Darmspiegelung als Vorsorge gegen Darmkrebs

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, kann durch regelmäßige Checks und gesundes Verhalten wesentlich gesenkt werden. Dazu gehören:

Gesunde Ernährung:
Wenig rotes Fleisch (Schwein, Rind), reichlich Vitamine und Ballaststoffe, reichlich Gemüse und frische Salate. Eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr von 15 auf 35 g täglich senkt das Darmkrebsrisiko um 40 Prozent. Ob Vitamintabletten (z.B. Vitamin C) allerdings das Darmrisiko senken, dazu gibt es keine gesicherten Untersuchungen. Es wird jedoch vermutet, dass ASS in kleinen Dosierungen einen schützenden Effekt hat.

Günstiger Lebensstil:
Nicht rauchen, kein Übergewicht (BMI bis 25 kg/m²), wenig Alkohol, Bewegung: mindestens 3 x 30 Minuten pro Woche. Wer vier- bis fünfmal in der Woche Sport treibt, hat ein ca. 50 Prozent geringeres Risiko, Darmkrebs zu entwickeln.

Teilnahme an der Vorsorge:
Hier sind die Frauen an der Front und die meisten Männer leider noch sehr zögerlich. Die Kassen bezahlen ab dem 55. Lebensjahr zweimal eine Darmkrebsuntersuchung. Diese ist wesentlich aussagekräftiger als die Stuhlbriefchen, mit denen leider nur ein geringer Teil der (blutenden) Darmpolypen erkannt werden kann.
Auch mit anderen Untersuchungen kann nur ein Teil der (womöglich bösartigen) Polypen erkannt werden. Sicher ist nur die Koloskopie, bei der die Polypen dann auch gleich entfernt und feingeweblich untersucht werden können.
Wenn ein Familienangehöriger schon an Darmkrebs erkrankt ist, sollten Angehörige zehn Jahre vor dem Alter, an dem derjenige an Darmkrebs erkrankte, bereits eine Darmspiegelung (Koloskopie) machen lassen, spätestens aber mit 50 Jahren.
Das Darmkrebs-Risiko ist weiterhin besonders erhöht bei Typ-2-Diabetikern. Spätestens vor der Einstellung auf Insulin sollte eine Koloskopie stattfinden, da das Insulin die Entstehung von Polypen fördern kann. Patienten, die bereits länger als acht Jahre eine Colitis ulcerosa haben, sollten im 1-2–Jahres-Abstand koloskopiert werden.
Wenn ein Polyp oder sogenanntes Adenom im Darm entdeckt wird, kann es im Frühstadium schon abgetragen werden, so dass aus dieser Vorstufe mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Krebs mehr entstehen kann.
Auf der Homepage der Ärztezeitung finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Darmkrebs.

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2 Antworten zu Darmspiegelung als Vorsorge gegen Darmkrebs

  1. Velic schreibt:

    Sehr geehrte Fr. Dr. Zenle,

    das ich wieder Probleme habe mit Verstopfung möchte ich gerne Termin für Coloskopie machen. Überweisung habe ich schon, nun weis ich nicht wer macht so etwas. Können Sie mir Praxis empfehlen?

    Danke für Ihre Aufmerkseimheit

    Freundliche Grüße

    Seida Velic

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