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Auf dem Tübinger Tag der Allgemeinmedizin am 12.04.2014 wies Prof. Dr. med. Andreas Fritzsche (Lehrstuhl für Ernährungsmedizin und Prävention, Innere Medizin, Tübingen) darauf hin, dass eine Änderung des Lebensstils in der Prävention des Diabetes erfolgreicher sei als bei der tatsächlichen Erkrankung Diabetes. Eine Verhinderung von Typ-2-Diabetes ist somit leichter möglich, auch bei familiärer Vorbelastung.

Prof. Fritzsche: "Man sollte rechtzeitig mit der Vorbeugung anfangen, man sollte sich im Alltag mehr bewegen und sollte sich so ernähren, dass man normalgewichtig bleibt."

Prof. Fritzsche: “Man sollte rechtzeitig mit der Vorbeugung anfangen, man sollte sich im Alltag mehr bewegen und sollte sich so ernähren, dass man normalgewichtig bleibt.”


Ein Negativbeispiel für eine Änderung des Lebensstils ist, dass bei den Chinesen seit der Umstellung von Fahrrädern auf PKWs das Diabetesrisiko deutlich angestiegen ist.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung hat daher einen Fragebogen entwickelt, der unter http://www.DIFE.de von jedem Teilnehmer kostenfrei durchführbar ist. Anhand von wenigen Fragen kann jeder sein Diabetesrisiko ermitteln und erhält gleichzeitig Tipps, wie er es durch geringen Aufwand vermindern kann.

Gleichzeitig bietet die Tübinger Uniklinik in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) eine Prädiabetes-Interventions-Studie an.
Mitmachen kann jeder mit
• erhöhtem Blutzuckerwert (> 100mg/dl nüchtern oder > 140 mg/dl gelegentlich gemessen)
• früherem Schwangerschaftsdiabetes
• erstgradigen Verwandten mit Typ-2-Diabetes
• Übergewicht, d.h. BMI > 30 kg/m²
• erhöhtem Risiko in einem Diabetes-Risiko-Test, z.B. DIFE

Untersucht werden Blut, Körperfett, Fitness, Glukosetoleranz/Insulinsekretion sowie die Fettverteilung des Körpers mittels Kernspin(MRT) und Magnet-Spektroskopie (MRS).
Weitere Informationen erhalten Sie unter
07071-2980687, Medizinische Universitätsklinik Tübingen (Diabetologie)

Zecken (Update 2014)

Nach diesem warmen Winter und einem vorzeitigen Frühling ist mit einem Anstieg der Zeckenpopulation nicht nur in Süddeutschland zu rechnen.
Die FSME (= Frühsommer-Meningo-Encephalitis), die durch Zecken übertragen wird, tritt nicht nur im Frühsommer, sondern das ganze Jahr über auf, insbesondere von März bis Dezember. Angesichts der steigenden Temperaturen breiten sich die Zecken zunehmend auch auf andere, bisher nicht betroffene Gebiete aus.

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2013 wurden in Deutschland wieder mehr FSME-Fälle gemeldet, nämlich 420 (korrigierte Zahl).
Bei einer FSME-Erkrankung ist keine kausale Therapie(keine heilende Behandlung) möglich. Vor allem bei Betroffenen über 50 Jahren kommt es häufig zu schweren Krankheitsverläufen. Die Sterblichkeit ist bei Ü-50jährigen 15 mal höher als bei jüngeren Patienten. Es treten neurologische Beschwerden auf wie Lähmungen, Sprachstörungen, Polyneuropathien und Defizite des Gedächtnisses.

Durch zunehmende Outdoor-Aktivitäten (Nordic Walking, Wandern, Golfspielen) kommt es auch bei Älteren und aktiven Senioren zu vermehrten Zeckeninfektionen.

personal_mhaditschWie Prof. DDr. Martin Haditsch am Süddeutschen Zeckentag im Schloss Hohenheim (Stuttgart) am 19.3.2014 sagte, kann die FSME sowohl durch Zecken als auch alimentär (durch Nahrung) übertragen werden. Eine Übertragung ist zum Beispiel möglich durch den Genuss von rohem („naturbelassener“) Ziegenmilchkäse oder von Ziegenmilch, sowie von Schafsmilchprodukten oder – seltener – durch  rohbelassene Kuhmilchprodukte.

