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Aktueller Stand 17.11.2009: Impfstoff eingetroffen

Inzwischen haben wir in Ostfildern Impfstoff erhalten! Sie können sich also impfen lassen.


Dem Impfstoff Pandemrix sind die Hilfsstoffe Squalen und Thiomersal zugefügt, und zwar aus folgendem Grund: Diese Hilfsstoffe steigern die Antikörperproduktion, also die Abwehrproduktion, im Körper. Das funktioniert dadurch, dass eine leichte örtliche Entzündung an der Injektionsstelle hervorgerufen wird (es kann also ein bisschen wehtun anschließend!). Durch diese Entzündungsreaktion werden Zellen der Immunabwehr angelockt und verursachen eine kräftige Antikörperproduktion.
Squalen = ein natürliches Produkt des körpereigenen Cholesterinstoffwechsels. Squalen ist Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel. Die Menge Squalen, die in einer Dosis Pandemrix enthalten ist, ist nicht höher als die durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommene Menge.
Thiomersal: ein Quecksilberabkömmling. Dieser ist nötig, um zu verhindern, dass sich Bakterien in den Impffläschchen ansiedeln. Die Quecksilberbelastung ist nur der Bruchteil einer Menge, die man während der Woche mit der Nahrung aufnimmt.

Nach bisherigen Erfahrungen – auch in der Notfallpraxis – erkranken vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Meist verläuft die Erkrankung mild und nur wenige Tage lang. Eine Impfung ist freiwillig!

Welche Beschwerden verursacht die Schweinegrippe?
Nach meinen bisherigen Erfahrungen vor allem folgende:
- Plötzlich auftretendes hohes Fieber > 38,5
- Kopfweh und schweres Krankheitsgefühl (in den ersten Tagen)
- Trockener Husten
- Etwas Halsweh

Bitte vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie eine Impfung wünschen, – in unserer Praxis bzw. in der Ihres Hausarztes. Die Impfung wird jeweils für 10 Personen durchgeführt. Etwas anderes als die Impfung kann aus zeitlichen Gründen daher nicht bei diesem Termin besprochen werden. Bitte vereinbaren Sie für extra Fragen einen separaten Termin in der Sprechstunde.

Bereits von der Schweinegrippe (Neue Influenza A/H1N1) Betroffene mögen bitte zu Hause bleiben. Es ist weder sinnvoll, eine Arztpraxis aufzusuchen, noch eine Notfallpraxis. Die Gefahr, dass dort das Virus weiter verbreitet wird, auch an die Mitarbeiter und Patienten, ist groß! Es macht mehr Sinn, dass die Betroffenen zu Hause bleiben, sich ausruhen und eventuell fiebersenkende schulmedizinische oder homöopathische Maßnahmen ergreifen!
Ein Abstrich auf Influenza A H1N1 (PCR) kann in Risikofällen gemacht werden, ist aber nicht dringend erforderlich. Bei typischer Symptomatik ist davon auszugehen, dass eine sogenannte Influenza A H1 N1 („Schweinegrippe“) vorliegt.
Bei schweren Verläufen (Atemnot, Allgemeinbefinden deutlich reduziert) können Sie ein Tamiflu-Rezept bekommen von Ihrem Hausarzt. Dadurch werden die Beschwerden etwas abgemildert und verkürzt. Unter Umständen ist ein Hausbesuch erforderlich. Bitte klären Sie das mit Ihrem Hausarzt ab.
Falls Sie in eine Praxis unbedingt gehen möchten, ziehen Sie bitte eine MASKE über Mund und Nase und geben Sie niemandem die Hand. Husten Sie in den Ellbogen. Bitten Sie darum, dass Sie in ein separates Untersuchungszimmer kommen, wenn möglich.

Ihr Praxisteam

Blutarmut – Eisenmangel

Viele Menschen, vor allem Frauen, fühlen sich müde und abgeschlagen. Die Fingernägel sind brüchig, die Haare glanzlos. Es kann auch ein Kribbeln oder Brennen in den Beinen auftreten. Die Hautfarbe ist in der Regel blaß.

Diese Beschwerden können auf einen Eisenmangel hinweisen. Eisen ist ein Spurenelement, das vor allem bei Frauen häufig zu wenig vorhanden ist. Gründe dafür sind zum Beispiel die Monatsblutung, aber auch häufig ein geringer Fleischverzehr. Bei Männer ist ein Eisenmangel dagegen eher selten und meistens ein Hinweis auf eine Störung im Magen-Darm-Bereich, die abgeklärt und behandelt werden sollte. Auch Kinder und Jugendliche können durch das Körperwachstum einen Eisenmangel aufweisen, ebenso wie Blutspender, Schwangere und Vegetarier. In Deutschland ist ein Eisenmangel weitaus häufiger als ein Vitaminmangel.

Wie lässt sich ein Eisenmangel feststellen?
Ein Eisenmangel lässt sich relativ leicht durch eine körperliche Untersuchung sowie ein Blutbild feststellen. Das Hämoglobin (Hb) zeigt dabei die Färbung der roten Blutkörperchen an, d.h. ob sie blässer oder röter sind. Beim „Eisenspiegel“ wird das Eisen im Blutserum untersucht. Beim „Ferritin“ das Speichereisen z.B. in Leber, Milz und Bindegewebe. Auch für Ausdauer- und Leistungssportler ist ein genügender Eisenspiegel wichtig, da der Sauerstoff im Blut durch das Eisen transportiert wird.

