Schon die alten Ägypter starben am Herzinfarkt: „Wenn du einen Mann sieht, dessen Brust schmerzt und der auch unter Schmerzen an seinem Oberarm und seinem Magen leidet, so sollst du ihm sagen, dass der Tod ihm naht“ (altägyptischer Papyrus).
Ich erinnere mich an eine Patientin aus dem Altersheim, die nach dreitägigen Magenschmerzen mit Übelkeit unsere Praxis aufsuchte. Damals war ich nach Familienpause genau den zweiten Tag wieder zum Einarbeiten in der Praxis meines Vaters. Die Patientin kam an, kaltschweißig, übergewichtig, mit schwachem Puls und Blutdruck. Bis sie auf der Liege lag, fanden wir, wie die rasch herbeigerufenen Notfallmediziner, keinen Puls mehr. Die Patientin verstarb im Krankenwagen an einem Hinterwandinfarkt.
Der Herzinfarkt ist ein „Chamäleon“.
Die ersten Symptome für einen Herzinfarkt können sehr verschieden sein:
• Brustschmerzen
• Schmerzen im Halsbereich, Unterkiefer
• Schmerzen auf beiden Seiten der Brust
• Magenschmerzen, Übelkeit
• Schmerzen im Rücken
• Atemnot.
Zum Beispiel: Eine Frau, Mitte 30, starke Raucherin, kommt in die Sprechstunde und klagt über zunehmende Atemnot seit drei Tagen; sie könne nicht mehr durchatmen. Im Krankenhaus war eine Panikattacke diagnostiziert worden. Das EKG ergibt einen Hinterwandinfarkt! Ein Patient, Anfang 30, Raucher, die Hand ständig am Handy, kommt in die Notfallpraxis; er habe Husten, dass ihm die ganze Brust schmerze, und bittet um eine Spritze gegen die Schmerzen. Akuter Vorderwandinfarkt!
Herzinfarkt und Frauen
Das Risiko für Herzerkrankungen steigt bei Frauen durch Rauchen (plus Pille), Übergewicht, hohes Cholesterin, Diabetes, Wechseljahre und Bluthochdruck. Frauen leben – rein statistisch gesehen – zwar länger als Männer, doch es sterben mehr Frauen an Herzerkrankungen als Männer! Und Herzinfarkte werden bei Frauen in der Regel leider später behandelt als bei Männern. Warum? Wenn ein Mann einen Infarkt bekommt, ruft gewöhnlich die Frau den Notarzt herbei. Wenn eine Frau einen Infarkt bekommt, ist entweder ihr Mann schon tot oder sie möchte ihn nicht wecken.
Was können Sie tun?
Das Wichtigste ist, daran zu denken, dass verschiedene Anzeichen auf einen Herzinfarkt hinweisen können. Wenn solche Symptome auftreten, dann den Notarzt rufen – per Notrufnummer 19-222 (Festnetz; vom Handy aus mit örtlicher Vorwahl).
Dabei bleiben! Nicht weggehen!
Erste-Hilfe-Maßnahmen: Ein-Helfer Methode, Zwei-Helfer Methode. Beginn mit Herz-Kreislauf-Massage, in der Mitte des Brustbeins, 30 mal komprimieren, 2 Atemzüge anschließend. Frequenz: 100 mal pro Minute! (einundzwanzig, zweiundzwanzig … – schnell zählen).
Dank unserer modernen medizinischen Maßnahmen geht die Sterblichkeitsrate beim akuten Herzinfarkt in Deutschland stetig zurück. Inzwischen gibt es dankenswerterweise automatische Defibrillatoren an vielen Bahnhöfen, Flughäfen etc., mit selbst für Nichtmediziner verständlichen Anweisungen, wie man jemanden wieder beleben kann, der bewusstlos umfällt, wenn er Kammerflimmern hat (die häufigste Todesursache beim plötzlichen Herztod).
View: Infos „Herzinfarkt“
„Herzinfarkt – jede Minute zählt!“
Herzinfarkt (Myokardinfarkt) (Beschreibung)
„Herzinfarkt“ (Wikipedia)







Hallo ich bin 19 Jahre alt kann ich auch einen Herzinfarkt bekommen?
drzehnle meint: „Ferndiagnosen“ stelle ich nicht. Klären Sie das bitte mit Ihrem Arzt ab, sollten Sie diesbezüglich Probleme haben. Über die Risiken für einen Herzinfarkt plane ich einen extra Beitrag in diesem Blog. Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass generell bei jungen Menschen, sofern sie nicht rauchen, gesund leben und nicht übergewichtig sind, eigentlich kein Herzinfarkt-Risiko bestehen dürfte.
