Sprue (Glutenunverträglichkeit, Zöliakie)

Bei der Sprue oder Zöliakie tritt eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut durch Gliadin auf, die zum Verlust von Darmschleimhaut, insbesondere der sogenannten Zotten führt Diese Veranlagung wird genetisch mit beeinflusst. Sie kann sich bemerkbar machen durch Durchfälle, Blähungen und Bauchkoliken. Weiter können auftreten: Gewichtsverlust, Müdigkeitssyndrom, Übelkeit, Depressionen, Kribbeln in Beinen und Armen, vermehrte Blutungsneigung, Knochenschmerzen, Zyklusstörungen. Diese Symptome sind Folgen der verminderten Aufnahme von Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen im Darmbereich.
Gliadin ist ein Teil von Gluten, dem Weizenklebereiweiß. Gluten kommt vor in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Daher ist es in vielen Nahrungsmitteln enthalten, z.B. in Brot, Nudeln und sonstigen Teigwaren. Der Kontakt von Gluten mit der Schleimhaut des Darmes führt zu einer Abwehrreaktion des Körpers mit örtlicher Entzündung und Zerstörung der Schleimhautzellen.

Diagnostik:
Im Blut können bestimmte Arten von Antikörpern gefunden werden (Antikörper gegen Endomysium sowie Gliadin-Antikörper sowie Gewebetransglutaminase-Antikörper). Diese Untersuchungen fallen aber nicht in allen Fällen eindeutig positiv aus. Endgültig wird die Diagnostik durch eine tiefe Magen-und Zwölffingerdarm-Spiegelung (Gastroduodenoskopie) gestellt, wobei feingewebliche Untersuchungen mit einer nur mm-breiten Zange entnommen werden (Biopsie).
Vor einer solchen Untersuchung sollte keine glutenfreie Diät eingehalten werden, da sonst die Untersuchung nicht eindeutig ausfallen kann.


Die Sprue tritt bei Kleinkindern auf; der zweite Häufigkeitsgipfel ist um das vierzigste Lebensjahr.
Nach der Therapie verschwinden die Antikörper, und die Darmzotten normalisieren sich wieder innerhalb von 4-6 Wochen Es bestehen oft weiter: eine Blutarmut, ein Eiweißmangel im Blut, eine Neigung zu niedrigem Calcium mit erhöhter Osteoporosegefahr, eine Neigung zu vermehrten Blutungen (z.B. Nasenbluten, blaue Flecken).
Bei einer Sprue, vor allem bei einer aktiven Sprue, kann auch der Laktosetoleranztest (Test auf Milch-Unverträglichkeit) positiv ausfallen. Häufig normalisiert er sich wieder nach einer glutenfreien Diät, da die Darmschleimhaut dann normal reagieren kann, wenn sie nicht mehr entzündet ist.
Bei konsequenter Diät sinken die Antikörpertiter innerhalb von 2-12 Monaten auf den Normalwert ab. Dabei sinken die Gliadin- schneller als die übrigen Antikörper ab. Kontrollen der Antikörper werden jährlich lebenslang empfohlen.


Entsprechende Kostvorschläge sind z.B. über folgende Adresse erhältlich: Deutsche Zöliakiegesellschaft, Filderhauptstraße 61, 70599 Stuttgart.
Anfangs sind erforderlich: Ersatz und Zugabe von Kalium, Eisen, Zink, u.Umständen Vitaminen. Fett in der Kost soll in den ersten 3 Wochen nur 30-50 g pro Tag ausmachen, danach 60-80 g/Tag. Bei Fortbestehen von Durchfall soll ein Teil der Fette als mittelkettige Neutralfette gegeben werden. Anfangs ist häufig auch eine laktosefreie Kost wegen Laktosemangel erforderlich. Dieser kann sich später zurückbilden.
Bei solchen Patienten besteht leider auch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von bösartigen Tumoren, z.B. eines Lymphoms im Dünndarm (etwa 40fach), eines Speiseröhrenkrebses (etwa 11fach) oder bösartigen Tumoren im Mund-und Halsbereich (etwa 9fach).
Eine regelmäßige ärztliche Untersuchung (ca. einmal jährlich bei gutem Ergehen) ist daher sinnvoll.


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Kurzinformationen Zöliakie (Sprue)
Glutenunverträglichkeit (Sprue) (netdoktor.de)
Ernährung bei Sprue / Zöliakie

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