Eine FSME-Impfung schützt zu 98 Prozent vor einer Erkrankung an FSME. Die Impfkomplikationsrate beträgt 1,5 : 1 Million Impfungen. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind also gut und sicher. Die Impfstoffe können gegeneinander ausgetauscht werden. Aufgrund der schweren, nicht ursächlich behandelbaren möglichen Folgen einer FSME-Erkrankung plädiere ich, auch als homöopathische Ärztin, für eine FSME-Impfung. Gerade bei Senioren ist diese wichtig!

0b9f38b59fProf. Dr. Bernhard R. Ruf aus Leipzig berichtete, dass bei typischen Borreliosebeschwerden (zum Beispiel einer einseitigen Knieschwellung nach Erythema migrans) eine Therapie mit 14 Tagen Doxycyclin oder Amoxicillin ausreichend ist. Danach sind keine weiteren Laborkontrollen hausärztlicherseits erforderlich!
Der Grund: Antikörper wie IgG oder auch IgM bleiben oft jahrelang im Blut vorhanden. Die Titer schwanken je nach Labor, vorhandenen Vorerkrankungen oder werden in der Höhe auch durch andere Impfungen, die gerade durchgeführt wurden, beeinflusst. Daher sind sie nicht zuverlässig und entbehrlich.

„Jedes Jahr im Februar erwischt es mich wieder“, sagt eine Patientin, „da habe ich regelmäßig meine Sinusitis.“ Gerade bei feuchter, kalter Witterung häufen sich wieder die Erkältungen. Die Frage ist: Warum gerade dann? Warum lässt die Abwehr in den Monaten zwischen Oktober und März deutlich nach?

Eine mögliche Ursache liegt darin, dass wir das fehlende Sonnen-Vitamin D im Winterhalbjahr für die Abwehr, Knochen und Muskeln zunehmend verbrauchen. Wir haben es im Sommer, soweit möglich, aufgetankt. Vitamin D (s. Blogartikel dort) wird im wesentlichen über die Haut und weitere Organe produziert. Sie können davon ausgehen, dass dann genug Vitamin D  produziert wird, wenn die Sonne so stark scheint, dass Sie einen Sonnenbrand bekommen könnten. Dann ist eine halbe Stunde Sonne pro Tag, möglichst mit nur geringer Bekleidung, ausreichend für die Vitamin-D-Produktion.
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Im Winterhalbjahr von ca. Oktober bis ca. März hingegen reicht es mitnichten, einmal am Tag an die „frische Luft“ zu gehen und seine Handinnenflächen und das Gesicht in die blasse, milde Wintersonne, soweit vorhanden, zu recken. Dazu ist die Sonneneinstrahlung viel zu schwach. Auch produziert die Haut aufgrund ihrer veränderten Beschaffenheit ab ca. 40 Jahren aufwärts grundsätzlich schlechter die Vitamin-D-Vorstufen.

Vor allem Frauen ab Ende 40 klagen im Winterhalbjahr zusätzlich häufig über nächtliche Schmerzen in den Fingergelenken. Es finden sich dann schmerzhafte Knoten an den Fingermittel-und Endgelenken. Das nennt man eine sogenannte Fingergelenksarthrose (Heberden-und Bouchardsche Arthrose). Die Hände fühlen sich morgens „wie steif“ an. Starke Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Cortison helfen nur vorübergehend. Auch hier ist die Ursache häufig ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel.
Lassen Sie daher bei diesen Beschwerden beim Hausarzt Ihren Vitamin-D-Spiegel einmal bestimmen, um genau Bescheid zu wissen. Leider ist das eine relativ teure Blutuntersuchung (um die 28 Euro), welche die gesetztlichen Kassen in der Regel nicht übernehmen. Aber dann wissen Sie Bescheid und können etwas tun.

Der Ersatz von Vitamin D ist dagegen relativ preiswert. Für Patienten über 50 kg reichen meiner Erfahrung nach  meistens 1000 IE Vitamin D täglich in den Wintermonaten nicht aus, sondern es sind 2000 IE pro Tag erforderlich für den Erhalt des Immunsystems und, soweit vorhanden, zur Verringerung der Fingerarthrose-Schmerzen. Bei stark übergewichtigen Patienten oder solchen, die auf niedrig dosierte Vitamin-D-Präparate gelegentlich Durchfall bekommen, ist ein hochdosiertes Vitamin-D-Präparat empfehlenswert, welches nach Anleitung des Arztes mehrmals wöchentlich bis einmal monatlich genommen wird.

