Feeds:
Beiträge
Kommentare

Vitamin B12 ist ein wasserlösliches Vitamin, das im normalen Organismus durch die Nahrung aufgenommen wird.

Wofür ist Vitamin B12 wichtig?

Vitamin B12 ist wichtig für u.a. die Blutbildung, für das Nervensystem und für die Schleimhäute.

Der tägliche B12-Bedarf wird vor allem über tierische Lebensmittel (Fleisch, Eier, Milch, Fisch) gedeckt. Pflanzliche Lebensmittel enthalten nahezu kein Vitamin B12.

Im Normalfall wird im Magen der Intrinsic Faktor in den sogenannten Magen-Belegzellen gebildet. Der zwischen Vitamin B12 (Extrinsic Faktor) und dem Intrinsic Faktors aus dem Magen gebildete Komplex wird dann aktiv im Dünndarm (Ileum) aufgenommen bzw. resorbiert, falls alles gut funktioniert.

In der Leber wird die Vorstufe (Cyanocobalamin) zu den aktiven Wirkformen umgewandelt. Diese aktiven Wirkstoffe sind wichtig in der Eiweißsynthese, an der DNA-Synthese und an allen wichtigen Zell-und Wachstumsprozessen. Vitamin B12 ergänzt sich in der Wirkung mit Folsäure. Beide spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung von Myelinscheiden im Nervensystem.

Wann kommt es zu einem Vitamin-B12-Mangel?

Ein B12-Mangel kann entstehen bei rein pflanzlicher – z.B. veganer – Ernährung. Bei Vegetariern kommt es in der Regel nicht zu einem Vitamin-B12-Mangel, da durch Milchprodukte, Eier und Fisch zwar reduzierte, aber noch ausreichende Mengen an Vitamin B12 aufgenommen werden. Kontrazeptiva (Pille), Metformin (Diabetiker) und diverse andere Medikamente können eine B12-Aufnahme im Darm behindern.

Bei erhöhtem Alkoholkonsum kann die Magen-Darm-Schleimhaut geschädigt werden; es kommt zu einer chronischen Magenentzündung; dadurch entstehen ein Mangel an Intrinsic-Faktor und ein Vitamin-B12-Mangel. Ähnliches passiert bei einer sogenannten Helicobacter-pylori-Infektion der Magenschleimhaut. Diese kann allerdings gut behandelt werden mit Antibiotika und ist dann in der Regel reversibel.

Eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut kann autoimmunbedingt durch Antikörper gegen Belegzellen auch ein Mangel an Intrinsic-Faktor entstehen, was zu einem ähnlichen Blutbild wie bei einem Alkoholiker führt und ebenfalls einem Vitamin-B12-Mangel. Diese Patienten haben häufig auch eine chronische Autoimmunentzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis).

Eine Magenoperation (Fehlen des Intrinsic-Faktors) oder Dünndarmoperation (fehlende Aufnahme/Resorption) kann einen Vitamin-B12-Mangel auslösen.

Besonders gravierend sind die Folgen eines B12-Mangels in der Schwangerschaft, falls über die Nahrung nicht genug B12 aufgenommen wird, und in der Stillzeit. Erhält ein Säugling über die Muttermilch zu wenig Vitamin B12, drohen teilweise irreversible Entwicklungsschäden.

Was sind die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels?

Es kommt zu depressiven Verstimmungen und vermehrter Reizbarkeit. Das Gedächtnis verschlechtert sich, es tritt eine Muskelschwäche auf und allgemeine Schwäche.

Eine Anämie (Blutarmut) tritt auf; die Betroffenen sehen blass und müde aus.

In fortgeschrittenen Fällen – häufig erst nach Jahren – treten ganz allmählich, also schleichend beginnend, brennende Füße bis Unter- oder Oberschenkel auf.

Da immer mehr Menschen, vor allem junge, sich fleischlos ernähren, sehen wir Hausärzte dieses Krankheitsbild wieder häufiger in der Sprechstunde.

Wie kann ein Vitamin-B12-Mangel behandelt werden?

