Feeds:
Artikel
Kommentare

Univ.-Prof. Dr.med. Hans-Georg Predel, Sportmediziner und Prorektor der Deutschen Sporthochschule Köln, berichtete bei der Medizin 2010 am 23.01.2010 in Esslingen:

Professor Hans-Georg Predel von der Kölner Sporthochschule


Die Einsteiger in den Marathonlauf sind meistens über 40 Jahre alt. 70 % sind Männer, häufig handelt es sich um Neu-Einsteiger in den Sport nach einer längeren Pause. Etliche haben gerade mit dem Rauchen aufgehört.
Viele Marathonläufer laufen ohne eine vorherige Untersuchung oder einen Check. Dabei steigt leider das Risiko des plötzlichen Herztodes an.
Die Nebenwirkungen eines Marathonlaufs auf das Kniegelenk sind enorm: Bei einem Läufer von 60 kg Körpergewicht und einer Schrittlänge von 1,5 m wirkt eine Last von 62 LKWs (Lastkraftwagen) à 40 Tonnen Gewicht auf das Knie beim Laufen! Bei einem 80 kg schweren Läufer mit einer Schrittlänge von 1 m sind das 125 LKWs à 40 Tonnen! Daher sind die Kniegelenke bei Marathonläufen sehr gefährdet, zumal die Läufe häufig auf hartem Boden (Stadtgelände) stattfinden. Schon aus diesem Grund sollte man nicht mehr als 2-3 Marathonläufe pro Jahr durchführen.
Anschließend an einen Marathon findet man häufig erhöhte Herzenzyme bei den Läufern. Der Trop-T-Test (sonst typisch für einen Herzinfarkt) kann positiv sein, aufgrund eines „Muskelkaters“ des Herzens. Fazit: Die Sache ist nicht ganz ohne Risiko!

Vor der Aufnahme von Marathon-Läufen empfiehlt sich eine hausärztlich-internistische und orthopädische Abklärung, ob Sie für einen Marathonlauf geeignet sind und ob er für Sie durchführbar ist.

Eine ärztliche Voruntersuchung beinhaltet im wesentlichen folgendes:
- Ganzkörperuntersuchung einschließlich der Kniegelenk- und Wirbelsäulenbeurteilung
- Belastungs-EKG, am besten auch eine Lungenfunktionsprüfung
- Wichtig: eine Echokardiografie (Ultraschall) des Herzens sollte durchgeführt werden zur Sicherheit.
Keine Teilnahme am Marathon bei Infekten!


Zu Ultramarathons ist aus gesundheitlichen Gründen eher abzuraten.

Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung – am besten drei bis fünfmal pro Woche über eine halbe Stunde Ausdauersport, möglichst an der frischen Luft und bis zum Schwitzen. Das stimuliert das Immunsystem.
Gönnen Sie sich ab und an etwas Ruhe. Eine halbe Stunde Ruhepause am Tag fördert die inneren Regulationsmechanismen. Auch eine kurze Mittagsruhe (10-15 Minuten) kann hilfreich für die Regeneration der Kräfte sein, um die Anforderungen des Tages vollends zu bewältigen.
Sorgen Sie bei sich und Ihren Kindern für eine rauchfreie Umgebung. Rauchen führt häufiger zu akuten und chronischen Atemwegsinfekten und zu dauerhaften Veränderungen der Bronchien und der Lunge.
Kalt-Warm-Duschen und Saunagänge härten ab.
Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf vitamin- und mineralreiche Kost.
Bei älteren Patienten (vor allem über 60jährigen) oder Patienten, die an chronischen Krankheiten leiden oder unter vielen Menschen arbeiten, ist eine Grippeimpfung bzw. eine Impfung gegen Lungenentzündung sinnvoll.
Lernen Sie, ab und an „Nein“ zu sagen, und halten sich somit unnötigen Stress fern
Kommen Sie ab und an „zu sich“, pflegen Sie ein Hobby und nehmen Sie sich Zeit dafür!
Achten Sie auf genügend Schlaf. So kommen Sie hoffentlich ohne Erkältung durch das Jahr.

Wenn Sie einen Druck in den Wangen oder der Stirn verspüren, wenn Sie sich nach vorn bücken und der Schnupfen eher zähflüssig ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine akute Nasennebenhöhlenentzündung. Es ist nicht erforderlich, dann sofort Antibiotika einzunehmen. Antibiotika helfen nicht unbedingt zu einer schnelleren Beschwerdefreiheit. Eine Sinusitis heilt bei drei von vier Erkrankten auch ohne Antibiotika innerhalb von zwei Wochen ab. Dafür können Sie folgendes tun:
Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.
Machen Sie eine Raucher-Pause; Rauchen schädigt die Schleimhäute.
Bei Schmerzen können Sie sich rezeptfrei Paracetamol oder Ibuprofen besorgen.
Zum Abschwellen kann vorübergehend ein frei verkäufliches Nasenspray benutzt werden;  häufig reicht die Kinderdosierung dabei auch für Erwachsene aus, um die Nase wieder frei zu bekommen. Die Anwendung sollte unbedingt auf 5-7 Tage beschränkt bleiben. Zwischendrin kann ein salzhaltiges Nasenspray Linderung bringen, damit Sie sich nicht an das stärkere Nasenspray (in der Regel oxymetazolinhaltig) gewöhnen.
Am  Naseneingang kann Bepanthensalbe oder Vaseline einerm Wundwerden der Haut abhelfen..
Vermeiden Sie sehr heftiges Schneuzen; dadurch könnte wieder Sekret in die Nasennebenhöhlen gedrückt werden!
Ätherische lindernde Öle gibt es in vielen Kapsel-und Inhalatformen.
Inhalationen mit 42-27° warmem Dampf (mit oder ohne ätherische Öle) können die Beschwerden mindern. Vorsicht vor zu heißen Inhalationen!
Eine Befeuchtung der Nasenräume mit salzhaltigen Sprays oder die sogenannte „Nasendusche“ mit salzhaltiger, warmer Spülung sind vor allem  bei chronischen Nasennebenhöhlenproblemen hilfreich.
Eine lokale Akupressur (Gesichtspunkte) kann sehr hilfreich sein, um die Nase „freizukriegen“.
Lokale Wärme auf die Nebenhöhlen ist oft schmerzlindernd. zum Beispiel in Form von warmen Auflagen aller Art. Die einfachste Maßnahme ist, ein warmes hartgekochtes Ei  in der Schale auf die schmerzende Nebenhöhle aufzulegen.
Falls die o.g. Maßnahmen tatsächlich nach mehreren Tagen nicht helfen, kann der Arzt Ihnen antiallergische Nasensprays und unter Umständen auch Antibiotika verschreiben.