Hallo ich bin 38 Hobbyfussballer und eigentlich fit. Nur seit 2-3 Monate verspüre ich an der linken Brustpartie eine gewisse störung. Kann nich sagen was es ist. Es sticht zwar nicht aber etwas schmerzen sind vorhanden. Nun fängt mein linker Oberarm an zu schmerzen zwar zum aushalten. Das geht auch bis zum linken Halsseite. Kann dass ein Anzeichen sein ?
Grüsse
John
Der typische Brustschmerz bei Verengung der Herzkranzgefäße tritt vorwiegend bei Belastung auf.
Das kann körperliche Arbeit oder auch psychischer Stress sein. Bei Ihnen hört sich alles so ein bisschen nach radikulären Schmerzen von der Wirbelsäule an, die nach vorne ausstrahlen können in die Herzgegend.
Trotzdem empfehle ich Ihnen, sich bei Ihrem Hausarzt vorzustellen, damit er eine Abklärung einleiten kann.
Typisch für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße sind eigentlich belastungsabhängige Beschwerden. Zur genauen Abklärung wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt zwecks Untersuchung und evtl. Durchführung eines Belastungs-EKGs etc.. MFG.
Ich hatte heute früh nach mehrtägiger Bettlägerigkeit infolge einer Magen-Darm-Grippe infarktähnliche Symptome. Ich hatte Tage zuvor bereits ab und zu leichte Herzschmerzen. Heute, nachdem ich erstmalig aufgestanden bin, hatte ich nach dem Frühstück Schmerzen in der linken Brust, die in den li. Arm ausstrahlten. Eine Kontrolle mit dem Blutdruckmessgerät ergab die Werte 152/61, aber eine Pulsfrequenz von 195!
Ich legte mich flach auf die Couch. Nach etwa einer Viertelstunde ließen die Schmezen in der Brust nach und der Puls normalisierte sich. Nach einer Kosultation meines Hausarztes empfahl er mir, am kommenden Mo. in die Sprechstunde zu kommen, um weitere Maßnahmen zu beraten. Zu meiner Person möchte ich anführen, dass ich Nichtraucher bin und mit Betablockern zur Regulierung meines Bluthochdruckes behandelt werde. Ich befinde mich im 70. Lebensjahr und hatte bisher, außer einer schweren Lungenembolie mit Hertstillstand im Febr. v. J. noch keinen nachweisbaren Herzinfarkt. Ursache für die Embolie war eine nicht erkannt Thrombose im li. Bein, nach der ich seit
dem mit Falithrom eingestellt worden bin.
Bin nun ernsthaft infarktgefährdet?
So wie Sie das schildern, kann es sich um eine akute vorübergehende
Herzrhythmusstörung handeln. Es ist auf jeden Fall gut, dass Sie Falithrom
einnehmen. Natürlich ist es gut, wenn Sie alsbald ärztlicherseits untersucht
werden können. Eventuell sollte ein Langzeit-EKG gemacht werden. Das klären Sie
bitte mit Ihrem Hausarzt ab. Ob es sich um einen Herzinfarkt handelt, kann
erst nach der ärztlichen Untersuchung gesagt werden.
Hallo, seit über einer Woche habe ich starke Schmerzen im Linken Brustbereich. Es brennt wie Feuer und ich habe Angst ich könnte einen Herzinfakt bekommen oder ich könnte Brustkrebs haben. Der Schmerz ist aber unter dem linken Busen, wie wenn es eine Rippe wäre. Der Schmerz auf der Rückseite ist unter dem li Schulterblatt. Strahlen, brennen tut es in der Achselhöhle und bis Mitte Oberarm. Im Busen stelle ich auch keine Knoten fest.
Mach ich mir zuviele Sorgen? Könnte es nur von einseitiger Bürotätigkeit sein (Mausbewegung rechts) oder von Kraftübungen, die ich aber schon seit ca. 6 Wochen mache sein? Ich bin 44, w. und habe sonst nie Beschwerden irgendwo ausser starkes Übergewicht seit immer. Danke für alle Info. (PS, bitte nicht zum Arzt schicken…leide an Ärzte Trauma).
Brennende Schmerzen kommen meistens nicht vom Herzen, sondern da scheint bei Ihnen ein Nerv eingeklemmt zu sein. Meistens ist der Nerv am Rücken verklemmt. Sicherheitshalber sollten Sie nochmal Blutdruck messen und doch zum Arzt gehen, wenn er erhöht ist(über 140/90). Gegen brennende Rückenschmerzen hilft zum Beispiel eine Quaddelung oder eine Salbe mit Cayennepfeffer sowie NSAR(Diclofenac, Ibuprofen).
Das war`s erstmal.