Wie kann man einen Eisenmangel behandeln?
Eine eisenreiche Ernährung kann zu einer Verbesserung des Eisenmangels führen. Allerdings werden aus pflanzlichen Nahrungsmitteln nur 5-10 Prozent des Eisens im Körper auch aufgenommen. Besonders viel Eisen enthalten rotes Fleisch, Innereien, Gemüse und Hülsenfrüchte. Aus tierischen Nahrungsmitteln, vor allem rotem Fleisch, kann das Eisen leichter aufgenommen werden. Insgesamt wird bei einer Mischkost nur ca. 10 Prozent des Eisens aufgenommen. Eisen wird insgesamt mit Vitamin C gemeinsam leichter aufgenommen. Genauso kann die Eisenaufnahme leider durch Tee und phosphathaltige Getränke (Limonaden) blockiert werden. Homöopathisches Eisen (Ferrum phosphoricum) oder „Kräuterblut“ kann bei leichtem Eisenmangel hilfreich sein. Für einen schweren Eisenmangel bleibt aber nur die Therapie mit schulmedizinischen, Eisen-II-haltigen Medikamenten.
Dabei sollte ein gut verträgliches Eisenpräparat am besten 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden, am besten morgens nüchtern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Eiseneinnahme gleichzeitig mit einer Schilddrüsentablette die Wirkung der Schilddrüsentablette behindern kann und daher getrennt eingenommen werden sollte. Falls Sie die Eiseneinnahme morgens auf nüchternen Magen nicht vertragen sollten, können Sie die Tablette auch versuchsweise vor dem Mittag- oder dem Abendessen einnehmen.

Insgesamt sollte der Ersatz von Eisen bei einem schweren Eisenmangel über mehrere Monate durchgeführt werden. Dies sollte unter ärztlicher Kontrolle geschehen, da es bei einer Eiseneinnahme auch zu Nebenwirkungen durch Überdosierung kommen kann.

Die Ursache von Lippenherpes ist nicht genau bekannt. Wenn man ihn einmal hat, bekommt man ihn schlecht wieder los. Auch kann er leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, z.B. durch Küssen oder gemeinsamer Zahnputzbecher.

Provoziert wird er durch intensive Sonnenbestrahlung. Auch Stress kann einen Herpes verschlimmern oder ein grippaler Infekt.


Wie kann man Lippenherpes vorbeugen?
Lippenherpes durch Sonnenbestrahlung kann vorgebeugt werden durch:
Benutzen eines Lippenstifts mit UV-Schutz. Regelmäßig die Lippen pflegen; auch Risse in der Lippe fördern den Ausbruch von Herpes labialis.
Gesunde Ernährung und sportliche Betätigung stimulieren das Immunsystem und bauen Stress ab.

Wie kann man Lippenherpes behandeln?
Im Handel sind verschiedene frei verkäufliche Cremes, zum Beispiel mit Aciclovir. Diese Creme sollte stets baldmöglichst nach Erscheinen der Bläschen aufgetragen werden, am besten bereits beim ersten Jucken und Kribbeln an der Lippe. Weiterhin ist Docosanol im Angebot, sowie Melissensalben. Es gibt auch eine Creme mit Rhabarberextrakt. Insbesondere wirkt auch Zitronenmelisse virostatisch. Auch für das Auftragen von Honig gibt es positive Untersuchungen. Es ist sinnvoll, die Substanzen generell nicht mit den Fingern, sondern mit Tupfern oder anderen Applikatoren aufzutragen, um keine Viren zu verschleppen.
Gut wirksam ist auch ein transparentes Herpes-Lippenpflaster, welches ohne virostatischenWirkstoff, aber nach dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung wirkt. Es kann sogar überschminkt werden. Insgesamt zeigt bereits die Anzahl der vorhandenen Behandlungsmethoden, dass es da nicht die eine Heilmethode gibt. Jeder spricht ein bisschen anders drauf an.

Homöopathische Behandlung ist möglich mit
Rhus toxicodendron: Rötung, juckende Bläschen
Natrium muriaticum: rezidiv. Herpes, aufgesprungene Lippe; ausgelöst durch Sonne und Meer; durch Kummer; klares Bläschensekret
Borax: auch bei Aphthen im Mund
Mercurius solubilis: brennende Bläschen, eitrig; vermehrter Speichelfluss; Mundgeruch
Graphites: harte gelbe Krusten
Sepia: Auslöser hormonelle Schwankungen

Solange der Herpes besteht und damit die hochinfektiösen Bläschen, sollten Kontaktlinsenträger sich vor Einsetzen der Linsen stets gründlich die Hände waschen und mit einem sauberen Handtuch abtrocknen, sonst können die Herpesbläschen auch das Auge infizieren. Und nicht vergessen: Sonne meiden!

Migräne

Wie entsteht Migräne?
Bei der Migräne handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhäute und der versorgenden Blutgefäße. Zu Beginn der Attacke tritt häufig eine Verkrampfung der Blutgefäße im Gehirn auf, später dann eine Erweiterung.
Die Neigung zur Migräne tritt  meistens familiär gehäuft auf.
Frauen neigen häufiger zu Migräne als Männer. Getriggert wird ein Migräneanfall zum Beispiel durch vermehrten Stress und Ärger, durch Stressabfall (Wochenendmigräne), durch hormonelle Schwankungen (Migräne in der Pillenpause), durch Wetterwechsel (Fönwetter).

Der typische Migräne-Kopfschmerz ist
Einseitig lokalisiert (linke oder rechte Kopfhälfte)
Pochend bzw. pulsierend („Pulssynchron“)
Geht mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher
Bewegung verschlechtert (zum Beispiel Joggen)
Kann von Übelkeit, Erbrechen, Augenflimmern und Kreislaufstörung/Benommenheit begleitet sein.
Es kann eine „Aura“ vorher geben. Das sind neurologische Reiz- oder Ausfallssymptome. Zum Beispiel können Zickzacklinien auftreten, die einen Teil des Gesichtsfeldes unscharf erscheinen lassen und flimmern. Bei manchem Betroffenen treten auch Sprachstörungen sowie Lähmung/Taubheitsgefühl eines Armes auf. Die Unterscheidung zum Schlaganfall ist manchmal schwierig, wenn die Vorgeschichte nicht bekannt ist. Die Aura bessert sich häufig auf Anwendung von 1000 mg ASS (Acetylsalicylsäure), falls keine Übelkeit die Einnahme verhindert.


