Warum ist der Hausarzt wichtig? (3)

Eine 50-Stunden-Woche – Aus dem Alltag eines Hausarztes
Der Tag beginnt um 7.15 Uhr. Da mache ich meine ersten Hausbesuche vor der Sprechstunde. Meistens sind es alte Patienten. Ich überprüfe die medikamentöse Einstellung, den gesundheitlichen Zustand, die familiäre oder sonstige Versorgung.
Um 8.00 Uhr beginnt meine Sprechstunde: Impfberatungen, Gesundheitschecks, akute und chronische Erkrankungen aller Art wie Diabetes, Herz- und Lungenkrankheiten. Ich führe Sonographien, EKGs, Belastungs-EKGs und Lungenfunktionsprüfungen durch, lege Verbände an, stelle die Medikation der Patienten ein, spreche ihnen Mut zu. Außerdem führe ich Erstgespräche in akuten Krisensituationen und schule Diabetiker.
Nach der Sprechstunde folgen in der Regel eine Menge Büroarbeiten: Gutachten, Kassenanfragen, Dateneingabe und Dokumentation, ca. eine Stunde Telefonate. In der Mittagspause finden oft weitere Hausbesuche statt, die aufgrund akuter Erkrankungen meist im Laufe der Vormittagssprechstunde angefordert wurden. Auf dem Handy bin ich in der kurzen Mittagspause trotzdem weiterhin erreichbar.
Nachmittags wieder Sprechstunde bis ca. 18.00 Uhr, mit Nacharbeit bis 18.30 Uhr. Wenn ein Notfall dazwischenkommt, wird es noch ein wenig später.
Während der Woche steht über Nacht eine Rufbereitschaft für Notfälle zur Verfügung, wobei die Hausärzte abwechselnd Dienst machen. Am Wochenende haben die Hausärzte in unserer Region inzwischen in Kooperation mit den einzelnen Kliniken Notfallpraxen als zentrale Anlaufstellen für die Patienten organisiert. Auch in diesen Praxen arbeiten teilweise Hausärzte mit.
Einige Hausärzte betreuen nebenher noch Koronar-Sportgruppen oder Ähnliches.
Regelmäßige Fortbildungen (mehrere pro Monat) sind für die meisten Hausärzte selbstverständlich, um ihre Patienten auf dem aktuellen Stand der Medizin betreuen zu können. Viele Hausärzte sind auch in Qualitätszirkeln organisiert, um so immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein.
Die meisten Hausärzte betreuen außerdem in regelmäßigen Abständen Pflegefälle – teilweise auch in betreuenden Einrichtungen (z.B. Pflegeheimen) – und sterbende Patienten. Da können ein bis zwei Hausbesuche täglich erforderlich sein.

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