Mittelohrentzündung
Bei einer Mittelohrentzündung ist der Tragus (Knorpel vorn vor dem Gehörgang) oft druckschmerzhaft beim vorsichtigen Tasten, auch bei Kindern, die noch nicht selbst sprechen können. Eine Mittelohrentzündung, bedarf in der Regel keiner antibiotischen Behandlung. Die Gabe von Antibiotika verringert die Schmerzen nicht und verhindert nicht eine erneute Mittelohrentzündung. Sie hat keinen positiven Einfluss auf das Hörvermögen.
Antibiotika können gegeben werden, wenn die Ohrenschmerzen oder das Fieber länger als zwei Tage bestehen oder schwere Beschwerden (z.B. Benommenheit, Schmerzen im Nackenbereich) auftreten.


Was können Sie selbst tun?
Geben Sie Ihrem Kind genug zu trinken, wenn es eine Ohrenentzündung hat. Auch fiebernde Kinder brauchen mehr Flüssigkeit.
Zwiebelsäckchen wirken wohltuend; eine halbe Zwiebel klein hacken, ohne Fett oder in der Mikrowelle andünsten und in einem dünnen Säckchen oder Waschlappen angewärmt auf das schmerzende Ohr legen.
Wadenwickel: Bei Fieber werden Tücher in Wasser-etwas kälter als die Körpertemperatur, ca. 30°-ausgewrungen und um die Beine gewickelt vom Knöchel zum Knie. Die warmgewordenen Tücher zwei-bis dreimal erneuern und dann entfernen. Keine Wadenwickel bei kalten Füßen!
Eine vorübergehende Hörminderung kann durch einen Unterdruck im Mittelohr oder Flüssigkeit im Mittelohr entstehen und zwei bis drei Wochen anhalten.
Wichtig ist eine Schmerzlinderung. Paracetamol, Ibuprofen oder auch einfache Ohrentropfen können hilfreich sein. Alle diese Mittel sind frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich.
Nasentropfen oder Spray wirken abschwellend für die Gänge. Homöopathika können hilfreich sein, als Globuli oder als Ohrentropfen gegeben.
Bei Säuglingen, sehr kranken Kindern und Kindern, die am Ohr bereits operiert sind, gelten die o.g. Empfehlungen ausdrücklich nicht! Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrem Arzt nach.

Fast jeder von uns hat schon einmal Hals- oder Schluckbeschwerden gehabt. Halsschmerzen werden ganz überwiegend nicht durch Bakterien, sondern durch Viren verursacht.
In den meisten Fällen ist ein Antibiotikum zum Glück nicht erforderlich. Antibiotika bekämpfen nur Bakterien, helfen aber nicht bei Viruserkrankungen. In der Regel wird unser Immunsystem auch allein mit Rachenentzündungen ganz gut fertig. Daher können Sie bei leichteren Beschwerden  einfach zuwarten. Ohne Antibiotika dauern Halsschmerzen in der Regel drei bis fünf  Tage. Wenn möglich, schonen Sie sich währenddessen aber etwas. Ruhe fördert die Abwehrkräfte!
Grundsätzlich kommen bei Halsweh folgende Hausmittel in Frage:
Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS (Acetylsalicylsäure) oder Ibuprofen lindern Schmerzen und Fieber. Beachten Sie dabei den Beipackzettel mit der Dosierung. Paracetamol sollte bei Leber- und Nierenkrankheiten allerdings nur sparsam verwendet werden.
- Bonbons lutschen, z.B. Salbei oder sonstige Kräuterbonbons; die befeuchten den Hals gut.
- warme Halswickel sind häufig wohltuend.
- Gurgeln Sie mehrmals täglich mit Kamille-oder Salbeitee oder Salzwasser (1/4 TL Kochsalz in einem Glas  Wasser)
- Schonung ist angesagt; soweit möglich, vermeiden Sie Stress!
- auch Homöopathika (Globuli) sind häufig hilfreich, je nach Beschwerdebild.
- Machen Sie eine Raucher-Pause! Das ist die Gelegenheit aufzuhören!


Zum Thema Antibiotika bei Infekten generell: Eine zu häufige Antibiotikagabe, zum Beispiel bei Halsweh, kann zu einer vermehrten Widerstandsfähigkeit (Resistenz) der Bakterien führen, das heißt, die Antibiotika wirken im Ernstfall dann nicht mehr. Außerdem führen Antibiotika häufig zu Durchfällen und –bei Frauen- gern zu Scheidenpilz.