Wie wird eine Migräne behandelt?
Stand 7/2009: Wichtig ist der frühe Behandlungsbeginn. Wenn die Betroffenen warten, bis es schlimmer wird, ist es meistens schon zu spät, mit einer moderaten Therapie einen Stop zu erreichen. Dann ist häufig auch schon Übelkeit im Spiel, die die Resorption der Schmerzmittel im Magen verhindert. Es sind dann häufig hohe Dosen oder stärkere Medikamente erforderlich als zu Beginn der Attacke.
Schulmedizinisch können zu Beginn 1000 mg ASS gegeben werden, zum Beispiel auch als Brausetabletten, die sich rasch auflösen. So kann ein rascherer Wirkungseintritt erzielt werden. Bei Übelkeit sind zusätzliche Mittel sinnvoll wie zum Beispiel  MCP-Tropfen (unter verschiedenen Handelsnamen rezeptierbar durch den Arzt) oder Domperidon(rezeptpflichtig).  Diese sollten ca. eine Viertelstunde vor der Gabe des Schmerzmittels eingenommen werden. Auch Ibuprofen oder- bei regelabhängigen Schmerzen-Naproxen-können gut wirksam sein. Dabei spricht jeder individuell auf Schmerzmittel anders an.
Die Kombinationsschmerzmittel (mit Paracetamol, Koffein und ASS) sind häufig ebenfalls gut wirksam. Inzwischen werden sie auch wieder vermehrt von Fachleuten eingesetzt, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie nicht mehr nierenschädigend wirken als andere Schmerzmittel (Monopräparate).
Bei Erbrechen kann Paracetamol als 1000 mg Zäpfchen hilfreich sein, oder eine Kurzinfusion, die in der Praxis mit Novaminsulfon oder ASS verabreicht wird.


Schwere Migräneattacken sprechen häufig nur auf Triptane an. Das sind neuere Medikamente, die sehr stark wirksam sind. Sie wirken gefäßverengend. Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen, als Tabletten zum Schlucken, als Sublingualtabletten (unter die Zunge zu legen, lösen sich auf), als Injektion (Eigen-Spritze), als Nasenspray. Ein Teil davon ist auch rezeptfrei erhältlich. Das Leitmittel dieser Triptane ist Sumatriptan. Es wird in einer Dosis von in der Regel 100 mg verabreicht. Manchmal sind 50 mg auch schon wirksam. Einige 100 mg-Tabletten sind teilbar, sodass die Betroffenen selbst entscheiden können, welche Dosis sie einnehmen möchten. Denn: alles was wirkt, hat Nebenwirkungen.


Die häufigsten Nebenwirkungen der Triptane sind: Kribbeln in Armen oder Beinen, Engegefühl in Brust oder Halsbereich, Wärme- oder Kältegefühl, Benommenheit. Dabei ist die Benommenheit u.U. eher auf die Migräneattacke selbst zurückzuführen, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten.
Nicht nehmen darf man Triptane bei nicht behandeltem Bluthochdruck, Angina pectoris, z.B. Schlaganfall und anderen Gefäßerkrankungen, ebenso wie in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bekannten Leber- und Nierenschäden. Kinder unter 12 Jahren sollten keine Triptane erhalten. Triptane sollten möglichst nicht häufiger als an 8-10 Tagen pro Monat eingenommen werden.


Es gibt noch andere Migränemedikamente, die ein eher ungünstiges Nebenwirkungsprofil aufweisen, wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen, zum Beispiel die Mutterkornalkaloide (Ergotaminpräparate). Sie kommen als Reservemittel in Betracht, zum Beispiel bei sehr langen Kopfwehattacken oder häufig wiederkehrenden Attacken. Da ist aber auch an eine vorsorgliche Einnahme anderer Medikamente (Prophylaxe, s.u.) zu denken.

Der häufige Gebrauch von Kopfwehtabletten kann leider im Laufe der Jahre ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Es ist dann für den Betroffenen und auch seinen Arzt sehr schwierig, dieses komplexe Problem zu behandeln. Tatsächlich muss dann oft ein stationärer Entzug von den Kopfschmerztabletten durchgeführt werden in einer speziellen Schmerzklinik

Homöopathische Behandlung:
Die homöopathische Behandlung der Migräne ist nicht einfach und nach meiner Erfahrung nur in leichten Fällen wirksam. Besser als Akutmittel ist, ein Konstitutionsmittel während der Attacke häufiger zu geben.
Mögliche homöopathische Einzelmittel bei Kopfschmerzen:
Benommenheitsgefühl, die Lider fallen herunter: Gelsemium D12; Mischform mit Spannungskopfschmerz, auch Nackenschmerzen
Migräne mit Aura, besser durch Druck und Ruhe: Bryonia D12
Migräne bei hormonellen Schwankungen, Blutandrang zum Kopf: Sanguinaria D12
„Wochenendmigräne“, periodisches Auftreten: Iris D12
Migräne mit Unruhe und Gereiztheit: Chamomilla D12
Schmerzen klopfend und hämmernd: Belladonna; rote Wangen
Dosierung: 5-10 Globuli in einer Tasse Wasser auflösen und stündlich bis viertelstündlich einen Teelöffel davon nehmen bis zur Besserung.

