Reisemedizin für Senioren: Tipps für gutes Reisen (2)

Reisen mit Lungenerkrankungen

Alle akuten Erkrankungen der Lunge führen zu Flugreiseuntauglichkeit, z.B. Bronchitis, auch Sinusitis.
Lungenkranke: können fliegen, wenn die Lungenfunktion stabil ist (eine Treppe steigen)
Asthma: trockene Luft und Enge des Raumes begünstigen Asthmaverschlechterung; vorher am besten die Dauermedikation erhöhen; im Handgepäck: Notfallspray zur Atemwegserweiterung. Im Notfall steht medizinischer Sauerstoff an Bord bereit, aber Achtung: nur beschränkter Vorrat! Auch sonst sind die meisten medizinischen Notfallmedikamente an Bord.
Lungenemphysem: Vitalkapazität = 3 l. Achtung: Emphysemblasen können platzen – Gefahr des Pneumothorax; z.B. bei langjährigen Rauchern.

Flugreisen nach Operationen
Bauchoperationen: feste Narbenverhältnisse sind wichtig.
Mindestens zwei Wochen sollten z.B. nach einer Leistenbruchoperation vergehen.
Gallenblase-OP: nach sechs Wochen. Beim Aufsteigen in der Luft kommt es zur Ausdehnung der Darmgase, die Narbe kann platzen!
Bauchspiegelung: mindestens zehn Tage abwarten bis zum Flug.
Stomaträger: unmittelbar vor Antritt der Flugreise für Entleerung sorgen.

Was ist bei Kreuzfahrten zu beachten?

Sonnenschutz an Deck
Mittel gegen Reiseübelkeit
Durchfallmittel mitnehmen

Flugreisen für Senioren – Voraussetzungen

Der Druck in der Flugkabine entspricht dem Druck in 1800-2500 m über Meereshöhe. D.h. verringerter Sauerstoffanteil der Luft (Sauerstoffmangel – Schläfrigkeit der Passagiere). Umluft im Flugzeug: 40 %. Trockene Luft: 0.9% NaCl-Lösung.
Mangelnde körperliche Bewegung – die Thrombosegefahr steigt. Gegenmaßnahmen: häufiges Aufstehen und Gehen im Gang sowie ausreichend Flüssigkeitszufuhr; Kompressionsstrümpfe (Kl.1-2).
Bei starken Krampfadern, früher aufgetretenen Thrombosen oder sogar Lungenembolien sollte unbedingt eine Heparin-Gabe erfolgen (auf grünes Rezept, keine Kassenleistung).

Reisen in die Berge

Sonnenschutz (Faktor 30)
Höhenkrankheit: tritt auf nach 12 Stunden über 2500 m; Symptome: Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindel
Vorsicht bei Herz-Lungen-Erkrankungen schon bei 2000 m
Vorsicht bei Diabetes: Unterzucker/Metformin
Seilbahnfahren?

Reisen und Erkältungen

Hilft ein Antibiotikum gegen alles?
Schonen z.B. beim Schifahren – lange Besichtigungen auslassen
Pralle Sonne meiden bei Erkältungen.
Tauchen ist nicht möglich bei
– allen akuten Atemwegsinfekten wie Schnupfen, Bronchitis (Trommelfell, Nasennebenhöhlen)
– allen chronischen Lungenerkrankungen (außer wenn normale Lungenfunktion)
– Asthma/COPD (außer symptomfrei mit normaler Lufu)
– Diabetes mellitus
– Loch im Trommelfell, Tubenkatarrh
– Kyphoskoliose
– Pneumothorax in der Vorgeschichte
– Lungenzysten (Cave Spannungs-Pneu)
– Synkopen jeglicher Ursache
– Epilepsie

Erkältungen
(Schnupfen, Tubenkatarrh)
Das Flugzeug steigt – der Druck sinkt, die Gase dehnen sich aus. Bei Sinkflug: Durch den gestörten Druckausgleich entsteht ein zunehmendes Taubheitsgefühl, Ohrdruck bis hin zu heftigen Ohrenschmerzen (blutige Mittelohrentzündung).
Vorbeugung: Möglichst bei Erkältung nicht fliegen; sonst eine Stunde vor dem Sinkflug Druckausgleich durch Nasenspray, Schlucken, Kaugummis, Valsalvamanöver.
Sinusitis: stechende Schmerzen.Grundsätzlich sind Reisemedikamente keine Kassenleistung.


In Teil 3 folgt: Reisen mit Diabetes, Was tun bei Reise-Durchfall?, Checkliste: Was soll man auf eine Reise mitnehmen (Medikamente etc.)? usw. 


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