Weitere Tipps, um gut durch den Winter zu kommen:
1) Setzen Sie regelmäßig für Ihren Körper Kalt-Warm-Anreize, am besten mindestens einmal wöchentlich. Gehen Sie regelmäßig an die frische Luft, und zwar bei jedem Wetter, mindestens jeden zweiten Tag!
2) Ansonsten kann auch ein Saunagang, mindestens einmal wöchentlich, hilfreich sein, oder mindestens einmal wöchentlich eine Runde Schwimmen in kaltem Wasser. Das regt Ihr Immunsystem an und stärkt Herz und Kreislauf!
3) Die Grippeimpfung. Oft geschmäht und schlechtgemacht, ist sie doch eine unserer besten Prophylaxen gegen schwere Infekte. Es ist sogar nachgewiesen, dass eine regelmäßige Grippeimpfung Herzinfarkten vorbeugt. Bei über 60-Jährigen sollte auch eine Impfung gegen Lungenentzündung durchgeführt werden.

Wenn Sie alle drei Punkte beherzigen: 1) Vitamin-D-Ersatz im Winterhalbjahr, und zwar auch für die ganze Familie zur Vermeidung von kreisenden Infekten; 2) regelmäßige Kalt-Warm-Reize fürs Immunsystem; 3) Grippeimpfung, so besteht eine große Chance, dass Sie ohne Infekt oder zumindest ohne schwere Infekte-und mit weniger Gelenkschmerzen-durch den deutschen Winter kommen!

Die Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll wird in den USA seit 1985 in vielen Therapieprogrammen zur Raucher- und Drogenentwöhnung genutzt.

NADA = National Acupuncture Detoxification Association

Dabei werden folgende Punkte am Ohr gestochen: Niere, Leber, Lunge, Vegetativum I, Shen Men. Diese Akupunktur wird in der Regel mehrmals wöchentlich durchgeführt.nada 001
Die NADA-Akupunktur kann auch bei der Entwöhnung von Alkohol und Drogen genutzt werden, sowie bei der posttraumatischen Akuttherapie und bei schweren Erschöpfungszuständen.
Wie wirkt die NADA-Akupunktur? Sie führt zu einer Linderung von vegetativen Beschwerden im Entzug, z.B. Schmerzen, Übelkeit, Tränenfluss, innere Unruhe,  Herzrasen, exzessivem Schwitzen. Sie verbessert die Konzentration bei gleichzeitiger Entspannung. Der Schlaf wird in der Regel besser reguliert.
Das Suchtverlangen (Craving) nimmt ab.

Die NADA-Akupunktur ist eine IGeL-Leistung und wird nach Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet. Wir führen die NADA-Akupunktur in unserer Praxis durch.

Die Neue Schädelakupunktur wurde in den 1960er Jahren von dem japanischen Arzt Dr. med. Toshikatsu Yamamoto gegründet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die traditionelle chinesische Medizin war die Basis für diese Methode.

Dr. med. Toshikatsu Yamamoto, M.D., Ph.D

Dr. med. Toshikatsu Yamamoto, M.D., Ph.D


Herr Dr. Yamamoto stellte fest, dass es im Bereich des Kopfes ganz bestimmte Punkte gibt, die auf bestimmte Organe wirken können. Diese Punkte sind erst nachweisbar, wenn sie aufgrund von Störungen im Körperbereich verändert werden. Dies entspricht einer Blockade in der betroffenen Kopfzone.


Die Yamamoto-Akupunktur kann zum Beispiel helfen bei:

  • akuten und chronischen Schmerzen (Gelenke, Wirbelsäule),
  • Lähmungen,
  • neurologischen Erkrankungen wie Migräne, eingeklemmten Nerven (Neuralgien).


Meist werden dabei nur 1-3 Nadeln wenige Millimeter flach gestochen.
Die Yamamoto-Akupunktur wird ein- bis mehrmals wöchentlich durchgeführt.
Unmittelbar nach der YNSA lassen die Schmerzen oft schon nach. Die betroffenen Gelenke können wieder besser bewegt werden.
Die Erfahrungen mit der YSNA-Schädelakupunktur zeigen, dass der Körper seine Eigenregulation oft schnell in Gang setzen kann, wenn durch wenige Akupunkturpunkte die normale Stoffwechselregulierung der Zonen wieder in Gang gesetzt wird.
Pro Sitzung kostet die YNSA Euro ca.17-20 Euro, je nach Zahl der Nadeln (Ziff. 269 nach GOÄ).

Meine mitarbeitende Kollegin Frau Antonietta Güldenpfennig ist auf diese Art der Akupunktur spezialisiert.

Diesen Artikel können Sie auch in einer englischen Version lesen /

You can read this article in English: The New Yamamoto Scalp Acupuncture (YNSA).