Am raschesten erfolgt die erste Aufsättigung durch Vitamin-B12-Ampullen. Bei einem nachgewiesenen B12-Mangel ist das eine Kassenleistung. Häufig werden B12-Ampullen auch als Aufbauspritzen verabreicht, das ist dann eine IGeL.

Bei Menschen mit einer Autoimmun-Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und chronischem B12-Mangel mit Resorptionsstörung (z.B. nach einer Magen-OP) ist lebenslang auf einen Vitamin-B12-Ersatz (Spritzen) in vom Arzt überwachten Abständen zu achten. Ansonsten kann u.a. eine Polyneuropathie (Nervenschaden) auftreten bzw. sich verschlechtern.

Es gibt Vitamin-B12-Präparate in den Apotheken zu kaufen. Zu achten ist auf eine genügend hohe Dosierung, also 100-1000 ug/Tag. Häufig handelt es sich auch um Mischpräparate mit Folsäure. Es ist auch eine Vitamin-B12-haltige Zahnpaste z. B. in Reformhäusern erhältlich.

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

Im Unterschied zur vegaterischen Kost, welche auch Milchprodukte, Eier und Fisch beinhaltet (ovo-lacto-vegetarische Kost), besteht die vegane Ernährung nur aus pflanzlichen Stoffen und Produkten. Alle tierischen Nahrungsmittel werden strikt gemieden.

Gibt es in der Wissenschaft Hinweise darauf, dass die vegane Ernährung die optimale ist? Bisher existieren nur wenige Studien über diese Art der Kost. Grundsätzlich kann eine fleischarme Kost, die pflanzlich betont ist und wenig Fett enthält, das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten wie Dickdarm-, Brust-und Prostatakrebs senken. Es fehlen aber wissenschaftlich eindeutige Belege bisher.

Umso mehr finden sich im Internet Darstellungen von zunehmend mehr Personen, welche ihre eigenen positiven Erfahrungen mit der veganen Kost veröffentlichen. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass es sich um subjektive Berichte und Einzelerfahrungen handelt. Das heißt, was dem einen hilft, kann dem anderen unter Umständen schaden.

Worauf muss bei einer veganen Kost geachtet werden?

Regelmäßig. das heißt ungefähr einmal jährlich, sollten beim Arzt kontrolliert werden:

Vitamin B12: Dieses Vitamin findet sich vorwiegend in tierischen Produkten. Bei einer rein veganen Kost ohne Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B12 als Kapsel oder Zahnpasta) ist ein niedriger B12-Spiegel zu erwarten. Die Folgen können u.a. sein: Müdigkeit, Depression, Haarausfall, Veränderungen des Blutbildes, Nervenschäden.

Kalzium: Mit den fehlenden Milchprodukten fehlt eine wichtige Kalziumquelle. Eine vegane Kost ist daher für Frauen mit erniedriger Knochendichte weniger geeignet. Gefährdet sind insbesondere Patientinnen und Patienten, die aufgrund von Vorerkrankungen wie Asthma oder Rheuma oder einer Immunschwäche dauerhaft Cortisonpräparate benötigen, oder aus anderen Gründen bereits eine Osteoporose haben. Ansonsten muss das Kalzium auch zusätzlich als Tablette von außen zugeführt werden, mindestens 500 mg pro Tag werden empfohlen.

Eisen: Das Eisen aus Pflanzenstoffen wird schlechter resorbiert vom Körper als das Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Getreide, Soja und Hülsenfrüchte hemmen die Eisenaufnahme im Dünndarm. Gefährdet sind vor allem Frauen mit starken Regelblutungen. Veganerinnen sollten aufgrund der erhöhten Anämiegefährdung nicht regelmäßig Blut spenden. Um die Eisenaufnahme zu steigern, empfiehlt es sich für Veganer, Kaffee, Tee und Kakao nur zwischen den Mahlzeiten zu trinken.

Eiweiß: Tierisches Eiweiß hat in der Regel eine höhere Wertigkeit als pflanzliches Eiweiß. Bei erhöhter Infektanfälligkeit kann ein Eiweißmangel vorliegen.

