Cholesterin: Blutfette im Zaum halten

Heute mal etwas zum Thema Cholesterin, das von Patientinnen und Patienten immer wieder zu Recht vorgebracht wird. Was können Sie tun, um Ihren erhöhten Cholesterinspiegel zu senken? Wie können Sie schlechte Blutfette senken und gute Blutfette erhöhen?

Gewichtsreduktion
Die wichtigste Maßnahme bei erhöhten Cholesterin-Werten ist: Senken Sie Ihr Gewicht! Dies führt zu einer Entfettung der Leber. Dadurch wird auf Dauer das „schlechte“ LDL-Cholesterin erniedrigt. Parallel dazu produziert die Leber dann wieder vermehrt „gutes“ Schutz- = HDL-Cholesterin. Die „schlechten“ LDL-Partikel werden dadurch aus der Blutbahn, wo sie eine Arteriosklerose begünstigen können, entfernt.

Ballaststoffreiche Ernährung
Durch den Verzehr von ca. 3 EL Haferkleie zum Frühstück wird das nächtlich in der Gallenblase gesammelte Abfall-Cholesterin der Leber gebunden und über den Darm ausgeschieden. Dadurch wird eine Rückaufnahme aus dem Darm verhindert und das Cholesterin abgesenkt. Auch Apfelpektin, Guakernmehl und Glukomannose (Konjakmehl) haben diese Eigenschaft.

Vermeidung gesättigter tierischer Fettsäuren
Ein überreichlicher Verzehr von gesättigten tierischen Fettsäuren (fette Fleischwaren, Käse und Milchprodukte) führt u.a. zu einer Fettleber und dadurch auch zu einem erhöhten Blut-Cholesterin-Spiegel. Tauschen Sie deshalb tierische Fette gegen gesunde pflanzliche Fette aus.

Regelmäßiges Ausdauertraining
Auch regelmäßige Bewegung (z.B. dreimal pro Woche eine Stunde zügiges Spazierengehen) hat durch eine Erhöhung des „guten“ HDL-Cholesterins und Senkung des „schlechten“ LDL-Cholesterins eine positive Wirkung auf den Cholesterin-Stoffwechsel. (Siehe auch „Triglyzeride: Blutfette im Zaum halten“.)


View:
Info „Cholesterin“ (netdoktor.de)
Übersicht „Cholesterin“ (med4you.at)

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2 Antworten zu Cholesterin: Blutfette im Zaum halten

  1. Medi-Student schreibt:

    Warum haben alle eine solche Angst vor Cholesterin?

    Ich selbst habe mich sowohl im Rahmen meines Medizinstudiums als auch darüber hinaus aus persönlichem Interesse mit dem Thema Cholesterin intensiv auseinandergesetzt. Selbst bei Erwachsenen Hoch-Risikopatienten ist der Nutzen einer Cholesterinsenkung (mit STATINEN) nur marginal (bei teils erheblichen Nebenwirkungen, insbes. Muskelschädigung) wenn man die ABSOLUTE Risikoreduktion betrachtet: Hier die Beispiele aus einigen großen Cholesterinstudien: Angegeben ist die Chance mit bzw. ohne Statintherapie innerhalb der Studiendauer zu überleben („Chance of surviving with/without treatment“):

    4S-Studie: 91.8% (mit Statin) vs. 88.5 % (ohne Statin)
    EXCEL: 99.5 % (mit) vs. 99.8 % (ohne)
    CARE: 91.35 % (mit) vs. 90.57 % (ohne)
    LIPID: 89 % (mit) vs. 85.9 % (ohne)

    [Quelle: http://junkfoodscience.blogspot.com/2008/01/reading-evidence-closely-statins-for.html%5D

    Wie man sieht, liegt Nutzen maximal bei mageren 3,3 % (4S-Studie) – und das bei der speziell selektierten Studienpopulation!
    Mit jeder mediterranen Diät und ein bissl Sport lassen sich vielfach bessere Ergebnisse erzielen!
    Zudem gibt es zahlreiche Studien (z.B. Song et al. 2000, Am J Epidemiol. 2000 Apr 15;151(8):748-51) die gezeigt haben, dass Personen mit einem höheren Cholesterinspiegel ab einem gewissen Alter sogar LÄNGER leben als Personen mit einen niedrigen wenn man ALLE Todesursachen berücksichtigt und nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen heranzieht!
    Außerdem wird seit Jahren die Tatsache ignoriert, dass hohe Cholesterinspiegel nur für Männer mittleren Alters einen (schwachen) Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen darstellen [Gordon T. et al.: High density lipoprotein as a protective factor against coronary heart disease. American Journal of Medicine 1977;62:707-714.]. Für Frauen oder aber Männer >70 wurde bisher keinerlei Risikoerhöhung für Herzinfarkt nachgewiesen!
    Sehr ausführlich und wissenschaftlich werden all diese Fakten von Uffe Ravnskov, MD, PhD dargestellt (http://www.ravnskov.nu/myth1.htm).

    Man kann nur hoffen, dass sich die Ärzteschaft nicht weiter von den Tricks der Pharma-Riesen täuschen lässt wie es momentan der Fall ist. Die „tollen Zahlen“ für Statine werden geschickt als „RELATIVE Risikoreduktion“ (mit beeindruckenden Zahlen wie z.B. 30%) angegeben und meist wird sich ausschließlich auf „Herzinfarkte“, „Herz-Kreislauf-Tod“ u.ä. berufen….entscheidend sollte aber doch sein ob man innerhalb einer bestimmten Zeit stirbt, und nicht woran – d.h. die GESAMTsterblichkeit!

    Quellen:
    http://www.ravnskov.nu/weblit.htm#005
    http://junkfoodscience.blogspot.com/2008/07/is-it-for-real-cholesterol-screening-in.html

    • Annegret schreibt:

      Lieber Medi-Student, vielen Dank für diesen sehr guten Beitrag! Die Informationen klingen glaubwürdig. Dem Freund meiner Mutter (74 J.) wurde nach einem leichten Schlaganfall Simvastatin verschrieben, obwohl die Cholesterinwerte absolut im Rahmen sind. Seitdem leidet er unter Abgeschlagenheit und schlimmen Muskelschmerzen. Dein Artikel hat mich ermutigt, ihn zum Absetzen des Medikaments zu bewegen, ehe auch noch die Herzmuskulatur angegriffen wird.

      Es wäre schön, wenn sich alle Ärzte so gründlich informieren würden und könnten. Natürlich: die Überlastung… Schade finde ich, dass die meisten Ärzte es überhaupt nicht mögen, wenn Patienten sich auf eigene Faust informieren. Aber Information – selbst wenn es nur Halbwissen oder Zweifel sind, die im Gespräch mit dem Arzt angesprochen werden – kann doch niemals schlecht sein.

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