Ist die Migräne heilbar?
Die Migräne an sich ist nicht heilbar, wird aber häufig im Laufe der Jahre, bei Frauen vor allem nach dem Wechseljahren, deutlich besser. Es kommt dann zu selteneren und schwächeren Attacken. Allerdings weisen Untersuchungen darauf hin, dass Patienten mit schweren Migräneattacken später häufiger Schlaganfälle erleiden als andere Menschen.

Vorbeugung der Migräne (Prophylaxe):
Nichtmedikamentöse Maßnahmen:
Stresspotenzierung vermeiden, soweit möglich
Entspannungstechniken
Ausdauersport kann vorbeugend gegen Stress wirken, wenn dadurch beim Betroffenen Migräneattacken provoziert werden. Nicht im akuten Anfall!
Akupunktur (s. Blogartikel Akupunktur) ist häufig wirksam und mildert die Häufigkeit und die Stärke der Migräneattacken. Eine Serie von 10 Sitzungen ist zu Beginn der Behandlung häufig hilfreich.

Medikamentöse Maßnahmen:
Pflanzlich: Pestwurz (Petasites) als Dauertherapie gegeben über 4-6 Monate. Die Ansprechrate nach 12 Wochen beträgt ca. 45 % (ähnlich wie bei Propranolol). In seltenen Fällen können Leberschäden bei Dauereinnahme beobachtet werden.

Homöopathisch: Komplexmittel, können wirksam sein, aber nicht bei allen Patienten.
Konstitutionsmittel (nur mit einer ausführlichen Erstbefragung = Anamnese vom Behandler zu verordnen)
Magnesiumgabe (300-900 mg pro Tag) ist häufig hilfreich. Bei einer täglichen Dosierung von 600 mg/Tag wird die Attackenhäufigkeit um ca. 42 % gesenkt. Die Ansprechrate ist höher als bei Propranolol (53 %).
Betablocker, niedrig dosiert, zum Beispiel Metoprolol und Propranolol (rezeptpflichtig), werden eingesetzt, wenn Migräneattacken öfters als zweimal pro Monat auftreten, sehr schwer sind oder Akutmittel nicht (mehr) wirken. Zu Beginn der Behandlung sollten sie am Wochenende testweise oder abends eingenommen werden, da sie anfangs müde machen können.
Ein neueres Mittel ist Topiramat. Es hat viele Nebenwirkungen: u.a. Kribbelgefühle anfangs, Kaliummangel, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, führt zu Gewichtsverlust. Teuer!!! Rezeptpflichtig. Topiramat ist nicht wirksamer als Propranolol (s.o.), Pestwurz oder 600 mg Magnesium pro Tag. Es kann zu Nierensteinen führen.
Andere Mittel, die normalerweise bei Epilepsie eingesetzt werden, sind zwar wirksam (Valproinsäure), aber leider nicht für Migräne zugelassen.
Eine Prophylaxe mit o.g. Mitteln sollte in der Regel einschleichend über ein halbes bis ein Jahr erfolgen und dann langsam ausschleichend wieder beendet werden, je nach Verlauf. Die Indikation zur Migräneprophylaxe wird meistens von den Neurologen gestellt und auch begonnen. In der hausärztlichen Praxis ist es eher so, dass sich häufig nach Beginn einer Blutdruckbehandlung z.B. mit einem Betablocker (s.o.) auch Kopfschmerzen einschließlich Migräne bessern.


Schwangerschaft: Uneingeschränkt ist lediglich Paracetamol zugelassen. Magnesiumeinnahme kann Kopfschmerzen in der Schwangerschaft bessern. Ibuprofen ist mit Einschränkungen (sparsam) zu verwenden.

Kopfschmerzen

Es gibt verschiedene Arten von Kopfweh. Zu den häufigsten Formen von Kopfschmerzen gehören Spannungskopfschmerzen (ca. 70 %) mit Nackenschmerzen, die häufig nach vorne ausstrahlen. Unter Migräne leiden ca. 10-20 %. Unter chronischen Kopfschmerzen leiden ca. 3-5 % der Patienten.

Wie kann ich herausfinden, an welchem Kopfschmerztyp ich leide?
Es ist hilfreiche für den Betroffenen und auch für den Arzt, wenn der- oder diejenige über einen, besser mehrere Monate ein Kopfschmerztagebuch führt. Dort sollte z.B. in einer Tabelle mit Datum festgehalten werden, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie dauern, was sie bessert oder verschlechtert (zum Beispiel Licht, Bewegung), und mit welchen Mitteln der Patient sie behandelt. Wichtig ist auch, wie viele Tabletten zur Behandlung der Schmerzattacke jeweils erforderlich sind im Laufe der Wochen. Treten Begleiterscheinungen auf, wie Übelkeit, Pelzigkeit der Arme oder Flimmern vor den Augen? Wo genau sitzt der Schmerz, wohin strahlt er aus?
Die Schmerzstärke wird dabei am besten mit der sogenannten visuellen Analogskala gemessen. Auf einer Linie bedeutet dabei „0″ bedeutet auf einer Linie „10″ bedeutet der schlimmste vorstellbare Schmerz.
Damit ist eine Einschätzung der Schmerzstärke einigermaßen möglich.
Weiter ist wichtig, ob der Betroffene früher eine Verletzung/Infektion im Kopfbereich hatte oder eine  Veränderung an der Halswirbelsäule bereits bekannt ist. Was hat ihm bisher geholfen? Wie lange hat er schon insgesamt Beschwerden? Treten die Beschwerden ähnlicher Art in seiner Familie gehäuft auf?


Von chronischen Kopfschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden an 15 oder mehr Tagen im Monat auftreten, das heißt im Schnitt jeden zweiten Tag. Viele Patienten haben sogar täglich Kopfschmerzen, was die Arbeitsfähigkeit ziemlich beeinträchtigt und Reizbarkeit und Depressionen wiederum begünstigt.