Omega-3-Fettsäuren: Bei veganer Ernährung fällt Fisch als Lieferant weg. Leinöl ein EL pro Tag und Walnüsse (30-60g), sowie Leinsamen sind gute Lieferanten der Alpha-Linolensäure (ALA), sowie Tofu und Tempeh. Zu beachten vor allem auch bei Patienten mit Fettstoffwechselstörungen und deren Folgen.

Jod: Es sollte nur jodiertes Speisesalz verwendet werden,da Fisch als Jodlieferant entfällt. Meer-, Himalajasalz und Sojasauce sind nicht jodiert). Tagesempfehlung: 200 ug. Ansonsten kann bei geringer Jodzufuhr durch pflanzliche Produkte wie Kohl, Sojabohnen und Süßkartoffeln eine Kropf (= Struma)bildung gefördert werden.

Zink: Zink ist wichtig für die Haut, die Haare und die Abwehr.

Vitamin D ist vor allem in tierischen Produkten enthalten (verlinken mit Artikel dort).

Diese Stoffe (Vitamin B12, Eisen, Eiweiß Jod, Zink, Vitamin D) sollten regelmäßig im Blut gecheckt werden.

Fazit: Die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen Ernährung sind unbestritten. Bei veganer Ernährung muss die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen gewährleistet und regelmäßig überprüft werden.

Wichtige Internetseiten: Vegetarierbund (vebu.de), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de), Albert-Schweizer-Stiftung (albert-schweitzer-stiftung.de)

Viele Reisenden entscheiden sich spontan und kurzfristig, zum Beispiel für eine Reise nach Südostasien oder Mittel- oder Südamerika oder Afrika.

Für alle Reisenden in die o.g. Gebiete wird eine Grundimpfung gegen Tollwut empfohlen. Neu ist dabei laut Prof. Dr. Herwig Kollaritsch (Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Medizinische Universität Wien) dass eine Impfung am Tag 0, 3 und 7 einen genauso guten bzw. sogar höheren Impfschutz nach 14 Tagen gibt wie das herkömmliche Impfschema (Tag 0,7, 21). Das letztere Impfschema ist für viele Reisenden kurz vor der geplanten Reise oder aus geschäftlichen Gründen so nicht durchführbar.

Das Impfschema mit Tag 0, 3 und 7 ist allerdings noch nicht von den Impf-Firmen so zugelassen, kann aber nach Absprache mit Ihrem Hausarzt durchgeführt werden.
avogue
In jedem Fall ist die Tollwutimpfung eine IGeL-Leistung. Sie können sich bei Ihrer Kasse erkundigen, ob die Impfkosten teilweise oder ganz übernommen werden. Bei geschäftlichen Reisen ist der Arbeitgeber für die Kosten zuständig. Bei Reisen in die Tropen ist der Arbeitgeber verpflichtet, vorher eine arbeitsmedizinische Beratung und Impfberatung für den Geschäftsreisenden durchzuführen und entsprechend zu bezahlen.

Parallel zur Tollwutimpfung kann die Impfung gegen Japanische Encephalitis. als Schnellimpfschema am Tag 0 und 7 nach Absprache durchgeführt werden. Sie ergibt einen guten Impfschutz nach 14 Tagen und kann parallel zur Tollwutimpfung geimpft werden.

Als weitere Last-Minute-Impfung z.B. nach Südostasien wichtig: die Impfung gegen Hepatitis A. Auch hier wird 14 Tage nach Impfung ein ausreichender Antikörpertiter erreicht. Grundsätzlich gilt natürlich trotzdem, in den entsprechenden Ländern keine länger warm gehaltenen Speisen sowie Wasser unklarer Herkunft zu sich zu nehmen.

Auch die Typhusimpfung kann kurz vor der Reise durchgeführt werden, falls ein entsprechendes Risiko besteht. Fragen Sie am besten Ihren Hausarzt!

© Dr.med. Sieglind Zehnle, Hausarzt-Praxis Ostfildern-Scharnhausen, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

Asthma bronchiale

Beim Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Ursachen sind vielfältig. Asthma kommt häufig bei Allergikern vor. Symptome sind vor allem nächtliche Atemnot und Brustdruck. Patienten klagen auch über Luftnot und Pfeifen der Bronchien bei sportlichen Betätigungen, Husten steht eher im Hintergrund.

