische Lebensmittel, z.B: Leber, Milch und Eier, Vollkornprodukte, ersetzt werden. Kombinationen von Zink mit Folsäure für Fruktoseintoleranzpatienten sind in Apotheken erhältlich.

Spezielle Ernährungstipps
für Fruktoseintolernanz-Patienten finden sich in diversen Büchern. Wertvolle Tipps enthält z.B. das Buch von Thilo Schleip, Fruktoseintoleranz.


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Eine Antwort zu Fruktoseintoleranz

  1. Bastian Müller schreibt:

    Ich hatte auch Probleme mit einigen Lebensmitteln, die ich durch eine Laser-Therapie in Griff bekommen habe

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