Denguefieber

Denguefieber gilt als die weltweit häufigste Erkrankung, die durch eine bestimmte Art von Viren (Arboviren) übertragen werden. Diese Viren wiederum werden durch Mückenstiche einer bestimmten Mückenart (Aedes aegypti und Aedes albopictus) übertragen, die tag- und nachtaktiv sind. Vor allem in Asien und Lateinamerika breitet sich das Denguefieber derzeit stark aus. Das Denguefieber gehört auch zu den häufigsten importierten Infektionen auch bei deutschen Reiserückkehrern. Ich selbst hatte einen Denguefall aus Thailand und einen Fall aus Costa Rica.

Denguefieber ist eine Erkrankung, die wie eine starke Grippe verläuft, mit Fieber, starken Muskel-und Gelenkschmerzen und Kopfweh. Bei wiederholter Infektion kann auch ein heftiger Ausschlag mit Einblutungen in innere Organe, wie zum Beispiel Nieren, auftreten. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel nicht, Überträger ist die Mücke, die die Viren zeitlebens behält. Die Erkrankung beginnt zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung (Mückenstich). In der Regel verläuft die Erkrankung wie eine Grippe und klingt von selbst ab, so dass eine symptomatische Behandlung dann ausreichend ist. Die Erholung verläuft aber oft sehr verzögert.

Eine Impfung gegen das Denguefieber gibt es noch nicht. Daher sollten sich gefährdete Personen, zum Beispiel Reisende in Endemiegebieten tags und nachts gegen Mücken schützen.
Zum Thema Mückenschutz s. „Malaria“-Prophylaxe.

2011 wurden 288 Fälle von Dengue in Deutschland gemeldet.
Es wird zur Zeit an einer Impfung gegen Dengue gearbeitet, diese ist aber noch in der „Probephase“.

Zecken (2013)

(16. Tübinger Tag der Impf-und Reisemedizin, 27.4.2013)
2012 gab es weniger FSME-Fälle (unter 200 gemeldete) als in den Jahren zuvor. Mit Borrelien sind  ungefähr 15 Prozent der Zecken behaftet. Jeder vierte Kontakt davon führt tatsächlich zu einer Borreliose-Infektion.
Das bedeutet, dass ungefähr jeder zehnte Zeckenbiss zu einer Borreliose führt.
Die Borrelien leben im Darm der Zecke. Dort müssen sie sich erst vermehren und gelangen dann in die Speicheldrüsen der Zecke. Es vergehen ungefähr 24 Stunden, also ein Tag, bis sie tatsächlich in den Organismus (z.B. des Hundes oder des Menschen) gelangen.
Es entsteht in der Mehrzahl der Fälle zunächst eine Art grippaler Infekt sowie an der Biss-Stelle eine Rötung, die im Laufe der nächsten Tage innen blaß wird und einen roten Rand bekommt und von Zentrum aus weiter in die Peripherie sich ausbreitet.
Ein Drittel der Betroffenen entwickeln kein Erythema migrans („Wanderröte“), sondern es entsteht gleich das Stadium, in dem die Borrelien an den Nerven und Gelenken wirken. Es kommt also zum Beispiel zu Gelenkschwellungen und Lähmungen. Es ist dann eine Vorstellung beim Neurologen erforderlich. Eine Antikörperbestimmung kann frühestens nach sechs Wochen sinnvoll sein, um eine Infektion auszuschließen, auch wenn kein Erythema migrans aufgetreten ist. Die Antikörperbestimmung ist aber nach wie vor nicht sehr zuverlässig. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine Rückenmarkspunktion (Liquorpunktion) durchgeführt werden. Das wird stationär auf einer neurologischen Abteilung durchgeführt.
Zeckenrest: Es ist nicht erforderlich, den Zeckenrest zu entfernen. Dieser Rest enthält keine Borrelien. Es ist aber wichtig, nach jedem Spaziergang, bei dem womöglich ein Zeckenkontakt aufgetreten ist (Unterholz-Kontakt, Gebüsch o.ä.) sich selbst oder gegenseitig sich genau auf Zecken zu untersuchen. Dabei sind vor allem warme Körperspalten, z.B. die Achselhöhlen, von Bedeutung. Zecken lieben Feuchtigkeit.
Wichtig: Die Zeckenschutzimpfung schützt erst nach der dritten Impfung komplett gegen FSME. Sie schützt aber nicht vor Borreliose! Daher ist, wenn ein roter Fleck nach einem Zeckenbiss auftritt, weiterhin eine Vorstellung beim Arzt und eventuell ein Antibiotikum erforderlich.

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