Außer bei Heuschnupfen kommt Asthma häufig vor zusammen mit Neurodermitis, chronische Nebenhöhlenentzündung, mit Refluxbeschwerden (Sodbrennen), Schlafapnoe. Auch Depression und Angst treten gehäuft bei Asthmatikern auf. Diese sind manchmal die Ursache, manchmal die Folgen des Asthmas.

Homöopathische Mittel für das Asthma gibt es leider nicht. Auch pflanzliche Mittel haben oft wenig Effekt, eben weil es sich um eine chronische Entzündung der Bronchien handelt. Diese verkrampfen sich leichter und produzieren auch mehr Schleim. Asthmatiker entwickeln bei grippalen Infekten häufig vermehrt Atemnot. Manche können dann nur noch im Sitzen schlafen, was wiederum Stress und Angst hervorruft.

Asthma wird verschlechtert durch Rauchen, da die Bronchien dann zusätzlich geschädigt werden.

Wie wird Asthma behandelt? Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, reagieren die Betroffenen auf inhalative Kortikosteroide (Kortisonsprays) sehr gut. Die Atemnot nimmt ab. Es gibt noch zusätzliche Medikamente, welche die Bronchien erweitern und häufig zusammen mit den Kortisonsprays von Hausärzten und Lungenärzten gegeben werden. Ein Akutspray sollte jeder Asthmatiker besitzen.

Außer den o.g. Medikamenten kommen noch eine Reihe weiterer in Betracht. Inzwischen kann auch Spiriva (Tiotropiumbromid) bei leichtem, mittlerem und schwerem Asthma zusätzlich gegeben werden, um die Cortisondosis einzusparen. Ob das inhalative Kortikosteroid immer, also rund um das Jahr, genommen werden muss, ist im Einzelfall zu klären. Die Kassen bieten für Asthmapatienten ein Chronikerprogramm an, welches Hausärzte und Lungenärzte durchführen können. Auch eine Asthmaschulung ist im Rahmen des Chronikerprogramms möglich.

Reiseimpfungen

Wer bucht nicht gern einen Flug in den Süden? Wenn es draußen schneit oder schlechtes Wetter ist, locken warme Temperaturen und sonnige Strände umso mehr. Die Reiseveranstalter versprechen einen traumhaften Urlaub in der Südsee, der rüstige Senior will seiner Frau eine Überraschungsreise zum Geburtstag schenken, das junge Paar bucht “Last Minute –  Inselhopping in Südostasien”.

Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass andere Länder auch andere Sitten, Gebräuche und andere Fauna und Flora bedeuten. Der Impfpass sollte unbedingt vorher gecheckt werden. Gut ist, wenn Reiseimpfungen schon sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt geplant werden. Die meisten Hausärzte kennen sich bei Reiseimpfungen gut aus. Im Internet finden sich zum Beispiel auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, von crm, rki.de, fit-for-travel und dtg.org zuverlässige Empfehlungen.
AsiBe3425
Bei Reisen nach Südostasien, Südamerika sowie Afrika sollten auf jeden Fall drei Tollwutimpfungen als Grundimmunisierung dokumentiert sein. Ein bis fünf Jahre nach der Grundimmunisierung kann eine einzelne Tollwutimpfung als Boosterung sinnvoll sein. Bei Reisen ins tropische Afrika sowie Teilen von Südamerika wird eine Gelbfieberimpfung empfohlen und ist häufig auch vorgeschrieben bei der Einreise. Die Gelbfieberimpfung sollte möglichst 10-14 Tage vor Abreise bereits durchgeführt sein, um mögliche Nebenwirkungen direkt bei Flugantritt (Fieber, Kopfweh etc.) zu vermeiden.

Die Gelbfieberimpfung kann gleichzeitig mit einer notwendigen Masern-Mumps-Rötelnimpfung durchgeführt werden. Diese ist erforderlich, falls keine zweite Masern-Mumps-Rötelnimpfung im Impfpass dokumentiert ist und der Reisende jünger als Jahrgang 1970 ist. Da häufig auch vorsorglich, vor allem bei Rucksacktouristen, eine Impfung gegen Typhus(Spritze oder Schluckimpfung) und eventuell Cholera(Schluckimpfung) erforderlich ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig ein bis zwei Monate vor der Reise einen Impftermin beim Hausarzt zu vereinbaren.