1) Migräne (s. extra Blogartikel Migräne)

Bei Migräne treten typischerweise klopfende, halbseitige Kopfschmerzen auf, die an Intensität in kurzer Zeit (Minuten bis Stunden) deutlich zunehmen und nahezu unerträglich werden. Der Betroffene ist lichtscheu, vermeidet jede Bewegung und Geräusche und legt sich am liebsten im abgedunkelten Zimmer ab.
Grundsätzlich sollten Medikamente bei der akuten Migräne bereits zu Beginn der Attacke eingenommen werden, um eine Verschlechterung der Beschwerden baldmöglichst zu verhindern.


Homöopathisch:
In leichten Fällen von Migräne sind homöopathische Mittel häufig wirksam.
Es gibt hier Komplexpräparate im Handel, von denen bis zu zwölf Tabletten täglich eingenommen werden können.
Weiter kommen Akutmittel in Frage, zum Beispiel

Belladonna: klopfende, hämmernde Kopfschmerzen. Gesicht ist rot und heiß, Empfindlichkeit gegen Berührung, Lärm und Licht


Bryonia: akute Migräne mit Aura, drückender Stirn-und Schläfenkopfschmerz;  stechender Schmerz; verschlechtert durch Bewegung; besser durch Ruhe und Liegen auf der schmerzhaften Seite; Pat. wollen allein sein

Cyclamen: Flimmern und Farbensehen, Sternesehen, Migräne mit Aura; Schwindel; auch bei hormonabhängiger Migräne, Kopfschmerzen vor Menses

Gelsemium: Kopfschmerzen sind dumpf, beginnen im Nacken und ziehen bis über Stirn und Augen; Augendruck, Sehstörungen, Benommenheit, Lider können nicht gehoben werden.
Verschlechterung vor Gewitter/Fön.

Iris: Kopfschmerzen periodisch, vor allem Wochenendmigräne; saures Erbrechen

Pulsatilla: Kopfschmerzen vor und während der Menses, Erkältungsneigung, Neigung zum Frösteln, wenig Durst

Sanguinaria: Roter Kopf, Hitzewallungen, gegen Abend schlimmer

Alle Mittel können in niedrigen Potenzen (bis D12) als Tabletten, Globuli oder Tropfen gegeben werden. Anfangs gibt man diese Mittel stündlich bis halbstündlich, bei Besserung dann größere Pausen, bis die Beschwerden aufhören.

Der Vorteil der homöopathischen Migränemittel: sie sind nebenwirkungsfrei und verursachen keine Abhängigkeit und keinen Schmerzmittel-Kopfschmerz (siehe oben).
Bei chronischen Kopfschmerzen ist es sinnvoll, zunächst eine homöopathische Erstanamnese erheben zu lassen, um das sogenannte Konstitutionsmittel für die betreffende Person zu finden. Dieses Mittel kann dann über längere Zeit, zum Beispiel mehrere Wochen, dauerhaft eingenommen werden zur Besserung der Anfallshäufigkeit.

Akupunktur
Auch Akupunktur kann bei wiederkehrenden Kopfschmerzen wirksam sein. Wichtig ist eine genaue vorherige Untersuchung und Befragung (Erstanamnese). Dabei handelt es sich nicht um eine Kassenleistung(Stand 1/2009).

Bewegung
Bewegung verschlechtert im allgemeinen eher die akuten Migränebeschwerden. Es ist nicht sicher erwiesen bisher, dass ein regelmäßiger Sport hilft zur Vermeidung von Migräneattacken.

Regelmäßiger Tagesablauf
Ein regelmäßiger Tagesablauf ist für Migränepatienten von Vorteil, das heißt regelmäßige Zeiten für Essen, Arbeiten, Pausen und Schlafen. Leider lässt sich das in der Realität nicht immer so verwirklichen.

Die chronisch-rezidivierende Migräne wird häufig im Alter bzw. bei den Frauen nach dem Wechseljahren deutlich besser. Sie tritt familiär gehäuft auf. Migränepatienten sind häufig später vermehrt schlaganfallgefährdet.

2) Spannungskopfschmerzen

Viele Patienten klagen über eine ständige schmerzhafte Nackenverspannung. Dabei strahlen die Schmerzen in den Hinterkopf aus. Die Schmerzen treten weniger anfallsweise auf.
Ein chronischer Spannungskopfschmerz wird im Unterschied zur Migräne im Alter nur ein wenig oder gar nicht  besser. Die Ursache liegt vermutlich in einer strukturellen Veränderung im Gehirn, die bei Patienten mit chronischem Spannungskopfschmerz, der über mehrere Jahre besteht, nachgewiesen wurde.
Patienten mit chronischen Kopfschmerzen haben auch häufig andere Schmerzen, zum Beispiel chronische Rückenschmerzen. Zudem leiden sie häufiger unter Depressionen. Ob die Depression die Ursache oder die Folge der Schmerzen ist, ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich trifft beides mehr oder minder zu.

Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?

Schulmedizinisch:
Ibuprofen (bis 800 mg als Einzeldosis, nach dem Essen) oder Diclofenac (bis 100 mg, nach dem Essen einzunehmen). Beide können Magenschleimhaut-und Darmblutungen verursachen auf nüchternen Magen.

Homöopathisch:
Siehe im wesentlichen oben bei Migränemittel (je nach den Symptomen).

Magnesium phosphoricum: stechende Kopfschmerzen, verspannte Nackenmuskeln

Calcium sulfuricum: Kopfschmerzen bei früher erlittener Gehirnerschütterung

Bewegung
Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik können zum Abbau der chronischen Nackenschmerzen durchaus hilfreich sein.

Entspannung
Bewusste Entspannung, auch zum Beispiel durch autogenes Training und progressive Muskelentspannung, kann zur Reduktion der Spannungskopfschmerzen durch die bewusste Wahrnehmung des Körpers und die positiven Impulse hilfreich sein.