Zum Thema Scharlach: Scharlach ist eine Sonderform der eitrigen Angina, die vor allem bei Kindern auftritt. Dabei stellen die Bakterien eine Substanz her, die zu einem feinfleckigen Hautausschlag, beginnend in den Leisten, führt. Scharlach wird in der Regel vom Arzt mit einem Antibiotikum behandelt. Eine vorbeugende antibiotische Behandlung von Geschwistern oder Eltern ist aber nicht notwendig! Viele Menschen haben auch Streptokokken im Rachen, ohne krank zu sein. Ein Streptokokkenabstrich, der häufig auch falsch positiv oder falsch negativ ausfällt, ist in der Regel nicht erforderlich. Bei Erwachsenen ab 16 Jahren ist der Test außerdem keine Kassenleistung mehr.

Ein einfacher akuter Husten dauert in der Regel nicht länger als 2-3 Wochen. Die häufigste Ursache vor allem bei jüngeren Patienten und Kindern ist ein Virusinfekt (Erkältung). Eine Bronchitis kann dann entstehen, wenn Viren oder Bakterien eingeatmet werden und die Schleimhautbarriere der oberen Atemwege durchbrochen wird. Häufig tritt eine Bronchitis mit Husten und Auswurf auch bei Allergikern oder Asthmatikern auf.. Auch eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) tritt häufiger bei Allergikern auf führt zu vermehrter Schleimproduktion und Hustenreiz. Bei älteren Patienten müssen allerdings auch andere Ursachen in Erwägung gezogen werden wie Medikamentennebenwirkungen und Herzschwäche. Dann ist ein Arztbesuch angezeigt.

Was können Sie selbst tun?
Wenn Sie eine „normale“ Erkältung der oberen Atemwege haben, also kein oder gering erhöhte Temperatur, Schnupfen,  Kopf-und Gliederschmerzen und sich schlapp fühlen:
Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit (2 Liter pro Tag) zu sich. Herz-und Nierenkranke sollten allerdings nur 1,5 Liter Flüssigkeit  pro Tag zu sich nehmen.
Rauchen schädigt andauernd bzw. chronisch die Schleimhäute der Atemwege- dies ist der richtige Zeitpunkt, damit aufzuhören
Wenden Sie örtlich Wärme an – Brustwickel, z.B. mit Lavendelöl und Rotlicht wirken wohltuend und schmerzlindernd.
Inhalieren Sie Wasserdampf mit oder ohne Zutaten (ätherische Öle, Emser Salz etc)
Eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber sind eher günstig für den Verlauf einer Erkältung, da die Viren dabei „verbrannt“ und somit beseitigt werden durch das Immunsystem. Unterdrücken Sie daher das Fieber – auch bei Kindern – nur, wenn der Patient starke Beschwerden hat. Bevor Sie medikamentös das Fieber senken, können Sie feuchte Wadenwickel benutzen.
Wenn Sie Kopf- und Gliederschmerzen haben, können Sie sich rezeptfrei Paracetamol oder Ibuprofen als Tabletten oder Zäpfchen besorgen. Diese Mittel gibt es auch für Kinder in Saft-und Zäpfchenform.
Vermeiden Sie sehr heftigen Husten, dabei werden die Luftröhre und Bronchien unter Umständen geschädigt. Husten Sie lieber in kleinen Stößen und vorsichtig ab.
Schonen Sie sich und gönnen Sie sich, wo möglich, eine Pause!
Hilfreich dabei ist auch die Homöopathie. Hier können Einfach-oder Komplexmittel verwendet werden, je nach Erfahrung.

Fazit: Eine Bronchitis bei einem gesunden jungen Menschen muss nicht sofort antibiotisch behandelt werden. Falls es sich bei der Bronchitis um einen Virusinfekt handelt, können Antibiotika ohnehin nicht helfen. Wenn der Organismus Zeit bekommt, kann diese akute Erkrankung bald wieder abklingen.
Falls Ihre Beschwerden anhalten: Gehen Sie zu Ihrem Arzt. Er kann feststellen, wie schwerwiegend der Husten oder die Erkältung einzustufen ist. Bei einem akuten Husten können Medikamente in den meisten Fällen nur wenig die Dauer des Hustens beeinflussen. Sie können ihn jedoch lindern.

Dem Impfstoff Pandemrix sind die Hilfsstoffe Squalen und Thiomersal zugefügt, und zwar aus folgendem Grund: Diese Hilfsstoffe steigern die Antikörperproduktion, also die Abwehrproduktion, im Körper. Das funktioniert dadurch, dass eine leichte örtliche Entzündung an der Injektionsstelle hervorgerufen wird (es kann also ein bisschen wehtun anschließend!). Durch diese Entzündungsreaktion werden Zellen der Immunabwehr angelockt und verursachen eine kräftige Antikörperproduktion.
Squalen = ein natürliches Produkt des körpereigenen Cholesterinstoffwechsels. Squalen ist Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel. Die Menge Squalen, die in einer Dosis Pandemrix enthalten ist, ist nicht höher als die durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommene Menge.
Thiomersal: ein Quecksilberabkömmling. Dieser ist nötig, um zu verhindern, dass sich Bakterien in den Impffläschchen ansiedeln. Die Quecksilberbelastung ist nur der Bruchteil einer Menge, die man während der Woche mit der Nahrung aufnimmt.

Nach bisherigen Erfahrungen – auch in der Notfallpraxis – erkranken vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Meist verläuft die Erkrankung mild und nur wenige Tage lang. Eine Impfung ist freiwillig!

Welche Beschwerden verursacht die Schweinegrippe?
Nach meinen bisherigen Erfahrungen vor allem folgende:
- Plötzlich auftretendes hohes Fieber > 38,5
- Kopfweh und schweres Krankheitsgefühl (in den ersten Tagen)
- Trockener Husten
- Etwas Halsweh

Bitte vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie eine Impfung wünschen, – in unserer Praxis bzw. in der Ihres Hausarztes. Die Impfung wird jeweils für 10 Personen durchgeführt. Etwas anderes als die Impfung kann aus zeitlichen Gründen daher nicht bei diesem Termin besprochen werden. Bitte vereinbaren Sie für extra Fragen einen separaten Termin in der Sprechstunde.