Wichtig ist auch in alle betroffenen Länder der Schutz gegen Dengue-Fieber, welches mit Abstand die häufigste durch Mücken übertragene Erkrankung in Südamerika und Südostasien darstellt. Eine Impfung gegen Japanische Encephalitis kann Sinn machen.

Für Fernreisen empfiehlt es sich generell auch, den Impfpass auf Handyfotos zu dokumentieren.

So verläuft Ihre Reise hoffentlich ohne unliebsame Reisemitbringsel.

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Hausarzt-Praxis Ostfildern-Scharnhausen, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern.

Depression

Jetzt kommen sie wieder, die dunklen Tage. Es wird spät hell und früh wieder dunkel. Viele Menschen fürchten sich davor, weil sie ahnen, dass sich dann ihre Stimmung verschlechtert.
Andere sind das ganze Jahr über schon angeschlagen.
Helga M . (Name geändert) sitzt mit gebeugtem Rücken in meinem Sprechzimmer. Die Tränen laufen ihr über die Wangen. „Frau Doktor, bei der Arbeit komme ich einfach nicht mehr zurecht. Alles ist mir zu viel. Auch daheim die Hausarbeit schaffe ich kaum noch. Ich weiß gar nicht, wie ich morgens aufstehen soll. Und jetzt ist meine Mutter noch ein Pflegefall geworden. Mir wächst alles über den Kopf“.
Bei Helga M. ist ziemlich sicher: Sie leidet an einer akuten Depression.
Wenn Sie sich fragen, ob Sie auch eine Depression haben, können Sie das mit zwei Fragen testen:
• Wie oft waren Sie in den letzten zwei Wochen niedergeschlagen, schwermütig oder hoffnungslos?
• Wie oft haben Sie sich im Lauf der letzten zwei Wochen durch Interesse oder Freudeverlust beeinträchtigt gefühlt?

Für beide Antworten gilt:
Überhaupt nicht= 0 Punkte
An einigen Tagen= 1 Punkt
An mehr als der Hälfte der Tage oder = 2 Punkte
Fast jeden Tag = 3 Punkte
Die Punkte der beiden Fragen werden addiert. Wenn Sie einen Wert größer oder gleich drei erhalten, leiden Sie mit ziemlicher Sicherheit an einer Depression.


Bin ich selbst gefährdet dafür, eine Depression zu entwickeln?
Gefährdet sind u.a. diejenigen Menschen, die es besonders gut machen wollen. Sie arbeiten 150% in ihrem Beruf und versuchen, allen Anforderungen gerecht zu werden. Sie möchten, dass ihr Chef zufrieden ist. Sie gehen abends erst heim, wenn alle Aufgaben erledigt sind. Das Wort „Freizeit“ existiert in ihrem Sprachgebrauch nicht. Die Leistung ist wichtiger.
Das geht dann auch eine ganze Zeitlang gut. „Man“ hält viel aus!
Irgendwann aber kommt es zum Erschöpfungszustand, allmählich oder auch sehr plötzlich. Auffällig für mich als Ärztin ist, dass Männer diesen Burnout sehr viel später erkennen als Frauen. Frauen treffen sich öfters und reden – manchmal viel zu häufig – über ihre Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden, ehe es zu spät ist.
Männer hingegen halten häufig sehr lange zum Beispiel eine sehr hohe Arbeitsbelastung durch. Dabei nehmen sie eher nicht zur Kenntnis, wenn sie über ihre Kräfte arbeiten. Es ist für sie selbst eher eine Überraschung, wenn „Mann“ dann plötzlich nicht mehr funktioniert. Männer fallen dann sehr viel häufiger aus als Frauen, weil die Erschöpfung komplexer ist. Es treten innere Unruhe, körperliche Beschwerden wie Magenschmerzen, Herzrasen, Sodbrennen Gewichtsprobleme, sexueller Frust, eventuell Alkoholprobleme auf. Familiäre Probleme kommen häufig dazu.
Martin Suter hat in seinen Kurzgeschichten um die Urlaube und Sorgen der Geschäftswelt diese Prozesse mit viel Humor beschrieben.
Manche lernen, der eigenen Arbeit Grenzen zu setzen, manche lernen es nie. Pausen sind überlebens-notwendig. Auch der regelmäßige Schlaf von mindestens sieben Stunden Dauer ist wichtig.
Falls Sie selbst von außen Hilfe benötigen, und das Internet oder Bücher allein Ihnen nicht mehr weiterhelfen, setzen Sie sich am besten zuerst mit Ihrem Hausarzt in Verbindung.
Über den Hausarzt oder Psychiater können Sie eine Gesprächstherapie auf Kassenkosten erhalten. Dabei werden derzeit die Patienten bevorzugt, die in den Haus-und dadurch auch Facharztverträgen eingeschrieben sind, da im Vertrag beinhaltet ist, dass sie innerhalb von 14 Tagen Termine erhalten müssen.
Noch zwei Abschlussfragen für Sie:
• Halten Sie Ihren Lebensstil noch 20 Jahre durch?
• Was wollten Sie schon immer mal machen?