Gesprächstherapie
Spannungskopfschmerzen sind häufig stressbedingt. Zum Beispiel treten sie häufig bei Menschen auf, die den ganzen Tag im Büro am PC  arbeiten. Zum Stressabbau kann auch eine psychologische Gesprächstherapie erforderlich und von Vorteil sein.

Physiotherapie
Eine Physiotherapie kann bei Verspannungen gut wirken. Sie sollte aber nicht zu einer Abhängigkeit vom Therapeuten führen und zur Passivität des Patienten. Sie kann eine Lockerung der Muskulatur herbeiführen; ähnliches kann   durch konsequente regelmäßige Bewegung(s. oben) ebenfalls erreicht werden.

Mischformen
Leider gibt es in der Wirklichkeit häufig Mischformen von Migräne und Spannungskopfschmerz. Diese sind besonders schwierig zu behandeln. Ein Kopfschmerztagebuch ist häufig hilfreich zur Findung der Diagnose (s. oben).  Hilfreich ist bei der Therapie eine Kombinationsform der oben genannten Methoden. Eine Methode allein ist selten ausreichend.

Wissenschaftler aus Japan haben herausgefunden, dass bei Männern, die vor Mitternacht ins Bett gingen, die Gefäße deutlich elastischer waren als bei denen, die erst nach Mitternacht schlafen gingen. Es sieht also so aus, als ob der Schlaf vor Mitternacht besser für Herz und Gefäße ist, auch wenn man dabei eventuell manche Vergnügungen verpasst (Ärzte Zeitung April 2009).

Je tiefer der Schlaf, um so besser. Der Tiefschlaf ist wichtig für Gedächtnis und Erholung. Aber er ist auch sehr störanfällig. Der Tiefschlaf tritt vor allem in der ersten Nachthälfte auf. Danach werden die Tiefschlafphasen kürzer und seltener, die Phasen leichten Schlafes und REM-Traumphasen werden dafür häufiger. Daher träumen die meisten Menschen eher gegen Morgen.


Der Tiefschlaf kann leicht gestört werden: Koffein (enthalten in Kaffee, Cola, schwarzem und grünem Tee, sowie manchem Schmerzmittel) kann bei manchen Menschen nur sehr langsam im Körper abgebaut werden. Auch nach vielen Stunden kann der Effekt daher noch wirksam sein, das heißt, die morgendliche Tasse Kaffee kann die Tiefschlafphasen in der kommenden Nacht verkürzen.

Auch Alkohol – oft als Einschlafhilfe genutzt – kann den Tiefschlaf stören: Wenn er in dieser Weise regelmäßig abends genossen wird, gehen die Tiefschlafphasen deutlich zurück, das heißt, der Schlaf wird dann eher oberflächlicher. Es kommt zu Durchschlafstörungen.

Auch bei Einnahme der meisten Schlafmittel tritt eine Abnahme des Tiefschlafes und eine Zunahme leichterer Schlafphasen ein. Leider gibt es noch keine Schlafmittel, die den Anteil des Tiefschlafes fördern.

Sowohl der Tiefschlaf als auch der REM-Schlaf sind wichtig für das Lernen. Schlafen und Lernen beeinflussen sich gegenseitig. Das Gehirn arbeitet auch weiter, während wir schlafen. Der Tiefschlaf ist vermutlich wichtig für das Wortgedächtnis, d.h. das Merken von Wörtern.

Insgesamt hat die Schlaflänge bei den meisten Menschen abgenommen. Statt acht bis neun Stunden schlafen viele Menschen nur noch ca. sieben Stunden. In einer vier Jahre dauernden Untersuchung war allerdings die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle bei weniger als 7,5 Stunden Schlaf pro Nacht deutlich erhöht. Jugendliche, die wenig schlafen, sind außerdem eher übergewichtig als Jugendliche mit genügend Schlaf.

Internetadressen: www.dgsm.de (Informationen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin). www.schlaf.de: iDoc Institut für Telemedizin und Gesundheitskommunikation, Tipps für einen gesunden Schlaf.

Trockenes Auge

Was können Sie tun, wenn Sie unter trockenen Augen leiden?

Vermeiden Sie trockene Luft, soweit möglich (Auto-Klimaanlage, Heizlüfter etc.)
Achten Sie beim Schminken auf Lidkosmetika mit möglichst wenig Reiz- und Duftstoffen. Das Produkt sollte hypoallergen und frei von Fett und Konservierungsmitteln sein.

Schränken Sie Ihren Alkohol-und Zigarettenkonsum ein!
Trinken Sie ca. zwei Liter pro Tag (Wasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte).

Achten Sie auf regelmäßigen Schlaf!


Achten Sie auf eine besondere Pflege Ihrer Lidränder. Beim Abschminken sollte der Lidrand sorgfältig gereinigt werden.

Bei einer Fehlstellung des Augenlides (fehlender kompletter Lidschluss) kann eine korrigierende Operation erforderlich sein, um einen normalen Lidschluss wieder zu ermöglichen.

Weiterhin gibt es medizinische Produkte für Ihre trockenen Augen. Dazu kann Sie Ihr Arzt beraten. Viele Tränenersatzstoffe sind auch frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich. Bei anhaltender Trockenheit sollten Sie sich aber auch auf eine Schilddrüsen-Fehlfunktion untersuchen lassen. Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten (zum Beispiel Antidepressiva, Schmerzmittel, Anti-Baby-Pille, Aknemedikamente, Blutdruckmedikamente) kann zu trockenen Augen führen.

Welche Ernährung ist richtig in der Schwangerschaft?