Bereits von der Schweinegrippe (Neue Influenza A/H1N1) Betroffene mögen bitte zu Hause bleiben. Es ist weder sinnvoll, eine Arztpraxis aufzusuchen, noch eine Notfallpraxis. Die Gefahr, dass dort das Virus weiter verbreitet wird, auch an die Mitarbeiter und Patienten, ist groß! Es macht mehr Sinn, dass die Betroffenen zu Hause bleiben, sich ausruhen und eventuell fiebersenkende schulmedizinische oder homöopathische Maßnahmen ergreifen!
Ein Abstrich auf Influenza A H1N1 (PCR) kann in Risikofällen gemacht werden, ist aber nicht dringend erforderlich. Bei typischer Symptomatik ist davon auszugehen, dass eine sogenannte Influenza A H1 N1 („Schweinegrippe“) vorliegt.
Bei schweren Verläufen (Atemnot, Allgemeinbefinden deutlich reduziert) können Sie ein Tamiflu-Rezept bekommen von Ihrem Hausarzt. Dadurch werden die Beschwerden etwas abgemildert und verkürzt. Unter Umständen ist ein Hausbesuch erforderlich. Bitte klären Sie das mit Ihrem Hausarzt ab.
Falls Sie in eine Praxis unbedingt gehen möchten, ziehen Sie bitte eine MASKE über Mund und Nase und geben Sie niemandem die Hand. Husten Sie in den Ellbogen. Bitten Sie darum, dass Sie in ein separates Untersuchungszimmer kommen, wenn möglich.


Schweinegrippe homöopathisch behandeln?

Falls Sie gesund sind und die Erkrankung wie eine „normale“ Grippe verläuft, kann eine Schweinegrippe auch zum Beispiel mit homöopathischen Komplexpräparaten anbehandelt werden. Auch homöopathische Einzelmittel können in Frage kommen; siehe dazu „Erkältungen homöopathisch behandeln“. Dies gilt allerdings nur dann, wenn keine Komplikationen auftreten (Lungenentzündung etc.). Um das auszuschließen, sollten Sie sich bei Fieber länger als drei Tage oder sonstigem für Sie ungewöhnlichem Befinden von Ihrem Arzt untersuchen lassen.

Blutarmut – Eisenmangel

Viele Menschen, vor allem Frauen, fühlen sich müde und abgeschlagen. Die Fingernägel sind brüchig, die Haare glanzlos. Es kann auch ein Kribbeln oder Brennen in den Beinen auftreten. Die Hautfarbe ist in der Regel blaß.

Diese Beschwerden können auf einen Eisenmangel hinweisen. Eisen ist ein Spurenelement, das vor allem bei Frauen häufig zu wenig vorhanden ist. Gründe dafür sind zum Beispiel die Monatsblutung, aber auch häufig ein geringer Fleischverzehr. Bei Männer ist ein Eisenmangel dagegen eher selten und meistens ein Hinweis auf eine Störung im Magen-Darm-Bereich, die abgeklärt und behandelt werden sollte. Auch Kinder und Jugendliche können durch das Körperwachstum einen Eisenmangel aufweisen, ebenso wie Blutspender, Schwangere und Vegetarier. In Deutschland ist ein Eisenmangel weitaus häufiger als ein Vitaminmangel.

Wie lässt sich ein Eisenmangel feststellen?
Ein Eisenmangel lässt sich relativ leicht durch eine körperliche Untersuchung sowie ein Blutbild feststellen. Das Hämoglobin (Hb) zeigt dabei die Färbung der roten Blutkörperchen an, d.h. ob sie blässer oder röter sind. Beim „Eisenspiegel“ wird das Eisen im Blutserum untersucht. Beim „Ferritin“ das Speichereisen z.B. in Leber, Milz und Bindegewebe. Auch für Ausdauer- und Leistungssportler ist ein genügender Eisenspiegel wichtig, da der Sauerstoff im Blut durch das Eisen transportiert wird.

Wie kann man einen Eisenmangel behandeln?
Eine eisenreiche Ernährung kann zu einer Verbesserung des Eisenmangels führen. Allerdings werden aus pflanzlichen Nahrungsmitteln nur 5-10 Prozent des Eisens im Körper auch aufgenommen. Besonders viel Eisen enthalten rotes Fleisch, Innereien, Gemüse und Hülsenfrüchte. Aus tierischen Nahrungsmitteln, vor allem rotem Fleisch, kann das Eisen leichter aufgenommen werden. Insgesamt wird bei einer Mischkost nur ca. 10 Prozent des Eisens aufgenommen. Eisen wird insgesamt mit Vitamin C gemeinsam leichter aufgenommen. Genauso kann die Eisenaufnahme leider durch Tee und phosphathaltige Getränke (Limonaden) blockiert werden. Homöopathisches Eisen (Ferrum phosphoricum) oder „Kräuterblut“ kann bei leichtem Eisenmangel hilfreich sein. Für einen schweren Eisenmangel bleibt aber nur die Therapie mit schulmedizinischen, Eisen-II-haltigen Medikamenten.
Dabei sollte ein gut verträgliches Eisenpräparat am besten 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden, am besten morgens nüchtern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Eiseneinnahme gleichzeitig mit einer Schilddrüsentablette die Wirkung der Schilddrüsentablette behindern kann und daher getrennt eingenommen werden sollte. Falls Sie die Eiseneinnahme morgens auf nüchternen Magen nicht vertragen sollten, können Sie die Tablette auch versuchsweise vor dem Mittag- oder dem Abendessen einnehmen.

