Ernährungsempfehlungen für Diabetes

Therapie-Empfehlungen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Körpergewicht

Reduktion von Übergewicht, möglichst BMI (Body-Mass-Index) zwischen 18,5 und 24,9 kg/m² anstreben. Nach Gewichtsabnahme auf konstantes Gewicht achten.

Fett

Gesättigte und Trans-Fettsäuren zusammen < 10% der Tagesenergie (En%). Nahrungscholesterin < 300 mg/Tag.
Trans-Fettsäuren: finden sich vor allem in teilgehärteten Fetten und daraus hergestellten Lebensmitteln.

Protein

Nur bei Typ-1-Diabetikern mit Makroalbuminurie (positivem Mikraltest): Proteinbegrenzung auf 0,8 g/kg Sollgewicht/Tag. Insgesamt sollte bei Diabetes mellitus die tägliche Proteinaufnahme 20% der Nahrungsenergie nicht überschreiten, um einer Belastung der Nieren vorzubeugen.

Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Glykämischer Index, Zucker

Je nach Stoffwechsellage (HbA1C, Blutzucker, Blutfetten) Kohlenhydrataufnahme innerhalb der Bandbreite von 45 bis 60 En% (Tagesenergieeinheiten).
Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkorngetreideprodukte sind für Typ 1 –und 2 Diabetiker empfehlenswert. Bei kohlenhydratreicher Kost sind der Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln und solchen, die einen niedrigen glykämischen Index haben, besonders vorteilhaft.
Die Ballaststoffaufnahme sollte bei Typ 1-und 2-Diabetikern idealerweise bei > 40 g/Tag (> 20g/1000 kcal) liegen.
Die Aufnahme von Haushaltszucker bzw. anderen freien Zuckern (z.B. Honig, Zuckersirup) sollte 10% der Tagesenergie (d.h. 50 g bei 2000 kcal) nicht überschreiten).

Kochsalz

Die Aufnahme von Kochsalz sollte unter 6g/Tag liegen.

Alkoholische Getränke

Diabetiker können alkoholische Getränke konsumieren. Sie sollten jedoch die oberen Zufuhrempfehlungen beachten: < 10g Alkohol/Tag für Frauen bzw. < 20 g Alkohol/Tag für Männer. 0,5 l Bier oder 0,25 l Wein enthalten ca. 20 g Alkohol. Um Unterzuckerungen vorzubeugen, sollten Diabetiker mit Insulintherapie bzw. bei Behandlung mit Glibenclamid/Glimepirid (Amaryl) gleichzeitig kohlenhydrathaltige Lebensmittel verzehren.

Vitamine/Mineralstoffpräparate

Nach derzeitigem Kenntnisstand benötigen Diabetiker routinemäßig keine speziellen Vitamine und/oder Mineralstoffpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich.

Prävention (Vorsorge) des Typ-2-Diabetes

Vermeiden von Übergewicht und körperliche Aktivität senken das Risiko für Typ-2-Diabetes.
Gewichtsabnahme bei Übergewicht und anschließende Gewichtskonstanz reduzieren das Auftreten von Typ-2-Diabetes.
Eine geeignete Kost zur Prävention des Typ-2-Diabetes enthält < 30 En% Gesamtfett, < 10 En% gesättigte Fettsäuren, > 15 g/1000 kcal kcal. Ballaststoffe.


View: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), allgemein (netdoktor.de)
Europäische Expertenleitlinien und Behandlung und Prävention des Typ-2-Diabetes 2005
„Typ-II-Diabetes mellitus: Intensive Behandlung verlängert Leben“ (Dt. Ärzteblatt)

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