Früher galt:  In der Schwangerschaft soll die werdende Mutter „für zwei essen“. Das gilt inzwischen als überholt. (Stand 2009). Eine hyperkalorische Ernährung führt zu übergewichtigen Babies, bereits im Mutterleib. Diese Kinder werden auch nach der Geburt im Laufe der Jahre häufiger übergewichtig. Denn sie sind bereits gewohnt, mehr zu essen, als sie eigentlich brauchen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass deutlich übergewichtige Schwangere leichter einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln. Leider nehmen Frauen in der Schwangerschaft heute aber im Durchschnitt zwei Kilogramm mehr zu als vor 20 Jahren. Außer für Diabetes ist bei übergewichtigen Schwangeren auch das Risiko für Bluthochdruck in der Schwangerschaft deutlich erhöht, mit entsprechenden Komplikationen auch für das Baby.
Übergewicht in der Schwangerschaft kann außerdem zu vermehrten Komplikationen bei der Geburt führen: Kaiserschnitte, Vakuum-und Zangengeburtten kommen dann deutlich häufiger vor.

Fakt ist, dass der Energiebedarf in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kaum erhöht ist. In den späteren Schwangerschaftsmonaten reicht es, wenn die werdende Mutter 200 bis 300 kcal am Tag mehr verzehrt.
Wichtig ist vielmehr, dass die werdende Mutter  deutlich mehr Obst und Gemüse zu sich nimmt. Außerdem wird zur Versorgung mit B-Vitaminen, Eiweiß, Zink und Eisen mageres Fleisch benötigt.
Für die Versorgung mit Folsäure ist grünes Blattgemüse wichtig, außerdem sind Hefe-und Vollkornprodukte wichtig. Die darin enthaltenen Mengen an Folsäure sind allerdings häufig nur gering. Daher wird eine Einnahme von Folsäure schon bei Kinderwunsch und bis mindestens zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats empfohlen.

Eine ausreichende Versorgung mit Jod kann durch Seefisch und jodiertes Speisesalz erreicht werden. Jodidtabletten werden in der Schwangerschaft häufig zusätzlich verordnet.

Ungewöhnlichen Essgelüsten wie Gelüste auf Torten oder reichlich Schokolade sollten in der Schwangerschaft nicht allzu sehr gefrönt werden. Der darin enthaltene Zucker gelangt ins Blut und fördert die Entstehung eines baldigen neuen Hungergefühls und dadurch des Übergewichtes. Auch in der Schwangerschaft gilt: Maß halten. Das ist für die Gesundheit der werdenden Mutter und für das Kind am besten!

Man könnte die Frage auch so formulieren: „Was kann ich tun, um nicht wieder Brustkrebs zu bekommen?“ So wird oft gefragt.

Gehen Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge. Nehmen Sie die Einladung zur Vorsorge-Mammographie wahr, die Sie ab dem 50. Lebensjahr erhalten.

Treiben Sie regelmäßig Sport. Bewegung tut dem Körper und auch der Seele gut und wirkt nachgewiesenermaßen vorbeugend gegen verschiedene Tumorarten, unter anderem auch gegen Brustkrebs.

Ernähren Sie sich gesund, mit viel Obst, Gemüse, und Jod.
Es gibt neuerdings Hinweise darauf dass viele Patientinnen mit Brustkrebs auch zu Knoten in der Schilddrüse neigen. Diese entstehen aufgrund eines langfristigen Jodmangels, zum Beispiel schon seit der Jugend. Nach neueren Erkenntnissen gehören zu den Jodmangelerkrankungen nicht nur die der Schilddrüse, sondern auch die der weiblichen Brustdrüse. Ein Jodmangel kann in der Brust zu einer sogenannten „Mastopathie“ führen. Das ist eine zunächst gutartige Brustdrüsenkrankheit mit Bildung von Knötchen, die wiederum eine Tumorentwicklung begünstigen können. Eine regelmäßige Jodversorgung scheint also auch vorbeugend gegen die Entwicklung von Brustkrebs zu wirken.
Jod ist reichlich vorhanden in Kuhmilch und Milchprodukten, Seefisch, sowie mit Jodsalz hergestellten Nahrungsmitteln.

Halten Sie Ihr Normalgewicht.

Rauchen Sie nicht.

Was kann ich tun, wenn ich bereits Brustkrebs hatte?
Bei Ihnen wurde ein Tumor in der Brust festgestellt und vielleicht auch schon behandelt. Nun fragen Sie sich: Was kann ich selbst dazu tun, damit der Tumor nicht wiederkommt?

Wie wirksam sind Alternativmethoden bei Brustkrebs?
Dazu gibt es Untersuchungen, dass fast alle Alternativmethoden keine nachgewiesenen Erfolge zeigen, zum Beispiel Selen- und Zinkgabe, Hochdosis-Vitamine, Antioxidantien, Soja. Lediglich für Mistelpräparate und Cimicifuga (Traubensilberkerze)  könnte eine positive Wirkung existieren; sicher nachgewiesen ist es bisher mit keiner großen Untersuchung Patientinnen, die Mistelpräparate regelmäßig spritzen, fühlen sich aber häufig insgesamt wohler und weniger müde.
Nach den o.g. Untersuchungen könnte eine ausreichende Jodzufuhr allerdings vorbeugend gegen die Entwicklung von Brustkrebs allgemein wirken. Daher kann sie nach dem Stand der heutigen Erkenntnis auch für Brustkrebspatientinnen empfohlen werden. Parallel sollte die Schilddrüse untersucht werden (s. oben), um auch dort eine Jodmangelerkrankung auszuschließen.