© Dr. med. Sieglind Zehnle, Hausarzt-Praxis Ostfildern-Scharnhausen, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

Das Ebola-Virus ist benannt nach einem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Dort kam es zum ersten bekannten Ausbruch der Erkrankung.
Die am häufigsten betroffenen Staaten derzeit sind Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Der Fluss Ebola

Der Fluss Ebola


Wie wird das Ebola-Virus übertragen?
Das Ebola-Virus wird nur übertragen durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Es kann z.B. von Affen („bushmeat“) oder von Fledermäusen/Flughunden auf den Menschen oder von Menschen zu Mensch übertragen werden. Bei einem Abstand von mehr als 1 Meter zu einem Erkrankten (zum Beispiel im Flugzeug) ist eine Übertragung unwahrscheinlich.

Ist ein Ebola-Ausbruch in Deutschland zu befürchten?
Da die o.g. afrikanischen Staaten nicht zu den vorrangigen Ländern gehören, aus denen Asylbewerber in Deutschland einreisen, ist derzeit kein Ebola-Ausbruch in Deutschland zu erwarten. Aufgrund der guten medizinischen Versorgung in Deutschland ist auch bei Reiserückkehrern aus Westafrika keine Ebola-Epidemie zu erwarten, selbst wenn sie ein Ebola-Fieber entwickeln sollten.

Was passiert in Deutschland mit potentiellen Ebola-Patienten?
Es stehen in ganz Deutschland mehrere hochspezialisierte Zentren zur Verfügung, wo ein solcher Patient diagnostiziert und versorgt werden könnte. Im Süden sind das Stuttgart (Robert-Bosch-Krankenhaus), München und Frankfurt.
Aktuelle Informationen sind über das Robert-Koch-Institut www.rki.de zu erfahren und über die Homepage des lokalen Gesundheitsamts. In Stuttgart und Umgebung ist das Landesgesundheitsamt zuständig bei Verdachtsfällen. Diese müssen dorthin auch von den Haus-und Fachärzten gemeldet werden.

Welche Symptome sind typisch für den Ebola-Virusinfekt?
Nach 2-21 Tagen können auftreten:
– Fieber, plötzlich, über 38,5 C°
– Kopf-und Halsschmerzen, Muskel-,Gliederschmerzen
– Durchfall und Erbrechen, ausgeprägte Schwachheit
– Ab dem 5.-7. Tag Schleimhautblutungen(Bindehautblutungen, Nasenbluten, Darmblutungen etc).

Wichtig: Solange der Erkrankte keine Beschwerden hat, ist er auch nicht ansteckend (in der sogenannten Inkubationsphase).
Im Umgang mit Erkrankten ist eine komplette Schutzausrüstung mit sogenannter FFP3-Gesichtsmaske erforderlich. Ein normaler Mundschutz genügt nicht!
Der Erkrankte muss strikt isoliert werden. Dann wird eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt gemacht oder an Polizei/Rettungsdienst.

© Dr. med Sieglind Zehnle, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.