Insgesamt sollte der Ersatz von Eisen bei einem schweren Eisenmangel über mehrere Monate durchgeführt werden. Dies sollte unter ärztlicher Kontrolle geschehen, da es bei einer Eiseneinnahme auch zu Nebenwirkungen durch Überdosierung kommen kann.

Die Ursache von Lippenherpes ist nicht genau bekannt. Wenn man ihn einmal hat, bekommt man ihn schlecht wieder los. Auch kann er leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, z.B. durch Küssen oder gemeinsamer Zahnputzbecher.

Provoziert wird er durch intensive Sonnenbestrahlung. Auch Stress kann einen Herpes verschlimmern oder ein grippaler Infekt.


Wie kann man Lippenherpes vorbeugen?
Lippenherpes durch Sonnenbestrahlung kann vorgebeugt werden durch:
Benutzen eines Lippenstifts mit UV-Schutz. Regelmäßig die Lippen pflegen; auch Risse in der Lippe fördern den Ausbruch von Herpes labialis.
Gesunde Ernährung und sportliche Betätigung stimulieren das Immunsystem und bauen Stress ab.

Wie kann man Lippenherpes behandeln?
Im Handel sind verschiedene frei verkäufliche Cremes, zum Beispiel mit Aciclovir. Diese Creme sollte stets baldmöglichst nach Erscheinen der Bläschen aufgetragen werden, am besten bereits beim ersten Jucken und Kribbeln an der Lippe. Weiterhin ist Docosanol im Angebot, sowie Melissensalben. Es gibt auch eine Creme mit Rhabarberextrakt. Insbesondere wirkt auch Zitronenmelisse virostatisch. Auch für das Auftragen von Honig gibt es positive Untersuchungen. Es ist sinnvoll, die Substanzen generell nicht mit den Fingern, sondern mit Tupfern oder anderen Applikatoren aufzutragen, um keine Viren zu verschleppen.
Gut wirksam ist auch ein transparentes Herpes-Lippenpflaster, welches ohne virostatischenWirkstoff, aber nach dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung wirkt. Es kann sogar überschminkt werden. Insgesamt zeigt bereits die Anzahl der vorhandenen Behandlungsmethoden, dass es da nicht die eine Heilmethode gibt. Jeder spricht ein bisschen anders drauf an.

Homöopathische Behandlung ist möglich mit
Rhus toxicodendron: Rötung, juckende Bläschen
Natrium muriaticum: rezidiv. Herpes, aufgesprungene Lippe; ausgelöst durch Sonne und Meer; durch Kummer; klares Bläschensekret
Borax: auch bei Aphthen im Mund
Mercurius solubilis: brennende Bläschen, eitrig; vermehrter Speichelfluss; Mundgeruch
Graphites: harte gelbe Krusten
Sepia: Auslöser hormonelle Schwankungen

Solange der Herpes besteht und damit die hochinfektiösen Bläschen, sollten Kontaktlinsenträger sich vor Einsetzen der Linsen stets gründlich die Hände waschen und mit einem sauberen Handtuch abtrocknen, sonst können die Herpesbläschen auch das Auge infizieren. Und nicht vergessen: Sonne meiden!

Migräne

Wie entsteht Migräne?
Bei der Migräne handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhäute und der versorgenden Blutgefäße. Zu Beginn der Attacke tritt häufig eine Verkrampfung der Blutgefäße im Gehirn auf, später dann eine Erweiterung.
Die Neigung zur Migräne tritt  meistens familiär gehäuft auf.
Frauen neigen häufiger zu Migräne als Männer. Getriggert wird ein Migräneanfall zum Beispiel durch vermehrten Stress und Ärger, durch Stressabfall (Wochenendmigräne), durch hormonelle Schwankungen (Migräne in der Pillenpause), durch Wetterwechsel (Fönwetter).

Der typische Migräne-Kopfschmerz ist
Einseitig lokalisiert (linke oder rechte Kopfhälfte)
Pochend bzw. pulsierend („Pulssynchron“)
Geht mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher
Bewegung verschlechtert (zum Beispiel Joggen)
Kann von Übelkeit, Erbrechen, Augenflimmern und Kreislaufstörung/Benommenheit begleitet sein.
Es kann eine „Aura“ vorher geben. Das sind neurologische Reiz- oder Ausfallssymptome. Zum Beispiel können Zickzacklinien auftreten, die einen Teil des Gesichtsfeldes unscharf erscheinen lassen und flimmern. Bei manchem Betroffenen treten auch Sprachstörungen sowie Lähmung/Taubheitsgefühl eines Armes auf. Die Unterscheidung zum Schlaganfall ist manchmal schwierig, wenn die Vorgeschichte nicht bekannt ist. Die Aura bessert sich häufig auf Anwendung von 1000 mg ASS (Acetylsalicylsäure), falls keine Übelkeit die Einnahme verhindert.


Wie wird eine Migräne behandelt?
Stand 7/2009: Wichtig ist der frühe Behandlungsbeginn. Wenn die Betroffenen warten, bis es schlimmer wird, ist es meistens schon zu spät, mit einer moderaten Therapie einen Stop zu erreichen. Dann ist häufig auch schon Übelkeit im Spiel, die die Resorption der Schmerzmittel im Magen verhindert. Es sind dann häufig hohe Dosen oder stärkere Medikamente erforderlich als zu Beginn der Attacke.
Schulmedizinisch können zu Beginn 1000 mg ASS gegeben werden, zum Beispiel auch als Brausetabletten, die sich rasch auflösen. So kann ein rascherer Wirkungseintritt erzielt werden. Bei Übelkeit sind zusätzliche Mittel sinnvoll wie zum Beispiel  MCP-Tropfen (unter verschiedenen Handelsnamen rezeptierbar durch den Arzt) oder Domperidon(rezeptpflichtig).  Diese sollten ca. eine Viertelstunde vor der Gabe des Schmerzmittels eingenommen werden. Auch Ibuprofen oder- bei regelabhängigen Schmerzen-Naproxen-können gut wirksam sein. Dabei spricht jeder individuell auf Schmerzmittel anders an.
Die Kombinationsschmerzmittel (mit Paracetamol, Koffein und ASS) sind häufig ebenfalls gut wirksam. Inzwischen werden sie auch wieder vermehrt von Fachleuten eingesetzt, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie nicht mehr nierenschädigend wirken als andere Schmerzmittel (Monopräparate).
Bei Erbrechen kann Paracetamol als 1000 mg Zäpfchen hilfreich sein, oder eine Kurzinfusion, die in der Praxis mit Novaminsulfon oder ASS verabreicht wird.