Wichtig ist, eine  regelmäßige Bewegung und ein Normalgewicht (BMI von 20%) anzustreben. Ein regelmäßiger Tagesablauf ist von Vorteil. Es existieren Hinweise darauf, dass eine fettarme Diät mit Bevorzugung von ungesättigten Fettsäuren lebensverlängernd wirkt, sowie der reichliche Genuss von Gemüse und Früchten. Vollkornprodukte sind ebenfalls von Vorteil, falls sie den Ernährungsgewohnheiten der Patientin entsprechen.
Von Nachteil sind Extremdiäten, die nicht den Tumor aushungern, sondern den Gesamtorganismus schwächen. Dadurch können sie insgesamt zu einer Abwehrschwäche gegenüber den Krebszellen führen.

Entspannungstherapien wie Yoga und autogenes Training sind positiv zu bewerten.

Gegen Hitzewallungen sollten bei vorbestehendem Brustkrebs nicht-hormonelle Mittel verwendet werden,s. Artikel im Blog: Klimaxbeschwerden,z.B. Homöopathika, .Vitamin E, Venlofaxin.

Viele kenne das leidige Problem: Im Laufe der Jahre sammeln sich die Pfunde an. Nach einer tollen „neuen“ Diät nimmt man ein paar Kilogramm ab. Spätestens in ein paar Jahren sind die Kilos aber wieder drauf.
Das Ganze wird dann nochmals brisanter, wenn sich zum Übergewicht ein Typ-II-Diabetes dazugesellt. Dann wird wieder eine neue tolle Diät probiert, vorübergehend nimmt man ein paar Pfunde ab, und so weiter und so weiter. Das ist insgesamt sehr frustrierend. Warum ist das so?


Wodurch wird das Essen gesteuert?
Das Essverhalten wird gesteuert von einem Regelkreis, der zwischen Gehirn und Magen-Darm abläuft. Es gibt eine Reihe von Hormonen, welche die Nahrungsaufnahme regeln.
Leptin zum Beispiel ist ein Fettgewebshormon. Es wird beispielsweise im Bauchfettgewebe produziert, um so mehr, je mehr Bauchfett vorhanden ist, und vermittelt ein Hungergefühl. Ghrelin, ein anderes Hormon, stammt aus dem Magen und steigt an im Nüchternzustand. Es meldet an das Gehirn: Hunger!. Bei dauerhafter Gabe führt es im Tierversuch zu Fettleibigkeit.
Zwei Gegenspieler sind: Neuropeptid Y, das u.a. Signale aus de Darm erhält, und Glukagon-like-Peptid-1. Diese Hormone wirken appetithemmend.


Welche Diät ist die beste?
Low Fat? Low Carb? Trennkost? Metabolic balance? Atkins-Diät? LOGI-Diät? Nach neueren Ergebnissen ist die Art der gewählten Diät letztendlich von untergeordneter Bedeutung. Denn: mit all diesen Diätarten ist eine Gewichtsreduktin zunächst einmal möglich. Aber: Sobald die Diät beendet ist, steigt das Gewicht wieder an. Bei fast allen Diätversuchen erreichen die Betroffenen nach ca. fünf Jahren ihr Ausgangsgewicht wieder, oder überschreiten es sogar. Warum?

Wodurch entsteht Sättigung?
Das Hungergefühl wird nicht nur durch eine ausreichende Energieaufnahme beseitigt. Sättigung entsteht weniger durch den Kaloriengehalt als durch die Menge des Essens. Eine ausreichende Magenwanddehnung wird zurückgemeldet an das Gehirn und geht mit einem Sättigungsgefühl einher. Deshalb ist eine möglichst geringe „Energiedichte“ der Nahrung, d.h. eine geringe Dichte, aber große Menge, wichtig für das Sattwerden. Bei Fast-Food zum Beispiel tragen flüssige Kalorien in Säften bzw. Limonadegetränken sowie Weißmehlprodukte wenig zur Sättigung bei, da die Getränke durch den Magen „durchrauschen“, obwohl sie eine hohe Energiedichte haben. Folge sind eher häufige Mahlzeiten, da das Sättigungsgefühl nicht eintritt, und eher eine zu hohe Energieaufnahme.

Notwendig ist eine langfristige Umstellung der Lebensgewohnheiten
Alle Diäten können keine langfristige Ernährungsumstellung ersetzen. Außerdem ist es wichtig, dass die Art der Ernährung allgemein die Essensgewohnheiten und Vorlieben des Einzelnen ausreichend berücksichtigt. Essen ist auch ein Bestandteil der Lebensqualität und wird individuell unterschiedlich vorgenommen. Essen trägt auch, wenn es dem Einzelnen entspricht, in der Art, in der es vorgenommen wird, zum Beispiel in einer angenehmen Gesellschaft, zum psychischen Wohlbefinden bei.
Ziel der Ernährungsumstellung: Lebensmittel mit einer höheren Energiedichte sollten durch solche mit geringerer Energiedichte ausgetauscht werden. Die Essensmenge als solche wird nicht begrenzt. Sie muss aber zu einer ausreichenden Sättigung führen.
Weiterhin ist eine regelmäßige Bewegung. Ein Ausdauertraining von  möglichst an 3-5 Tagen pro Woche mehr als 30 Minuten, das zum Schwitzen führt, wirkt stabilisierend auf das Gewicht und wirkt einer erneuten Gewichtszunahme entgegen. Ein Ausdauertraining führt in den anschließenden Stunden zu einem geringeren Hungergefühl. Mit diesen Maßnahmen-langristige Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung wird außerdem ein Wohlfühlen im eigenen Körper unterstützt. Das führt insgesamt zu einer höheren Lebensqualität.


Energiedichte des Essens:


Nahrungsmittel                          Energiedichte (kcal/g)

Vollkornbrot ………………………………….2,0
Vollkornbrötchen…………………………..2,2
Weizenbrötchen……………………………2,7

usw.

Bezugsquelle des o.g. Artikels: MMW Fortschr. Medizin Nr. 18/2009, s. 12-13.

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