Schutz vor Zecken-Krankheit: Impfung auch kurzfristig möglich

Zecken auch im Winter gefährlich
Zecken – nur von Frühjahr bis Herbst aktiv? Falsch! Auch im Winter kann man sich infizieren, wenn die Temperaturen mild sind. In einem extrem kalten Winter haben Zecken kaum Überlebenschancen, doch bei milden Temperaturen von acht Grad sind die Blutsauger bereits aktiv. Fachleute gehen davon aus, dass Zecken deshalb in milden Wintern „außerhalb ihrer Saison“ tätig sind. Besonders in Hochrisikogebieten wie Baden-Württemberg und Bayern wird empfohlen, sich impfen zu lassen.

Was muss ich bei Zeckenbissen beachten?

Die erwachsenen Weibchen erreichen eine Größe bis 5 mm und sind durch einen orangefarbenen Hinterleib gekennzeichnet. Sie können Borreliose übertragen. Zecken sitzen in der bodennahen Vegetation bis 1,5 m Höhe und lassen sich dort üblicherweise abstreifen.
In den ersten zwölf Stunden ist die Übertragungsgefahr für Borreliose noch sehr gering. Am besten ist es aber grundsätzlich, wenn die Zecke möglichst bald entfernt wird. Dabei sollte möglichst die ganze Zecke mit einer Splitterpinzette entfernt werden. Zeckenreste in der Haut können z.B. mit einer Kanüle entfernt werden. Sie können die Zecke auch selbst entfernen mit einer Splitterpinzette (senkrecht nach oben, direkt über der Haut fassen) oder einer Zeckenkarte.
Falls sich an der Biss-Stelle ein roter Fleck bildet, der größer als ein 2-Euro-Stück ist, kommen Sie am besten auch noch einmal vorbei. Es könnte sich um ein sogenanntes „Erythema migrans“ handeln, dass durch Zecken verursacht wird (Borreliose).
Nach drei Tagen bis drei Wochen kann es zu Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen kommen. Diese Symptome halten in etwa drei Tage an. In der Regel kommt es nicht zu Schnupfen. Diese „Sommergrippe“ kann ein Zeichen für eine beginnende Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose sein. Bitte gehen Sie dann nochmals zu Ihrem Arzt zur Abklärung, da es sonst nach einem fieberfreien Zeitraum zu weiteren Symptomen und zum Fortschreiten der Erkrankung kommen kann.
Antimücken- bzw. Insektenmittel können leider keinen kompletten Schutz gegen Zecken bieten.

Wie kann ich mich gegen Zeckeninfektionen schützen?

Eine passive Impfung nach einem Zeckenbiss wird heutzutage aufgrund der Nebenwirkungen nicht mehr durchgeführt.
Eine Impfung gegen Zecken können Sie in Ihrem Hausarzt jederzeit und das ganze Jahr über durchführen lassen. Bei der Grundimmunisierung werden Sie dreimal geimpft: Tag 0, nach 1 Monat und nach 9-12 Monaten.
Wichtig: Erst nach der dritten Impfung haben Sie einen kompletten Impfschutz. Fangen Sie also rechtzeitig damit an!
Die Impfung wird – nur in Baden-Württemberg – von allen Kassen übernommen, da die Infektionsgefahr als hoch erachtet wird vom Landesgesundheitsamt.


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Weitere Infos zum Thema
„Aktive Spinnentiere“
Info-Seite des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg

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