Schwere Migräneattacken sprechen häufig nur auf Triptane an. Das sind neuere Medikamente, die sehr stark wirksam sind. Sie wirken gefäßverengend. Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen, als Tabletten zum Schlucken, als Sublingualtabletten (unter die Zunge zu legen, lösen sich auf), als Injektion (Eigen-Spritze), als Nasenspray. Ein Teil davon ist auch rezeptfrei erhältlich. Das Leitmittel dieser Triptane ist Sumatriptan. Es wird in einer Dosis von in der Regel 100 mg verabreicht. Manchmal sind 50 mg auch schon wirksam. Einige 100 mg-Tabletten sind teilbar, sodass die Betroffenen selbst entscheiden können, welche Dosis sie einnehmen möchten. Denn: alles was wirkt, hat Nebenwirkungen.


Die häufigsten Nebenwirkungen der Triptane sind: Kribbeln in Armen oder Beinen, Engegefühl in Brust oder Halsbereich, Wärme- oder Kältegefühl, Benommenheit. Dabei ist die Benommenheit u.U. eher auf die Migräneattacke selbst zurückzuführen, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten.
Nicht nehmen darf man Triptane bei nicht behandeltem Bluthochdruck, Angina pectoris, z.B. Schlaganfall und anderen Gefäßerkrankungen, ebenso wie in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bekannten Leber- und Nierenschäden. Kinder unter 12 Jahren sollten keine Triptane erhalten. Triptane sollten möglichst nicht häufiger als an 8-10 Tagen pro Monat eingenommen werden.


Es gibt noch andere Migränemedikamente, die ein eher ungünstiges Nebenwirkungsprofil aufweisen, wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen, zum Beispiel die Mutterkornalkaloide (Ergotaminpräparate). Sie kommen als Reservemittel in Betracht, zum Beispiel bei sehr langen Kopfwehattacken oder häufig wiederkehrenden Attacken. Da ist aber auch an eine vorsorgliche Einnahme anderer Medikamente (Prophylaxe, s.u.) zu denken.

Der häufige Gebrauch von Kopfwehtabletten kann leider im Laufe der Jahre ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Es ist dann für den Betroffenen und auch seinen Arzt sehr schwierig, dieses komplexe Problem zu behandeln. Tatsächlich muss dann oft ein stationärer Entzug von den Kopfschmerztabletten durchgeführt werden in einer speziellen Schmerzklinik

Homöopathische Behandlung:
Die homöopathische Behandlung der Migräne ist nicht einfach und nach meiner Erfahrung nur in leichten Fällen wirksam. Besser als Akutmittel ist, ein Konstitutionsmittel während der Attacke häufiger zu geben.
Mögliche homöopathische Einzelmittel bei Kopfschmerzen:
Benommenheitsgefühl, die Lider fallen herunter: Gelsemium D12; Mischform mit Spannungskopfschmerz, auch Nackenschmerzen
Migräne mit Aura, besser durch Druck und Ruhe: Bryonia D12
Migräne bei hormonellen Schwankungen, Blutandrang zum Kopf: Sanguinaria D12
„Wochenendmigräne“, periodisches Auftreten: Iris D12
Migräne mit Unruhe und Gereiztheit: Chamomilla D12
Schmerzen klopfend und hämmernd: Belladonna; rote Wangen
Dosierung: 5-10 Globuli in einer Tasse Wasser auflösen und stündlich bis viertelstündlich einen Teelöffel davon nehmen bis zur Besserung.

Ist die Migräne heilbar?
Die Migräne an sich ist nicht heilbar, wird aber häufig im Laufe der Jahre, bei Frauen vor allem nach dem Wechseljahren, deutlich besser. Es kommt dann zu selteneren und schwächeren Attacken. Allerdings weisen Untersuchungen darauf hin, dass Patienten mit schweren Migräneattacken später häufiger Schlaganfälle erleiden als andere Menschen.

Vorbeugung der Migräne (Prophylaxe):
Nichtmedikamentöse Maßnahmen:
Stresspotenzierung vermeiden, soweit möglich
Entspannungstechniken
Ausdauersport kann vorbeugend gegen Stress wirken, wenn dadurch beim Betroffenen Migräneattacken provoziert werden. Nicht im akuten Anfall!
Akupunktur (s. Blogartikel Akupunktur) ist häufig wirksam und mildert die Häufigkeit und die Stärke der Migräneattacken. Eine Serie von 10 Sitzungen ist zu Beginn der Behandlung häufig hilfreich.

Medikamentöse Maßnahmen:
Pflanzlich: Pestwurz (Petasites) als Dauertherapie gegeben über 4-6 Monate. Die Ansprechrate nach 12 Wochen beträgt ca. 45 % (ähnlich wie bei Propranolol). In seltenen Fällen können Leberschäden bei Dauereinnahme beobachtet werden.

