Mittagsschlaf senkt den Blutdruck und schützt vor Herzinfarkt

Schon die Vorfreude auf den Mittagsschlaf kann gesundheitsfördernd wirken. Worin liegt der Nutzen eines Mittagsschläfchens? Ist es die Ruhepause selbst, die sich positiv z.B. auf den Blutdruck auswirkt, oder ist es die Vorfreude darauf? Britische Forscher haben festgestellt, dass die Zeit kurz vor dem Einschlafen von besonderem Vorteil für das Herz-Kreislauf-System ist.
Für ihre Untersuchung rekrutierten die Forscher um Mohammad Zaregarizi von der Universität Liverpool neun gesunde Freiwillige in einem durchschnittlichen Alter von 35 Jahren, die nicht daran gewöhnt waren, Siesta zu halten.
Nachdem die Probanden in der vorausgegangenen Nacht nur vier Stunden Schlaf bekommen hatten, durften sie an drei verschiedenen Tagen um 14 Uhr 1. eine Stunde entspannt stehen, 2. eine Stunde wach liegen, 3. eine Stunde schlafen.
Während unter den beiden anderen Anordnungen keine Veränderungen des Blutdrucks auszumachen waren, sank der Blutdruck während des Schlafversuchs signifikant um 4,7 ± 4,5 mmHg systolisch beziehungsweise 3,6 ± 2,8 mmHg diastolisch.
Wie sich herausstellte, sank der Blutdruck aber nicht während des Schlafs, sondern in den Minuten vor dem Einschlafen, nachdem das Licht gelöscht worden war.
Nickerchen am Nachmittag oder Siestas werden in vielen Ländern im Mittelmeerraum und in Südamerika wie Spanien und Argentinien gepflegt. Sie sind in der Regel kurze Ruhezeiten von einer Dauer bis zu einer Stunde.
Während frühere Studien über Siestas nahegelegt hatten, dass diese Praxis das Infarktrisiko leicht erhöhen kann, so zeigt eine neuere und besser kontrollierte Studie ein gegenteiliges Ergebnis. Eine epidemiologische Untersuchung von über 23000 Griechen, die regelmäßig Siesta hielten, zeigte eine 37prozentige Verringerung der koronaren Sterblichkeit im Vergleich zu denjenigen, die keinen Mittagsschlaf hielten.
Warum sich der Mittagsschlaf so positiv auf die Herz-Kreislauf-Funktion auswirkt, ist noch nicht restlos geklärt. Ein Grund dafür könnte die Veränderung des Blutdrucks sein. In der Nacht sinken Blutdruck und Herzfrequenz, wenn wir schlafen. Manche Forscher vertreten daher die Hypothese, dass der niedrigere Blutdruck die Belastung auf das Herz verringere und das Infarktrisiko senke.

Quelle:
American Physiological Society, „Acute Changes in Cardiovascular Function During the Onset Period of Daytime Sleep: Comparison to Lying Awake and Standing“ (Greg Atkinson, Ph.D., physiologist, Research Institute for Sport and Exercise Sciences, Liverpool John Moores University, Liverpool, England; Gregg C. Fonarow, M.D., professor, cardiology, University of California, Los Angeles; October 2007 Journal of Applied Physiology)

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