Wegen des milden Winters hat sie längst wieder begonnen: die Heuschnupfen-Saison. Frühblüher wie Erle und Haselnuss sind schon seit Wochen aktiv.
Und dann das bevorstehende Frühjahr – fürchten Sie sich auch schon jetzt vor dem allmorgendlichen Niesreiz? Tränen Ihnen die Augen bei schönem Wetter? Ist Ihnen das lästig bei Ihrer Arbeit?
Dann gehören Sie vermutlich zu den Allergikern, also zu jenen, die von einer Allergie gegen Pollen oder/und Gräser usw. betroffen sind. Um Genaueres herauszufinden, kann Ihr Hausarzt einen Allergie-Test für Sie durchführen. (Bitte vereinbaren Sie dafür einen extra Termin, damit das Ergebnis in Ruhe mit Ihnen besprochen werden kann.)
Zu den allergischen Erkrankungen gehören
- allergischer Schnupfen
- allergische Bindehautentzündung
- allergisches Asthma.
Beim Heuschnupfen reagieren Sie auf natürliche Substanzen (z.B. Pollen) allergisch, d.h. der Körper bildet gegen eigentlich natürliche Substanzen der Umwelt Abwehrstoffe. Die häufigsten Allergie-Auslöser sind Baum- und Gräserpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und andere Stoffe.
Diese allergische Reaktionen können wirksam behandelt werden:
● Antihistaminika
sind Cetirizin, Loratadin und andere Substanzen. Diese sind frei verkäuflich und können nicht auf Kassenkosten verordnet werden. In der Regel sind sie gut wirksam, manche Patienten reagieren allerdings mit Müdigkeit. In solchen Fällen sollten Sie diese Substanzen vorzugsweise abends einnehmen.
Bei den neueren Antihistaminika ist teilweise nur ein Molekül geändert worden, auch wenn sie stark beworben werden (Aerius, Xusal). Von der Wirkung her entsprechen sie im wesentlichen den altbekannten Substanzen. Sie können auf Kassenkosten verschrieben werden, wenn die herkömmlichen Mittel nicht wirksam sind.
● Homöopathische Medikamente
Luffa operculata: (getrocknete Früchte der Schwammgurke) D4/D6: Niesreiz, Reizhusten, trockene Nasenschleimhaut, Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung)
Galphimia glauca (mex. Pflanze) D4/D6: Allergien aller Art mit allergischem Asthma bronchiale
Cardiospermum (Ballonrebe) D4: Heuschnupfen mit Ekzemen, Neurodermitis; auch als Salbe
Euphrasia (Augentrost) D4:: Konjunktivitis, Juckreiz der Augen; mit Augenrötung, auch als Augentropfen erhältlich. Die Lidränder könenn entzündet sein.
Sabadilla D4 (mexikanisches Läusekraut): allergischer Schnupfen mit starkem beständigen Niesreiz
Wyethia helenoides D6: starker Juckreiz im Hals und in den Ohren; Räusperzwang
Kombinationspräparate sind z.B. Heuschnupfenmittel DHU: 5-10 Tropfen stündlich, bis 12 mal täglich; nicht in der Schwangerschaft wegen des Alkoholgehaltes (gibt es aber auch als Tabletten, und dann ist eine Einnahme während der Schwangerschaft möglich).
Luffa Nasentropfen DHU: 3 x 2 Sprühstöße in jedes Nasenloch täglich
Es gibt noch einige andere homöopathische Mittel, die je nach den individuellen Beschwerden in Frage kommen können. Das ist nur eine kleine Auswahl!
● Eigenbluttherapie
Bei der Eigenblut-Therapie wird das Immunsystem unspezifisch stimuliert, indem in steigender Dosierung 2 x wöchentlich Blut aus der Armvene entnommen und intramuskulär zurück in den Körper gespritzt wird. Oft ist diese Behandlung bei Patienten mit leichteren Beschwerden kurz vor der Heuschnupfen-Saison gut wirksam. Es handelt sich hier um eine sogenannte IgeL-Leistung, d.h. die Kasse übernimmt die Kosten dafür nicht.
Eine Eigenbluttherapie kann nicht immer durchgeführt werden, z.B. bei sollte sie bei Autoimmunerkrankungen oder Immunschwäche unterlassen werden.
● Akupunktur-Behandlung
ist auch während der Heuschnupfenzeit möglich und wird in der Regel 2 x wöchentlich durchgeführt. Dabei werden gewöhnlich Ohr- und Körperpunkte eingesetzt. Viele Patienten sprechen gut auf die Akupunkturbehandlung an. Auch die Akupunktur ist eine sogenannten IGeL-Leistung und wird in diesem Zusammenhang nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen.
● Hyposensibilisierung
Die Verträglichkeit der Pollen und Gräser, dieser natürlichen Substanzen, kann wieder gebessert werden. Das kann man durch Hyposensibilisierung, also durch Injektion ebendieser Substanzen in steigender Dosierung erreichen: anfangs 1 x wöchentlich, später alle 14 Tage bis 4 Wochen. So kann der Körper wieder langsam an diese Substanzen gewöhnt werden. Das ist eine natürliche Methode bei der Bekämpfung von allergischen Reaktionen. Bei leichterem Heuschnupfen genügt eine vorsaisonale Behandlung, in der Regel im Winterhalbjahr, von wenigen Injektionen.
Bei mittelschweren bis schweren Beschwerden (einschließlich beginnendes oder vorhandenes Asthma bronchiale) ist eine ganzjährige Behandlung sinnvoll.
Beide – nämlich die Kurzzeit- und die ganzjährige Hyposensibilisierung – sollten mindestens über drei Jahre hinweg durchgeführt werden, damit eine Langzeitwirkung entsteht.
Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, dass der Patient im Anschluss an die Injektion eine halbe Stunde im Wartezimmer bleibt.
Bei 80-85% der Patienten tritt mit der Hyposensibilisierung eine deutliche Besserung der Beschwerden für mehrere Jahre bis Jahrzehnte ein. Diese Behandlung ist eine Kassenleistung und wird von der WHO gefördert und unterstützt.
Die Hyposensibilisierung mit Tropfen (sublinguale Hyposensibilisierung) ist noch nicht so gut erforscht hinsichtlich ihrer Langzeitwirkung wie die subkutane Hyposensibiliskierung (also mit Spritzen unter die Haut).
Als Patientin/Patient können Sie unter den o.g. Behandlungsmethoden nun selbst wählen, was für Sie in Frage kommt. Am besten beraten Sie sich mit Ihrem Arzt darüber.







Ich hatte viele Jahre erhebliche Probleme, bis mir eine klassische homöopathische Ärztin ein Mittel verschrieben hat, das auf mich passt und die Beschwerden fast auf Null gebracht hat, obwohl es sich keinesfalls um eines der üblichen verdächtigen Mittel bei Heuschnupfen handelt.
drzehnle meint:
Prima! Das macht uns freilich neugierig. Wird auch verraten, um welches Mittel es sich handelt? Danke!