Homöopathisch: Komplexmittel, können wirksam sein, aber nicht bei allen Patienten.
Konstitutionsmittel (nur mit einer ausführlichen Erstbefragung = Anamnese vom Behandler zu verordnen)
Magnesiumgabe (300-900 mg pro Tag) ist häufig hilfreich. Bei einer täglichen Dosierung von 600 mg/Tag wird die Attackenhäufigkeit um ca. 42 % gesenkt. Die Ansprechrate ist höher als bei Propranolol (53 %).
Betablocker, niedrig dosiert, zum Beispiel Metoprolol und Propranolol (rezeptpflichtig), werden eingesetzt, wenn Migräneattacken öfters als zweimal pro Monat auftreten, sehr schwer sind oder Akutmittel nicht (mehr) wirken. Zu Beginn der Behandlung sollten sie am Wochenende testweise oder abends eingenommen werden, da sie anfangs müde machen können.
Ein neueres Mittel ist Topiramat. Es hat viele Nebenwirkungen: u.a. Kribbelgefühle anfangs, Kaliummangel, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, führt zu Gewichtsverlust. Teuer!!! Rezeptpflichtig. Topiramat ist nicht wirksamer als Propranolol (s.o.), Pestwurz oder 600 mg Magnesium pro Tag. Es kann zu Nierensteinen führen.
Andere Mittel, die normalerweise bei Epilepsie eingesetzt werden, sind zwar wirksam (Valproinsäure), aber leider nicht für Migräne zugelassen.
Eine Prophylaxe mit o.g. Mitteln sollte in der Regel einschleichend über ein halbes bis ein Jahr erfolgen und dann langsam ausschleichend wieder beendet werden, je nach Verlauf. Die Indikation zur Migräneprophylaxe wird meistens von den Neurologen gestellt und auch begonnen. In der hausärztlichen Praxis ist es eher so, dass sich häufig nach Beginn einer Blutdruckbehandlung z.B. mit einem Betablocker (s.o.) auch Kopfschmerzen einschließlich Migräne bessern.


Schwangerschaft: Uneingeschränkt ist lediglich Paracetamol zugelassen. Magnesiumeinnahme kann Kopfschmerzen in der Schwangerschaft bessern. Ibuprofen ist mit Einschränkungen (sparsam) zu verwenden.

Kopfschmerzen

Es gibt verschiedene Arten von Kopfweh. Zu den häufigsten Formen von Kopfschmerzen gehören Spannungskopfschmerzen (ca. 70 %) mit Nackenschmerzen, die häufig nach vorne ausstrahlen. Unter Migräne leiden ca. 10-20 %. Unter chronischen Kopfschmerzen leiden ca. 3-5 % der Patienten.

Wie kann ich herausfinden, an welchem Kopfschmerztyp ich leide?
Es ist hilfreiche für den Betroffenen und auch für den Arzt, wenn der- oder diejenige über einen, besser mehrere Monate ein Kopfschmerztagebuch führt. Dort sollte z.B. in einer Tabelle mit Datum festgehalten werden, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie dauern, was sie bessert oder verschlechtert (zum Beispiel Licht, Bewegung), und mit welchen Mitteln der Patient sie behandelt. Wichtig ist auch, wie viele Tabletten zur Behandlung der Schmerzattacke jeweils erforderlich sind im Laufe der Wochen. Treten Begleiterscheinungen auf, wie Übelkeit, Pelzigkeit der Arme oder Flimmern vor den Augen? Wo genau sitzt der Schmerz, wohin strahlt er aus?
Die Schmerzstärke wird dabei am besten mit der sogenannten visuellen Analogskala gemessen. Auf einer Linie bedeutet dabei “0″ bedeutet auf einer Linie “10″ bedeutet der schlimmste vorstellbare Schmerz.
Damit ist eine Einschätzung der Schmerzstärke einigermaßen möglich.
Weiter ist wichtig, ob der Betroffene früher eine Verletzung/Infektion im Kopfbereich hatte oder eine  Veränderung an der Halswirbelsäule bereits bekannt ist. Was hat ihm bisher geholfen? Wie lange hat er schon insgesamt Beschwerden? Treten die Beschwerden ähnlicher Art in seiner Familie gehäuft auf?


Von chronischen Kopfschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden an 15 oder mehr Tagen im Monat auftreten, das heißt im Schnitt jeden zweiten Tag. Viele Patienten haben sogar täglich Kopfschmerzen, was die Arbeitsfähigkeit ziemlich beeinträchtigt und Reizbarkeit und Depressionen wiederum begünstigt.

1) Migräne (s. extra Blogartikel Migräne)

Bei Migräne treten typischerweise klopfende, halbseitige Kopfschmerzen auf, die an Intensität in kurzer Zeit (Minuten bis Stunden) deutlich zunehmen und nahezu unerträglich werden. Der Betroffene ist lichtscheu, vermeidet jede Bewegung und Geräusche und legt sich am liebsten im abgedunkelten Zimmer ab.
Grundsätzlich sollten Medikamente bei der akuten Migräne bereits zu Beginn der Attacke eingenommen werden, um eine Verschlechterung der Beschwerden baldmöglichst zu verhindern.


Homöopathisch:
In leichten Fällen von Migräne sind homöopathische Mittel häufig wirksam.
Es gibt hier Komplexpräparate im Handel, von denen bis zu zwölf Tabletten täglich eingenommen werden können.
Weiter kommen Akutmittel in Frage, zum Beispiel

Belladonna: klopfende, hämmernde Kopfschmerzen. Gesicht ist rot und heiß, Empfindlichkeit gegen Berührung, Lärm und Licht


Bryonia: akute Migräne mit Aura, drückender Stirn-und Schläfenkopfschmerz;  stechender Schmerz; verschlechtert durch Bewegung; besser durch Ruhe und Liegen auf der schmerzhaften Seite; Pat. wollen allein sein

Cyclamen: Flimmern und Farbensehen, Sternesehen, Migräne mit Aura; Schwindel; auch bei hormonabhängiger Migräne, Kopfschmerzen vor Menses

Gelsemium: Kopfschmerzen sind dumpf, beginnen im Nacken und ziehen bis über Stirn und Augen; Augendruck, Sehstörungen, Benommenheit, Lider können nicht gehoben werden.
Verschlechterung vor Gewitter/Fön.

Iris: Kopfschmerzen periodisch, vor allem Wochenendmigräne; saures Erbrechen

Pulsatilla: Kopfschmerzen vor und während der Menses, Erkältungsneigung, Neigung zum Frösteln, wenig Durst

Sanguinaria: Roter Kopf, Hitzewallungen, gegen Abend schlimmer

Alle Mittel können in niedrigen Potenzen (bis D12) als Tabletten, Globuli oder Tropfen gegeben werden. Anfangs gibt man diese Mittel stündlich bis halbstündlich, bei Besserung dann größere Pausen, bis die Beschwerden aufhören.

Der Vorteil der homöopathischen Migränemittel: sie sind nebenwirkungsfrei und verursachen keine Abhängigkeit und keinen Schmerzmittel-Kopfschmerz (siehe oben).
Bei chronischen Kopfschmerzen ist es sinnvoll, zunächst eine homöopathische Erstanamnese erheben zu lassen, um das sogenannte Konstitutionsmittel für die betreffende Person zu finden. Dieses Mittel kann dann über längere Zeit, zum Beispiel mehrere Wochen, dauerhaft eingenommen werden zur Besserung der Anfallshäufigkeit.

Akupunktur
Auch Akupunktur kann bei wiederkehrenden Kopfschmerzen wirksam sein. Wichtig ist eine genaue vorherige Untersuchung und Befragung (Erstanamnese). Dabei handelt es sich nicht um eine Kassenleistung(Stand 1/2009).

Bewegung
Bewegung verschlechtert im allgemeinen eher die akuten Migränebeschwerden. Es ist nicht sicher erwiesen bisher, dass ein regelmäßiger Sport hilft zur Vermeidung von Migräneattacken.

Regelmäßiger Tagesablauf
Ein regelmäßiger Tagesablauf ist für Migränepatienten von Vorteil, das heißt regelmäßige Zeiten für Essen, Arbeiten, Pausen und Schlafen. Leider lässt sich das in der Realität nicht immer so verwirklichen.

Die chronisch-rezidivierende Migräne wird häufig im Alter bzw. bei den Frauen nach dem Wechseljahren deutlich besser. Sie tritt familiär gehäuft auf. Migränepatienten sind häufig später vermehrt schlaganfallgefährdet.

2) Spannungskopfschmerzen

Viele Patienten klagen über eine ständige schmerzhafte Nackenverspannung. Dabei strahlen die Schmerzen in den Hinterkopf aus. Die Schmerzen treten weniger anfallsweise auf.
Ein chronischer Spannungskopfschmerz wird im Unterschied zur Migräne im Alter nur ein wenig oder gar nicht  besser. Die Ursache liegt vermutlich in einer strukturellen Veränderung im Gehirn, die bei Patienten mit chronischem Spannungskopfschmerz, der über mehrere Jahre besteht, nachgewiesen wurde.
Patienten mit chronischen Kopfschmerzen haben auch häufig andere Schmerzen, zum Beispiel chronische Rückenschmerzen. Zudem leiden sie häufiger unter Depressionen. Ob die Depression die Ursache oder die Folge der Schmerzen ist, ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich trifft beides mehr oder minder zu.

Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?

Schulmedizinisch:
Ibuprofen (bis 800 mg als Einzeldosis, nach dem Essen) oder Diclofenac (bis 100 mg, nach dem Essen einzunehmen). Beide können Magenschleimhaut-und Darmblutungen verursachen auf nüchternen Magen.

Homöopathisch:
Siehe im wesentlichen oben bei Migränemittel (je nach den Symptomen).

Magnesium phosphoricum: stechende Kopfschmerzen, verspannte Nackenmuskeln

Calcium sulfuricum: Kopfschmerzen bei früher erlittener Gehirnerschütterung

Bewegung
Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik können zum Abbau der chronischen Nackenschmerzen durchaus hilfreich sein.

Entspannung
Bewusste Entspannung, auch zum Beispiel durch autogenes Training und progressive Muskelentspannung, kann zur Reduktion der Spannungskopfschmerzen durch die bewusste Wahrnehmung des Körpers und die positiven Impulse hilfreich sein.

Gesprächstherapie
Spannungskopfschmerzen sind häufig stressbedingt. Zum Beispiel treten sie häufig bei Menschen auf, die den ganzen Tag im Büro am PC  arbeiten. Zum Stressabbau kann auch eine psychologische Gesprächstherapie erforderlich und von Vorteil sein.

Physiotherapie
Eine Physiotherapie kann bei Verspannungen gut wirken. Sie sollte aber nicht zu einer Abhängigkeit vom Therapeuten führen und zur Passivität des Patienten. Sie kann eine Lockerung der Muskulatur herbeiführen; ähnliches kann   durch konsequente regelmäßige Bewegung(s. oben) ebenfalls erreicht werden.

Mischformen
Leider gibt es in der Wirklichkeit häufig Mischformen von Migräne und Spannungskopfschmerz. Diese sind besonders schwierig zu behandeln. Ein Kopfschmerztagebuch ist häufig hilfreich zur Findung der Diagnose (s. oben).  Hilfreich ist bei der Therapie eine Kombinationsform der oben genannten Methoden. Eine Methode allein ist selten ausreichend.

Ältere Artikel »